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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Lebrun; Lebú; Lebus; Lecanĭum ilĭcis; Lecanōra

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Lebrun (Elisabeth Louise) - Lecanora

die Übersetzung von Tassos «Befreitem Jerusalem» (2 Bde., 1774; 2. Aufl., Par. 1840) sowie Homers Iliade (3 Bde., 1776; 2. Aufl., 2 Bde., 1809). In Coutances wurde ihm 1847 ein Bronzestandbild gesetzt.

Sein ältester Sohn, Anne Charles L., Herzog von Piacenza (geb. 1775, gest. 1859), folgte seinem Vater in der Pairswürde und gab dessen «Mémoires» (Par. 1829) heraus.

Lebrun (spr. -bröng), Elisabeth Louise, geborene Vigée, Bildnismalerin, geb. 16. April 1755 zu Paris, erhielt Unterricht in der Malerei bei Doven, Greuze und Jos. Vernet, heiratete den Kunsthändler L. (gest. 1813), erwarb sich einen Ruf durch ihre Bildnisse in Öl und Pastell und wurde 1783 Mitglied der Akademie. Während der Französischen Revolution (bis 1801) bereiste sie Italien und die europ. Hauptstädte; später verweilte sie drei Jahre in England, bereiste Holland und die Schweiz, lebte seit 1809 in Paris, wo sie 30. März 1842 starb. Ihre gefällig gemalten Bildnisse (über 600) befinden sich meist im Privatbesitz, 6 im Louvre (darunter ihr Selbstbildnis mit ihrer kleinen Tochter), in Versailles (Marie Antoinette mit ihren drei Kindern), in Madrid (Marie Karoline, Gemahlin König Ferdinands Ⅳ. von Neapel); ein anderes Selbstbildnis ist in den Uffizien in Florenz. Sie veröffentlichte: «Souvenirs» (3 Bde., Par. 1835–37).

Lebrun (spr. -bröng), Karl Aug., Schauspieler und dramat. Dichter, geb. 8. Okt. 1792 zu Halberstadt, ging 1809 in Dessau zum Theater über. Er erwarb sich rasch einen Namen und war nacheinander in Memel, Würzburg (1812–15), Mainz (1815–17) und seit 1817 in Hamburg thätig. Hier führte er 1827–37 mit F. L. Schmidt die Direktion des Stadttheaters. Später trat er nur noch als Gast an verschiedenen Orten auf. Er starb 25. Juli 1842 zu Hamburg. L. leistete namentlich in feinkomischen Charakterrollen Außergewöhnliches. Auch seine Bearbeitungen ausländischer Dramen und seine eigenen Schauspiele sind verdienstliche, vorzugsweise bühnengerechte Arbeiten.

Lebrun (spr. -bröng), Ludw. Aug., Oboespieler, Gemahl von Franciska Danzi, s. Danzi, Franz.

Lebrun (spr. -bröng), Pierre Antoine, franz. Dichter, geb. 29. Nov. 1785 zu Paris, wurde wegen einer Ode auf die große Armee nach der Schlacht bei Austerlitz vom Kaiser mit einem Jahresgehalt von 1200 Frs. belohnt und schrieb noch einige patriotische Oden und Tragödien im Stil der klassischen Überlieferung. Später wurde er wegen seiner Tragödie «Marie Stuart» (1820), einer in Rücksicht auf den die franz. Bühne beherrschenden Geschmack ausgeführten Bearbeitung von Schillers «Maria Stuart», von den Romantikern als einer der Ihren gefeiert. Wegen einer Ode auf den Tod Napoleons Ⅰ. verlor L. (1822) sein Jahresgehalt und seine Stelle in der Steuerverwaltung. Die Anerkennung der jüngern Generation erwarb L. durch die Dichtung «Voyage en Grèce» (1828). 1828 wurde er Mitglied der Akademie. Durch seinen Einfluß kam V. Hugo 1841 in die Akademie. L. war unter der Juliregierung Pair (1839), unter Napoleon Ⅲ. (1853) Senator. Er starb 27. Mai 1873 zu Paris. Seine «Œuvres» sind gesammelt in 5 Bänden (Par. 1844–63).

Lebrun (spr. -bröng), Ponce Denis Ecouchard, genannt Lebrun-Pindare, franz. Dichter, geb. 11. Aug. 1729 zu Paris, machte sich als Geheimsekretär ^[Spaltenwechsel] des Prinzen Conti 1760 weltbekannt durch eine Ode an Voltaire, worin er diesen ersuchte, sich einer Mademoiselle Corneille, die von dem großen Tragiker abstammte, anzunehmen. L.s Bestreben war es, inmitten der geistreichen Zierlichkeit und schwächlichen Empfindlichkeit seiner litterar. Umgebung, sich der «großen Poesie» zu widmen, dem Erhabenen und Großartigen nachzugeben und so zur Unsterblichkeit zu gelangen. So wurde L. nicht der korrekteste, aber der energischste Dichter in der Ausbildung und Ausnutzung des von Malherbe und Rousseau überlieferten Odenstils und der dritte sog. Klassiker dieser Gattung. Aber auch er ist vorzugsweise Wort- und Verskünstler und, ungeachtet naturphilos. Anläufe, arm an Gedanken. Außer den Oden schrieb L. Elegien ohne tiefe Empfindung, zwei unvollendete Lehrgedichte («La nature» und «Les veillées du Parnasse») und eine Reihe vortrefflicher, beißender Epigramme. Durch widrige Verhältnisse in Not geraten, wurde er von Ludwig ⅩⅥ. mit einer Pension unterstützt; nach der Revolution verkündete er Robespierres Lob und ließ einige Jahre später seine patriotische Muse in den Dienst Bonapartes treten, der ihm als Konsul ein Jahresgehalt von 6000 Frs. gewährte. L. starb 2. Sept. 1807 zu Paris. Seine «Œuvres complètes» gab Ginguené heraus (4 Bde., Par. 1811).

Lebrun (spr. -bröng), Theodor, Schauspieler, geb. 14. Jan. 1828 zu Kornitten bei Königsberg, studierte in Berlin Medizin, ging aber 1848 in Thorn zur Bühne, spielte in verschiedenen Städten und übernahm 1865 die Leitung des Rigaer Theaters, die er bis Mai 1868 führte. Hierauf wurde L. Direktor des Wallner-Theaters in Berlin, das ihm eine neue Blüteperiode verdankt und auf dem er neben der bis dahin meist gepflegten Posse auch das Lustspiel heimisch machte. 1886 ging er als Regisseur an das Hamburger Thaliatheater. Als Schauspieler genoß L. den Ruf eines vorzüglichen Charakterdarstellers, der auch im klassischen Drama Bedeutendes leistete. Seit 1893 lebte er in Hirschberg in Schlesien, wo er 9. April 1895 starb.

Lebú, Hauptstadt der chilen. Provinz Arauco, am Südufer des Flusses L. kurz vor seiner Mündung, hat (1885) 2699 E., einen bei heftigen Nordwinden gefährlichen Hafen, Ausfuhr von Kohlen und Lingueborke. Die Bahn nach Concepcion ist im Bau.

Lebus. 1) Kreis im preuß. Reg.-Bez. Frankfurt, hat 1574,29 qkm, 1890: 92404, 1895: 91096 E., 6 Städte, 127 Landgemeinden und 80 Gutsbezirke. Sitz des Landratsamtes ist Seelow. – 2) Stadt im Kreis L., an der Oder und am Abfall des Barnim-Lebuser Plateaus, an der Linie Frankfurt a. O.-Cüstrin der Preuß. Staatsbahnen, hat (1890) 2570, (1895) 2497 meist evang. E., Post, Telegraph; Zuckerfabrik, Dampfmühle und Kalkbrennerei. L. war seit 1325 Sitz eines Bistums, das anfangs unter Magdeburg, später unter Gnesen stand. 1385 verlegte der Bischof seinen Sitz nach Fürstenwalde. Das Bistum wurde 1555 dem Markgrafen Joachim Friedrich übertragen und von diesem 1598 säkularisiert. – Vgl. Wohlbrück, Geschichte des ehemaligen Bistums L. (3 Tle., Berl. 1829–32); Breitenbach, Das Land L. unter den Piasten (Fürstenwalde 1890).

Lecanĭum ilĭcis L., s. Kermes.

Lecanōra Ach., Kuchen- oder Schüsselflechte, eine Gattung Krustenflechten (s. Flechten) mit schüsselförmigen Apothecien, deren Arten teils