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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Maibaum - Maifest
durch das Scheitern des Verfassungswerkes der,
Frankfurter Nationalversammlung. Mit preuß. ^
Hilfe wurde der Aufstand in Dresden schon 9. Mai,
in Baden und der Pfalz im Juni überwältigt. lS.
Sackseu, Königreich, und Baden, Bd. 2, S. 266.)
Maibaum, s. Ataifest.
Maiblümchen, s. (^ouvalwi-i^
Maiblume, s. 'lai-ax^cuin und 1'o1v"-c>i^wiu.
Maibowle, s. Maitrank.
Maibrunnen, s. Quellen.
Maidan, Meid an (arab.), großer Platz, Markt-
platz, Nennbahn, .historisch bekannt ist besonders der
At-Meidan in Konstantinopel (s. Rennbahn).
AlHiavn (engl., spr. mehd'n, d. b. Jungfer), im
Rennsport ein Pferd, das noch kein öffentliches Ren-
nen gewonnen hat. Ein Pferd, das einen NlUcii
(s. d.) gewonnen hat, bleibt trotzdem ^1. Maiden-
erlaubnis ist das Hitindergewicht, welckes >l.
andern Pferden gegenüber im Rennen tragen.
Maidenrennen sind Renueu, an denen nnr ^1.
teilnehmen dürfen. N^iäeniiäer (spr. -reid-) ist ein
Rennreiter, der nock keinen Sieg auf öffentlicher
Bahn davongetragen hat. Ein Rennen nur für
solche Reiter heißt Ntiiäeiniäei-'s pilite.
MaidenEastle(spr.mehd'nkahftl),s.Dorckester.
Maidenerlaubnis, s. Nlliäon.
Maidenhead (spr. mehd'nhedd), Municipal-
borough in der engl. Grafschaft Berkslüre, reckts an
der Themse, 10 km im NW. von Windsor, in scköner
Lage, hat (1891) 10607 (5.; Handel mit Malz, Medl
und Bauholz. Gegenüber das Dorf Taplow.
Maidenrennen, s. N^iäLn.
Vl2.iÄsn 8PSV0I1 (engl., spr. mebd'n spihtsck),
Jungfernrede ls. d.).
Maidstone (spr. mehdst'n), Municipal- und
Parlamentsborough, Hauptort der engl. Grafschaft
Kent, liegt in fruchtbarer Gegend, 13 kw südlich
von Rochester, im E. der North-Downs, am Med-
way, der kleinen Schiffeu Zugang gewährt, von
Obstgärten, Hopfenpflanzungen und Gehölz um-
geben, hat (1891) 32150 E., eine schöne Kirche All
Eaints (14. Jahrh.) mit alten Grabdenkmälern, den
früher erzbischöfl. Palast, ein Museum, großes Gras-
schaftsgefängnis, Lateinschule, Gerichtshalle, Stadt-
haus und Kornhallen. M., ein Mittelpunkt des
engi. Hopfenhandels, treibt auch Handel mit Ge-
treide, Früchten und Holz. Man fertigt Filz, wollene
Decken und Hopfenfäcke. In der Nabe Papier-
mühlen, Steinbrücke, Reste einer Benedittinerabtei
bei Town Malling und der Herrensitz Leeds Eastle.
Maidu, s. Amerikanische Rasse (Bd. 1, S. 525 d).
Maien, von dem Monatsnamen Mai, nennt
man junge Bäume mit dem Schmuck der ersten im
Mai aufbrechenden Blättchen, vorzugsweise Birken,
anä^Linden, Eperberbäume und Fichten, die vor
die Thür gepflanzt werden, namentlich zur Pfingst-
zeit. Dieser Gebrauch ist in allen german. und
slaw. Landen heimisch gewesen und noch jetzt viel-
fach anzutreffen. (S. Maifest.)
Maienfeld. 1) Kreis im Bezirk Unterlandqnart
(s. Landqnart 2) des schweiz. Kantons Granbünden.
- 2) M., Mayenfeld, Stadt und Hanptort des
Kreises M., 2 1cm östlich von Ragaz an der Straße
über den Luziensteig, auf der rechten Seite des Rhein-
thals, an derLinicRorschach-ChurderVerein.Schwei-
zerbahnen, hat (1888) 1227 (5., darnnter 70 Katbo-
liken, Post, Telegraph, Pfarrkirche, alten, angeblich
von Konstantin d. Gr. erbauten Turm, ein verfal-
lenes Toggenburgsches Sckloft, bis 1795 '^itz der
bündnerischen Landvögte, stattliche Herrenhäuser,
ein Ratdaus; Viehzucht. Im Kreis M., der sog.
Herrschaft (Gemeinden At., Ieuins, Malans, Fläsch),
baut man namentlich bei Malans und Ienins den
besten Wein der Ostschwciz.
Maienlandsgemeinden, s. Landsgemeinden.
Maienwand, richtiger Maienwang (Wang
soviel wie Abbang), s. Grimsel.
Maier, s. Meier.
Maifeier, der " Weltfeiertag der Arbeiter" am
1. Mai jedes Iabres, verdankt seine Entstehung dem
Beschlusse des Internationalen Arbeiterkongresses
in Paris (Juli 1889). Ursprünglich hatten Fran-
zosen und Belgier beantragt, an einem und dem-
selben Tag eine allgemeine Niederlegung der Arbeit
zu organisieren; daraus ging der Beschluß einer
allgemeinen Manifestation für den Normalarbeits-
tass von 8 Stunden (8 Stunden Arbeit, 8 Stunden
Erholung, 8 Stunden Schlaf) hervor; den Parla-
menten der einzelneu Länder sollte die in Massen-
versammlungen am 1. Mai beschlossene Resolution
für den Acktstnndentag überreicht werden. Schon
die Vorbereitungen zu der ersten M. im I. 1890
führten zu Lobnkämpfen und Spaltungen innerhalb
der Parteien selbst. Unter dem Eindrnck der Agita-
tion für die M. batten sich aber auch die Arbeitgeber
in verschiedenen Ländern fester zusammengeschlossen,
, namentlich in Deutschland. Die erste M. verlief
! rubig und harmlos, uur vereinzelt kam es zu ernstern
! ')nsammenstößen. Fast nirgends fand eine Nieder-
j legnng der Arbeit statt, und die Ausstände der Ar-
beiter, die infolge Kontraktbrnchs entlassen worden
waren, verliefen für diese ungünstig,
l Im 1.1891 wurde die M. in den meisten Ländern
! an dem auf den 1. Mai folgenden Sonntag begangen.
! In Belgien brack infolge der M. ein heftiger Äus-
^ stand der Bergarbeiter aus, in Rom kam es zu einer
i anarchistischen Demonstration, und in Frankreich fand
! ein blutiger Zusammeustoß zwischen Bergarbeitern
! und Militär zu Fourmies statt. Die M. des 1.1892
verlief bedeutend rnhiger, da der 1. Mai auf eiuen
Sonntag fiel. Für Deutschland war von dem ersten
socialistischen Parteitag nach Aufhebung des Socia-
listengesetzes überhaupt die Losung ausgegeben, die
Arbeit mir da am I.Mai ruheu zu lassen, wo es obne
5vampf und .Nontraktbruch anginge. In den nächsten
Iabren wurde fast nirgends die Arbeit niedergelegt,
sondern die M. entweder uach Schluß der Arbeit am
1. Mai oder am darauffolgenden Sonntag begangen.
Maifeld, frank. Volksversammlung, s. Märzfeld.
Maifeld, der Grund, auf welchem ein Deich
stebt. Die Bezeichnung rührt daher, daß man den
Deick vielfach anf dem Landstreifen erbant hat, wel-
cher bei ablaufendem FrühJahrshochwasser wasser-
! srei wird. Infolgedessen wird für das eingedeichte
! Land vom Mai ab in der Regel eine natürliche Ab-
wässernng uack dem Flusse hin möglich, wogegen
dieses Land durch den Deich vor Sommerhockwasfer
geschützt ist. j^(s. d.).
Maifeld, Mayfeld, Landstrich in der Eifel
Maifeft, das altherkömmliche und volkstüm-
liche Fest, welches säst überall in Teutschland und
vielen außerdeutschen Ländern Anfang Mai ge-
feiert wird. Diese Feierlichkeit hat ihre Wurzel in
einem altbeidn. Feste, das zu Ehren der wieder er-
wachten Natur gefeiert wurde. Dreierlei tritt in
demselben bervor: der M aibaum, das M aifeuer,
der Maigraf oder Mai tönig. Am 1. Maitaq
oder zu Pfingsten lin Skandinavien 24. Inni) wird