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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Madfaa; Madhura; Madi; Madi; Madia; Madiaöl; Madischa; Madison; Madison (James); Madiun; Mädler

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Madfaa – Mädler

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Madeyski von Poraj'

ernannt war, wurde er 1870 unter dem Ministerium Potocki in das galiz. Departement im Justizministerium berufen, nahm aber 1871, als die Deutschliberalen in dem Ministerium Auersperg wieder ans Ruder kamen, seinen Abschied aus dem Staatsdienst und ließ sich 1872 in Liszki bei Krakau als Notar nieder. 1876 siedelte er nach Brzcsko über, 1879 habilitierte er sich in Krakau als Privatdocent des österr. Civilrechts, 1885 wurde er wieder in das Justizministerium und 1886 als Professor nach Krakau berufen. Schon 1879 war M. in das Abgeordnetenhaus des Reichsrats gewählt worden, seit 1883 gehört er auch dem galiz. Landtag an. In dem Koalitionsministerium Windisch-Grätz verwaltete M. 1893–95 das Kultus- und Unterrichtsministerium. M. verfaßte mehrere rechtswissenschaftliche Werke und die polit. Broschüre "Die deutsche Staatssprache" (Wien 1884).

Madfaa, s. Geschütz (Bd. 7, S. 908b).

Madhura, indobrit. Stadt, s. Madura.

Madi, Pflanze, s. Madia.

Madi, A-Madi, Negervolk, Niloten, wohnhaft im Quellgebiet des Uëlle (Kibali) zwischen den Lur am Albertsee imd den Niam-niam im Norden. In ihrer Erscheinung und in ihren Sitten zeigt sich eine große Ähnlichkeit mit den Bari; sie sind ein hübscher Menschenschlag, von hellschokoladenbrauner Farbe und guter Muskelentwicklung, wenig prognath. Beschneidung wird nicht geübt, dagegen werden die vier untern Schneidezähne ausgeschlagen und die Unterlippe durchbohrt. Die M. sind Ackerbauer und wohnen in pilzförmigen Strohhütten. Nach Emin Pascha wanderten die M. von Nordwesten ein.

Madĭa Mol., Pflanzengattung aus der Familie der Kompositen (s. d.) mit nur wenigen ausschließlich amerik. Arten, einjährigen Gewächsen mit ganzrandigen Blättern und gelben Blütenköpfchen. Die Stengel sind meist drüsig-zottig behaart und sehr klebrig. Von ihnen wird die ölgebende Madia (M. sativa Mol.) in Chile, wo die Pflanze einheimisch ist und Madi oder Melosa genannt wird, häufig als Ölpflanze angebaut (s. Madiaöl).

Madĭaöl, das durch Auspressen der schwach gerösteten Samen von Madia sativa Mol. (s. Madia) gewonnene fette Öl. Im rohen Zustande ist es dickflüssig, wird jedoch durch Raffinieren mit Schwefelsäure dünnflüssig, ist von mildem, angenehmem Geschmack und Geruch. M. wird als Speiseöl und zur Seifenfabrikation benutzt. Es erstarrt erst bei sehr niederer Temperatur.

Madischa, Ort in Afrika, s. Mogdischu.

Madison (spr. mäddiß'n), Orte in den Vereinigten Staaten von Amerika, darunter:

1) Hauptstadt des County Jefferson in Indiana, zwischen Cincinnati und Louisville, rechts am Ohio, mit (1890) 8936 E.; Fabrikation von Stärke, Mehl, Bier und Wollwaren. –

2) Hauptstadt des Staates Wisconsin im County Dane, 125 km westlich von Milwaukee, zwischen den Seen Mendota und Monona, in der Nähe der Seen Kegonsa und Waubesa, Eisenbahnknotenpunkt, hat (1890) 13426 E., ein Staatskapitol mit weißem Marmordom, Gerichtshof, Staatsbibliothek, Universität von Wisconsin (1100 Studierende) mit der Washburn-Sternwarte, Irrenanstalt, ein norwegisches theol. Seminar; Fabrikation von Ackerbaugeräten, Cigarren und Mehl. –

3) Hauptstadt des County Lee, s. Fort Madison.

Madison (spr. mäddiß'n), James, vierter Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ↔ (1809–17), geb. 16. März 1751 zu Port-Conway (Virginia), besuchte das Princeton College, studierte später die Rechte und Theologie, wurde 1780 Mitglied des Kontinentalkongresses und erwarb sich die größten Verdienste um die Abfassung und Annahme der Verfassung; 1801 wurde er Staatssekretär (unter Jefferson) und 1809 Präsident. Er verbot allen Verkehr mit England und Frankreich, solange diese Staaten die seit 1807 den Handel der Neutralen störenden Verfügungen aufrecht erhalten würden. Als die franz. Regierung die beschränkenden Verordnungen zurücknahm, eröffnete M. die Verbindung mit Frankreich wieder, während die Mißhelligkeiten mit England 1812 zum Kriege führten. Nach Ablauf seiner ersten Amtsperiode wurde M. wiedergewählt und bewährte sich in diesem kritischen Zeitpunkt, besonders bei der Verbrennung der Bundesstadt Washington durch die Engländer, mit männlichem Mut. Er ergriff so kräftige Maßregeln, daß die Amerikaner in kurzer Zeit ein Übergewicht, besonders durch einige glückliche Vorfälle in Canada und durch die Tapferkeit der amerik. Seemacht, erhielten, so daß der 24. Dez. 1814 zu Gent geschlossene Friede den Zustand vor dem Kriege wiederherstellte. Hierauf bemühte sich M. mit Erfolg, den Wohlstand der Vereinigten Staaten zu heben. Am 1. März 1817 unterzeichnete er die Navigationsakte; drei Tage nachher legte er seine Stelle nieder. Er starb 28. Juni 1836 auf seinem Landsitze Montpellier in Virginien. Auf Veranlassung des Kongresses gab Gilpin «The Madison Papers» (3 Bde., Boston 1840), eine Reihe polit. und staatswissenschaftlicher Schriften M.s, heraus. – Vgl. Rives, History of the life and times of James M. (3 Bde., Boston 1859-69); ders., Letters and other writings of James M. (4 Bde., Philad. 1865); Gay, James M. (Boston 1884).

Madiun, Residentschaft im östl. Dritteil der niederländ. Insel Java im O. des Vasallenstaates Surakarta, hat 5903 qkm und (1893) 1070074 E., darunter 1276 Europäer und 3904 Chinesen. Der Boden besteht in niedrigem, nur stellenweise zu leichten Hügel- und Gebirgsketten sich erhebendem Flachlande. Unweit der Ostgrenze der 2551 m hohe Vulkan Wilis und gegen Surakarta der Lawu (3236 m). Der Hauptort liegt an der Eisenbahn Surakarta-Surabaja. Hafenplatz ist Patjitan.

Mädler, Joh. Heinr. von, Astronom, geb. 29. Mai 1794 zu Berlin, widmete sich dem Lehrfache, studierte seit 1822 Naturwissenschaften, insbesondere Astronomie, und wurde 1830 Lehrer am königl. Lehrerseminar zu Berlin. Seit 1828 stellte er mit Wilh. Beer Beobachtungen auf der von letzterm bei Berlin errichteten Sternwarte an, die hauptsächlich die Beschaffenheit der Oberfläche der Planeten und des Mondes zum Gegenstand hatten. Nachdem M. 1836 eine Stellung als Gehilfe an der neuerbauten Sternwarte zu Berlin erhalten, ward er 1837 Professor und folgte 1840 einem Rufe als Professor der Astronomie und Direktor der Sternwarte nach Dorpat. 1858 zum Wirkl. Staatsrat ernannt, nahm er 1865 seine Entlassung, kehrte nach Deutschland zurück und starb 14. März 1874 in Hannover. Von besonderer Bedeutung für die Himmelskunde war die von ihm und Beer herausgegebene große Mondkarte (4 Blatt, Berl. 1834–36) und die ihr zur Erläuterung dienende gleichfalls mit Beer herausgegebene «Allgemeine Selenographie» (2 Bde., ebd. 1837). Seine Arbeiten

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 448.