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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Laubfroschfingler; Laubgrün; Laubheuschrecken; Laubhölzer; Laubhüttenfest; Laubkäfer

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Laubfroschfingler - Laubkäfer

in über 120 Arten besonders in den Tropen verbreitet; in Europa findet sich nur die folgende Art, die nördlich bis Norddeutschland, südlich bis Algier und Tunis und östlich bis Japan vorkommt.

Der europäische Laubfrosch (Hyla arborea L., s. Fig. 4) wird bis 4 cm lang, ist oben lebhaft grün, unten gelblichweiß, von den Schläfen verläuft die Seiten entlang bis zu den Hinterfüßen ein gelber, violettschwarz eingefaßter Streifen. Er überwintert bei uns bis gegen Ende April im Schlamme der Gewässer. Häufig wird er in der Stube in Gläsern gehalten als (übrigens ziemlich unzuverlässiger) Wetterprophet. Bei Witterungswechsel, aber nicht bloß bei drohendem Regen, läßt er seine Stimme lauter und anhaltender erschallen. Die jungen L. leben als Kaulquappen im Wasser und erlangen erst zu Anfang des fünften Monats die schwanzlose Gestalt. Tropische Formen sind Pérons Laubfrosch (Hyla Peronii, s. Tafel: Frösche und Kröten I, Fig. 1) und Prostherapis femoralis (s. Fig. 5).

Zu den L. gehören auch die Taschenfrösche (Nototrema), eine aus 4 Arten bestehende südamerik. Laubfroschgattung, bei denen die Weibchen auf dem Rücken einen Schlitz tragen; dieser führt in eine ungefähr 1 cm tiefe Tasche, in die vom Männchen nach der Begattung die Eier gebracht werden, die dann hier ihre Entwicklung durchmachen. Die bekannteste Art (Nototrema marsupiatum Dum. et Bibr., s. Taf. II, Fig. 1) wird gegen 6 cm lang, ist oben blaugrün mit gelben in Zickzack laufenden Längslinien, schwankt sehr in der Färbung.

Laubfroschfingler, s. Hylaedactylidae.

Laubgrün, s. Chromgrün; auch soviel wie Beerengrün (s. d.).

Laubheuschrecken, Heupferde (Locustidae), eine Familie der eigentlichen Geradflügler (s. d.), haben borstenförmige, den Körper an Länge übertreffende Fühler, zu Springbeinen entwickelte Hinterbeine und viergliedrige Füße. Flügeldecken und Flügel sind fast immer vorhanden. An der rechten Flügeldecke findet sich beim Männchen eine von einem starken Ring umgebene, dünnhäutige Stelle, die als Zirporgan dient; eine feingekerbte Leiste der linken Flügeldecke wird gegen den Ring gestrichen. In den Schienen der Vorderbeine liegt das Gehörorgan in Form einer häutigen Blase, über die eine feine Haut straff ausgespannt ist. Die L. leben auf Sträuchern und Bäumen, auch im Grase und nähren sich meist von andern Insekten, die sie geschickt mit den Vorderbeinen fangen; manche fressen nebenbei Pflanzenteile, wenige ausschließlich. Die Weibchen bringen mit ihrer langen Legeröhre die Eier haufenweise in der Erde unter. Die ansehnlichste einheimische Art ist das grüne Heupferd (s. d.). Hierher gehört auch die dunkle Scaphura Vigorsi Kirb. (s. Tafel: Insekten I, Fig. 4) aus Brasilien.

Laubhölzer, die Holzarten, die keine Nadeln und Zapfen, wie unsere gewöhnlichen Nadelhölzer (s. d.), sondern Laub, d. h. breite Blätter besitzen, und sehr verschiedenartig gestaltete Blüten und Früchte tragen. Wissenschaftlich kann man unter diesem Namen alle dikotylen Holzgewächse, gleichviel ob Bäume, Sträucher oder zwerghafte Halbsträucher, zusammenfassen, die sich von den Nadelhölzern durch den anatom. Bau der Blätter, des Holzes und durch Blüten und Früchte unterscheiden. Die Form der Blätter ist nicht maßgebend, denn es giebt auch L. mit nadel- und schuppenförmigen Blättern (z. B. verschiedene Heiden, Tamarisken, Empetrum u. a.), sowie Nadelhölzer mit breiten Blättern, z. B. die Andentanne (s. Araucaria), der japan. Gingkobaum. Das Holz der L. besteht aus Gefäßen, verschieden gestalteten Holzzellen und Markstrahlzellen, das der Nadelhölzer fast nur aus Tracheiden (s. d.) und Markstrahlzellen. Die Blüten der L. sind zwar häufig wie bei den Nadelhölzern eingeschlechtig, doch sind stets die Staubgefäße mit wirklichen Staubbeuteln, die weiblichen Blüten mit einem echten Stempel begabt, dessen Fruchtknoten die Samenknospen einschließt und sich daher zu einem Samen enthaltenden Fruchtgehäuse zu entwickeln vermag. Die L. schlagen nach dem Abhieb des Stammes aus dem Stocke in der Regel aus, weil sie das Vermögen besitzen, schlafende Augen und sog. Adventivknospen (s. Knospe) zu entwickeln, was den Nadelhölzern meist abgeht. Nach der Lebensdauer der Blätter zerfallen die L. in blattwechselnde oder sommergrüne und in blattbehaltende oder immergrüne. (S. Baum, Bd. 2, S. 520 a.) Hierzu die Tafeln: Laubhölzer: Waldbäume I-VI; zur Erklärung vgl. Ahorn, Pappel, Hornbaum, Birke, Eiche, Ulme, Buche, Linde, Erle, Esche, Eberesche, Weiden. - Vgl. Dippel, Handbuch der Laubholzkunde (3 Tle., Berl. 1889-93).

Laubhüttenfest, Hüttenfest (hebr. Sukkôth oder Chag has-sukkôth, in der Gesetzgebung des Deuteronomiums (s. d.) und des Priestercodex Name des dritten der großen jüd. Feste, in der jahwistischen Gesetzgebung Asiph- oder Herbstlesefest, sonst auch bloß "das Fest" genannt. Es ist das Fest der Obst- und Weinernte. Sukkothfest heißt es nach der Sitte, dabei in Lauben zu wohnen, die man auf Dächern, in Höfen, Straßen und auf Plätzen aus grünen Zweigen erbaute. Dieses wird im Priestercodex 3 Mos. 23 befohlen und ist so nach dem Zeugnis von Nehemia 8, 13 fg. zum erstenmal nach dieser Vorschrift 444 v. Chr. in Jerusalem begangen worden. Doch ist diese Sitte an andern Heiligtümern als Jerusalem vielleicht schon in vorexilischer Zeit herkömmlich gewesen. Nach vorexilischer Sitte (vgl. 5 Mos. 16, 13 fg.) dauerte das L. sieben Tage, nach 3 Mos. 23 vom 15. des 7. Monats (Tischri) an. Doch ist dort schon von späterer Hand ein achter Festtag hinzugefügt, den der Priestercodex auch 4 Mos. 29, 35 fordert. Schon Nehemias Zeitgenossen haben nach Neh. 8, 18 diese Bestimmung in 3 Mos. 23 gefunden und danach auch den achten Tag (23. Tischri) gefeiert. Einzelne Festgebräuche, wie das Tragen einer Citrone oder Orange in der linken und eines mit Weiden- und Myrtenbüscheln umgebenen Palmzweigs in der rechten Hand, die Libation mit Wasser aus dem Teiche Siloah, die Illumination des Vorhofs der Weiber und der Fackeltanz der Männer am Ende des ersten Festtags, scheinen erst später aufgekommen zu sein. Das Fest wird gegenwärtig noch von den Israeliten und zwar mit gewissen Beschränkungen begangen. (S. auch Simchat Thora.)

Laubkäfer (Phyllopertha), ein über die Alte Welt verbreitetes Geschlecht der Blatthornkäfer. Am bekanntesten ist der Rosenlaubkäfer (Phyllopertha horticola L., s. nebenstehende Abbildung) oder Gartenlaubkäfer, von 9 bis 10 mm Länge, metallisch grünschwarz mit braunen Flügeldecken, der im Mai und Juni oft in großen Mengen erscheint und besonders den Rosenblüten schädlich wird. L. wird auch bisweilen der Maikäfer (s. d.) genannt.