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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Kreole - Kresilas

ist. Durch die Gattungen Cynodon (s. d.), Paleonictys und Dinicyts sind die K. mit den heutigen Zibetkatzen, Hyänen, Hunden, Katzen und bärenartigen Raubtieren, durch Arctocyon (Bärhund) mit den Insektenfressern verbunden, und in Hyaenodon besitzen sie sogar eine Gattung, welche noch Merkmale der fleischfressenden Beuteltiere aufweist. Typische K. sind Pterodon und Proviverra.

Kreole (vom span. criollo), im weitesten Sinne ein im Lande geborenes Individuum fremder Rasse. Deshalb heißt auch der in den amerik. Kolonien geborene Neger ungemischten Blutes K. im Gegensatz zu dem eingeführten Neger (in Brasilien Negro de nação). Im besondern versteht man jedoch unter K. in den ehemaligen franz., span. und portug. Kolonien Amerikas sowie auch Afrikas (Guinea) und Ostindiens die Eingeborenen von rein europ. Blute (sangre azul) im Gegensatz zu den in Europa selbst geborenen Einwanderern, die in dem ehemaligen span. Amerika Chapetones (s. d.), in Mexiko gewöhnlich Gachupines (s. d.), in Brasilien Portoguezes legitimos oder Filhos de reino genannt werden. In Brasilien haben sich die eingeborenen Weißen den Namen Brasileiros beigelegt. - Vgl. Ölsner-Monmerqué, Der K. (Berl. 1818).

Kreolische Sprachen, die aus der Vermischung der roman. Sprachen oder auch der holländischen oder englischen mit den Sprachen der Eingeborenen in Afrika, Asien und Amerika entstandenen Sprachen.- Vgl. Thomas, The theory and practice of Creole grammar (Port of Spam 1869); Saint-Quentin, Introduction à l'histoire de Cayenne. Étude sur la grammaire créole (1872); Coelho, Os dialectos romanicos ou neo-latinos na Africa, Asia e America (Lissab. 1881); Schuchardt, Kreolische Studien (Heft 1-9, Wien 1883-91).

Kreon, Sohn des Menoikeus und Bruder der Iokaste, der Gemahlin des Laïos, Königs von Theben. Als Oidipus die Sphinx getötet hatte, trat K. an ihn und Iokaste die Herrschaft ab, welche ihm nach des Laïos Ende zugefallen war, übernahm sie aber wieder nach dem Tode des Eteokles. Sein grausames Verbot, die Leiche des Polyneikes zu bestatten, hatte die gänzliche Verwaisung seines Hauses zur Folge. (S. Antigone.)

Kreophag (grch.), Fleischesser.

Kreosol, der Methyläther des Homobrenzkatechins, C6H3(CH3)·(OH)·(OCH3), eine dem Guajakol (s. d.) ähnliche Flüssigkeit, die sich im Buchen-Holzteer und besonders im Kreosot (s. d.) vorfindet. K. siedet bei 220°, reduziert Silbernitrat beim Erwärmen und färbt sich, wie alle Derivate des Brenzkatechins, durch Eisenchlorid grün.

Kreosot, eine vom Freiherrn von Reichenbach zuerst 1832 aus Buchenholzteer dargestellte Substanz. Reines K. ist vollkommen farblos, stark lichtbrechend, riecht eigentümlich und durchdringend und schmeckt brennend aromatisch; an der Luft und am Lichte färbt es sich etwas. Es siedet bei 219° C., löst sich in 120 Teilen Wasser und mischt sich mit Äther, Alkohol, Eisessig und alkalischen Laugen. K. vermag die Fleischfaser vor Fäulnis zu schützen (daher sein Name vom grch. kréas, Fleisch, und sōzein, erhalten). Seine Anwesenheit im Holzrauche sowie in der durch trockne Destillation des Holzes erhaltenen Flüssigkeit (Holzessig, Teerwasser) ist auch der Grund, weshalb sowohl durch das Räuchern als durch das Bestreichen mit Holzessig (Schnellräucherung) Fleisch konserviert werden kann. Das echte K., so wie es in den rhein. Fabriken dargestellt wurde, ist ein Gemenge von gleichen Teilen Kreosol (s. d.) und Guajakol (s. d.) und findet gegenwärtig medizinisch vielfach Anwendung bei Lungentuberkulose. Das bei der Destillation der Braunkohle und des Torfs behufs der Darstellung von Paraffin und Solaröl in großer Menge sich bildende Braunkohlenkreosot, das jedoch im wesentlichen aus Carbolsäure besteht, wird zum Desinfizieren, zum Imprägnieren (Kreosotieren) von Eisenbahnschwellen und Grubenhölzern u. s. w. verwendet. Auch wird die Natriumverbindung des Braunkohlenkreosots mit Erfolg auf Leuchtgas (Kreosotgas) verarbeitet.

Meistens bezeichnet man heute als K. das Gemenge von Phenolen und ihren Äthern, das man aus dem Holzteer durch Behandlung mit Ätznatron gewinnt und aus den hierbei entstehenden Natriumsalzen durch Säuren abscheidet. Es besteht aus Phenol, Parakresol, Phlorol, Guajakol, Kreosol, Methyläthern des Pyrogallols u. s. w. Dieses Gemenge siedet zwischen 180 und 300° und kann durch fraktionierte Destillation in die einzelnen Bestandteile zerlegt werden. - Oft bedeutet der Name K. auch einfach rohe Carbolsäure.

Krepieren (lat.), bersten, platzen (von Hohlgeschossen infolge der Sprengladung, s. d.); elend umkommen, sterben (vom Vieh).

Krepostnyje ljudi (russ.), wörtlich: die an die Scholle gebundenen Leute, daher die Leibeigenen; Krepostnoje prawo, die Leibeigenschaft.

Krepp (frz. crèpe), s. Flor; über das Verfahren zur Herstellung von K. s. Kreppen.

Kreppbilder, Bilder, die auf weißer Seide mit feinen seidenen, aus Krepp gezogenen schwarzen Fäden gestickt werden und Kupferstichen ähnlich sind.

Kreppen oder Krausen, Appreturverfahren für dünne Seiden- und Kammwollgewebe, bei dem diesen durch wiederholtes Stauchen der Schuß- und Kettenfäden eine rauhe, krause Beschaffenheit erteilt wird und die Gewebe glanzlos und stark elastisch werden. Im allgemeinen sind zwei Verfahren bekannt. Nach dem einen, in Japan heimischen, 1822 bekannt gewordenen Verfahren werden die den Eintrag des Gewebes bildenden Rohseidenfäden vor dem Verweben noch besonders teils rechts, teils links so stark gedreht, daß sie eine bleibende Streckung erfahren. Durch Behandlung des Gewebes, in dem die so vorbereiteten Schußfäden mit verschiedener Drehungsrichtung abwechseln, mit siedendem Wasser, suchen die Fäden wieder ihre ursprüngliche Länge anzunehmen und erleiden hierbei infolge der gegenseitigen Bindung von Kette und Schuß die beabsichtigte Längenstauchung. Das Gewebe schrumpft dabei um 20-30 Proz. in der Breite, um etwa 10 Proz. in der Länge zusammen. In Europa wird das K. leichter Seiden- und Kammwollstoffe dadurch bewirkt, daß das Gewebe wiederholt über einen mit Haarfell bekleideten Tisch gezogen oder das auf einem glatten Tisch ruhende Gewebe wiederholt mit einem Haarfell gestrichen wird. Auch sind auf diesem Princip beruhende Maschinen (Kreppmaschinen) zur Anwendung gekommen.

Kresilas, griech. Bildhauer aus Kydonia auf Kreta, war zur Zeit des Phidias in Athen thätig. Gerühmt wird namentlich seine Statue des Perikles, von welcher Nachbildungen in zwei Hermen (im Britischen Museum und im Vatikan) erhalten sind. (S. Tafel: Griechische Kunst II, Fig. 12.)

^[Artikel, dir man unter K vermißt, sind unter C aufzusuchen.]