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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Kreisprozeß - Kreling
Berl. 1890-92); ferner die Lehrbücher des Verwal-
tungsrechts von Löning (Lpz. 1884), G. Meyer (ebd.
1884) und die kreisrechtlichen Artikel in Stengels
"Wörterbuch des deutschen Verwaltungsrechts"
(2 Bde., Freib. i. Br. 1890-92).
Kreisprozeß, in der Wärmelehre jede Reihe
von Zustandsänderungen eines Körpers, die den-
selben schließlich wieder in den Anfangszustand (auf
dieselbe Temperatur, dasselbe specifische Volnmen
und denselben specifischen Druck) zurückbringen.
Carnot hat solche Prozesse zur Begründung seines
Satzes der Mechanischen Wärmetheorie (s. d.) und
zur Ermittelung des ökonomischen Koefficienten der
Dampfmaschinen erdacht. Die K. find entweder um-
kehrbar oder nicht. Im erstern Fall läsit sich die
Neihe von Zustandsänderungen auch in entgegen-
gesetzter Folge einhalten; im letztern aber nicht. Der
K. findet bei den thermodynamischen Maschinen
(Dampf-, Eis- und Heißluftmaschinen) Anwendung.
Kreispunkte, s. Krümmung.
Kreisrat, s. Kreisamt.
Kreisring, eine Rotationsfläche (s.d.), die durch
Drehung eines Kreises um eine in seiner Ebene lie-
gende Zl'chse entsteht. (S.Tafel: FlächenII,Fig.3.)
Kreissäge, s. Sägemaschinen.
Kreisschere, s. Blechbearbeitung (Bd. 3,
S. 105d) sowie Tafel: Vlechbear'beitungs-
maschinen, Fig. 4.
Kreisschulinspektor, Beamter, den der Staat
für die Elementarschulverwaltung und Schulaufsicht
in den Kreisen bestellt. Früher wurden dazu meist
Geistliche, neuerdings aber mehr und mehr selb-
ständige K. ernannt. Sie stehen unter Leitung der
Regierungen, deren zweite Abteilungen (in Preußen)
das Schulwesen beaufsichtigen.
Kreisschuppen, s. Rundschuppen.
Kreisfchupper, s. Fische.
Kreisfegmentfäge, s. Grundsäge.
Kreissekretär, s. Kreisordnung. ften.
Kreißen, soviel wie sich in Geburtswehen befin-
Kreissynodalvorftand, s. Kreissynode.
Kreissynode. In den meisten evang. Landes-
kirchen Deutschlands ist im 19. Jahrh, die Synodal-
verfassung in der Weise durchgeführt worden, daß
zwischen der Vertretung der Einzelgemeinde und
derjenigen der Landeskirche ein (oder mehrere) syno-
dales Organ inmitten steht (Kreis-, Diöcesan-,
Bezirkssynode, die reform. Klassikalsynode).
Derselben gehören in der Regel die in geistlichen
Amtern des Kirchenkreises stehenden Geistlichen so-
wie eine Anzahl von den Gemeindevertretungen ge-
wählter Laien an, in Altpreußen in doppelter Zahl
der Zur Synode gehörigen Geistlichen. Den Vorsitz
hat der Superintendent (Dekan, Propst). Die K.
wählen die Mitglieder der höhern Synodalorgane
(Provinzial-, Generalsynode). Die Funktionen der
K. sind in den verschiedenen Landeskirchen verschie-
den geordnet; überall ist ihre Hauptaufgabe, für
die Belebung und Vertiefung des kirchlichen Sinnes
zu wirken; dazu kommen gewisse Disciplinarsachen
sowie die Aufsicht über die Vermögensverwaltung
der Gemeinden. DieK. wählt den Kreis synodal-
vorstand (das altreform. Moderamen), bestehend
aus dem Superintendenten als Vorsitzendem, eincm
geistlichen und drei weltlichen Assessoren, welcher
teils selbständige Funktionen hat, teils diejenigen
der K. während der Zeit ihres Nichtbeisammenseins
wahrzunehmen hat. Die K. tritt in der Regel ein-
mal jährlich zusammen. (S. Synodalverfassung.) ^
Artikel, die man unter K verm
Kreistag, s. Kreisordnung.
Kreisteilmaschine, s. Teilmaschine.
Kreisteilung, die Aufgabe, den Kreisumfang
in eine vorgeschriebene Anzahl von gleichen Teilen
zu zerlegen, oder auch in einen Kreis ein regel-
mäßiges Vieleck von einer gegebenen Seitenzahl
einzutragen. Die Alten kannten nur das regel-
mäßige Fünfeck, Sechseck und die unmittelbar mit
diefen zusammenhängenden regulären Polygone.
Erst Gauß zeigte (1801), daß die obige Ausgabe
mit der Theorie der auflösbaren Gleichungen und
mannigfaltigen Problemen der höhern Arithmetik
in einem äußerst merkwürdigen Zusammenhang
steht, und lehrte allgemein, welche regelmäßigen
Vielecke sich mit Zirkel und Lineal konstruieren lassen;
nämlich nur solche, deren Seitenzahl in der Form
p ^ 2^" > 1 enthalten ist, wo p eine Primzahl bedeu-
tet; also das 5-Eck, das 17-Eck, das 257-Eck u. s. f.
Kreistruppen wurden 1081 im Deutschen Reich
durch Reichsschluß an Stelle der vorher von den
Reichsständen zu stellenden Kontingente in Stärke
von 28000 Mann Fußvolk und 12000 Reitern nebst
Artillerie errichtet; doch waren dies keine stehenden
Truppen. Den Befehl über die K. führte die von
den Kreistagen oder den Direktorien bestellte Kreis-
generalität, die Offiziere der einzelnen Regimenter
wurden nach bestimmter Ordnung von den Kontin-
gentsherren ernannt. An der Spitze des ganzen
Heers stand die Reichsgeneralität. Die Frage, ob
der Kaiser oder der Reichstag den obersten Befehls-
haber zu ernennen habe, war nie entschieden.
Kreittmayr, Aloys Wiguläus, Freiherr von,
bayr. Jurist und Staatsmann, geb. 14. Dez. 1705
zu München, studierte in Ingolstadt, Utrecht und
Leiden, praktizierte in Wetzlar, wurde 1725 Mit-
glied des bayr. Hofrats, 1745 Reichsfreiherr, Hof-
ratskanzler und Geheimrat, 1749 Geh. Ratsvice-
kanzler und Konferenzminister. Er starb 27. Okt.
1790. Im 1.1845 ward ihm aus dem Promenaden-
platz in München ein Denkmal von Schwanthaler
errichtet. Ihm verdankt Bayern den "^oäex^irig
Zavai-iei ci-iminaiig" (Münch. 1751), den "^oäkx
^urig Lkvariei ^uäiciHrii" (ebd. 1753) und den
"Ooäex NHxiiui1ian6U8 LavarieuZ eivilig" (ebd.
1756), die er mit Anmerkungen begleitete. K. ver-
öffentlichte ferner: "Grundriß der gemeinen und
bayr. Privatrechtsgelehrsamkeit" (Münch. 1708),
"Grundriß des allgemeinen deutschen und bayr.
Staatsrechts" (1770 u. 1789), "^ompknäwiu 00-
äicis VÄvai'ici oiviliZ, ^'uäieiai'ii, oi-iminaliZ" (1773
u. 1776). - Vgl. I. A. Kalb, Biographie des Chur-
fürst!, baier. Staatskanzlers u. s. w. A. W. Frei-
herrn von K. (Münch. 1825).
Kreling, Aug. von, Maler und Bildhauer, geb.
23. Mai 1819 zu Osnabrück, besuchte das Poly-
technikum zu Hannover und ging 1836 nach Mün-
chen, wo er sich zuuächst unter Schwanthaler der
Bildhauerei, dann unter Cornelius der Malerei
widmete. K. wurde 1853 Direktor der königl. Kunst-
gewerbeschule zu Nürnberg, welche er gänzlich neu
organisierte und zu großem Ruf brachte, und starb
daselbst 22. April 1876. Als Bildhauer modellierte
er das Standbild des Fürsten Heinrich PostHumus
von Reuß in Gera (1863) und das Keplers in Weil
der Stadt (1870), sowie Brunnen für Cincinnati,
Nürnberg und Bonn. Seine ersten Bilder waren:
Die Krönung Kaiser Ludwigs des Bayern für das
Maximilianeum in München, Die erste Ernte nach
dem Dreißigjährigen Kriege und die Deckenbilder
ißt, sind unter (5 aufzusuchen.