Schnellsuche:

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

491
Maikong - Mailand
die auch in andern Weltteilen vertreten ist (z'. B. in
Nordamerika unter andern durch I'^lv^livll^ l i-initii
^,1-1-/5, s. Tafel: Käfer 1, Fig. 13). Engerlinge
beiften bei den Jägern auch die Larven der Rachen-
und Hautbremsen des Wildem.
Maikong, f. Savannenbund.
Maikönig, f. Maifest.
Mai-Kussa, Fluft in Nceuguinea, s. Barter.
NIa.11 (frz., spr. maj), früher sebr beliebtem Spiel,
von Karl V. wegen der damals gebräuchlichen über-
trieben boben Spieleinsätze verboten, von Lud-
wig XlV. sebr gern getrieben. Auf der 3, 4, oft
auch mebrere hnndert Schritte langen, ebenen, ineist
babn wurden l>^ 2 cm im Durchmesser ballende Bucks-
baumkugeln mittels eines hammerartigen bölzernen
Schlägels (mail) nach dem Ziele, einein kleinen
eisernen Bogen, getrieben. Wessen Kugel znerst
dieses Ziel durchlief, gewann den ausgesetzten Preis.
Die Spielbabn selbst hieft N. und danacb werden
in manchen Städten Frankreichs öffentliche Spazier-
gänge u. s. w. genannt, anf denen sich früber die
Spielbabn befand. In London geht der Name der
Straße 1':UI MM auf das Spiel zurück.
NI2.1I (engl., spr. mchl; vom frz. Xllll", s. d.), Fell-
eisen zur Beförderung der Postfachen, dann Poft
überbaupt; HIln1-8t6lim6i-, Poftdanipfer; >Iilil-ti-^in,
Postzug; Naii-coaen, Postkutsche: Name großer ge-
schlossener Luxuswagen für Viererzug mit Sitzen auf
dem Verdeck für 8-10 Personen, auch für Damen:
Mailacks e (auck Mallachse oder Mallpatentacksej,
die Acksenkonstruktion der engl. Postwagen.
Mailand, ebemals ein Herz ogtuin in ^beritalien,
wurde inl W. von Piemont und '))lontferrat, inr S.
von Genua, im O. von Parma, Mantua und Vene-
dig, im N. von den vier ital. Vogteien der Sckweiz
und von Graubünden begrenzt. Der erste, vom
König Wenzel 1395 ernannte "verzog war Man
Galeazzo Visconti (s. d.). Das Herzogtum bestand
damals aus den blübendsten lombard. Städten, in
welcken die Visconti teils durch Febden, teils durck
Begünstigung der Bürger und des Kaisers die
böckste Mackt erlangt hatten. Als der Mannsstamm
der Visconti 1447 erlosch, gelang es, obscbon Frank-
reich die näcksten Ansprüche anf M. batte, dock
dem Francesco Sforza (s. d.), dem Gemabl einer
natürlichen Tocbter des letzten Visconti. 1450 das
Land für sich und feine Familie zu erhalten. Doch
feit 149!) fing Ludwig XII. von Frankreich wieder
an, feine Ansprüche auf M. geltend zu macben, die
sein Nackfolger Franz I. nock eifriger verfocbt. So
war das Land nun abwechselnd im Besitze Frank-
reichs und der Sforza, bis Franz I. im Frieden zu
Madrid 152<; alle ital. Besitzuugen aufgeben muftte.
Als bierauf mit Francesco II. Sforza, der M. 152 l
vonl Kaiser Karl V. als Neickslebn erbalteil batte,
155)5 der'Vlannsstannn der Sforza ausstarb, gab
Karl V. M. seinem. Sohne Pbilipp II. von Spa-
nien. Nack dem Spanischen Erbfolgekriege kam es
17 l4 an Österreich. Inl Wiener Frieden von 1735
und im Wormser Vertrage von 174.^, wurden Teile
an Sardinien überlassen. lS. Mailand, Stadt.)
Mailand (ital. >Iil<nm; lat. ^I<>di<>Winnnj. 1)
Provinz des Königreichs Italien, in der Landschaft
^onlbardei, grenzt im N. an die Provinz (5omo, in:
W. an Novara, iin S. an Piacenza und Pavia, im
^. an Bergamo und Cremona, bat 2l"92 (nack
Strelbitfkij.';i4Z" (il<m mit (Il^i) 11I4l>l"I, nack
Berechnung vom .^I. De?. 1^l)4: 1^711l>1 (5., d. i.


D!!!!i!!!!l!!"!!!!^!!!!!!!

W

425 E. auf 1 <il<ni, und zerfällt in die 5 Krcife Ab-
biategrasso, Gallarate, Lodi, M. und Mon'.a mit
zusannnen 2l>7 Gemeinden. Das Land ist meist eben
und srucktbar und gebort znm größten Teile der Lom-
bardischen Ebene an, nur im N. siud Höhenzüge der
Alpenausläufer; es wird bewässert von den Flüssen
Lambro, ^lona, Seveso, an der Grenze von denr
Po, dem Tessin und der Adda, vor allem durch zabl-
reiche Kanäle. >?aupterwcrbsquellen sind Getreide-,
Reis-, Flacksbau, Viebulcht, Blltter- und Käseberei-
tung, Maulbeerbaum-, Seidenzucht, Obst- und Wein-
bau, serner Teidenwaren-, Papier-, Möbel-, Ma-
sckinen-,Woll- und Baumwollwarenfabrikation. Die
die Provinz durchziehenden (5'isenbahncn berübren die
Hauptstadt 'IN. (s^ unten). - ^) Hauptstadt der Prq-
vinz und des Kreises M. (491 :^3 E.), liegt iu 45" 25'
nördl. Br. und i)" 11/ östl. Länge
von Greenwick, in 123 in.yöhe,
in einer weiten fruchtbaren
(5bene, die im N. durch die Al-
pen begrenzt wird, am Flüsi-
cbon Olona und ist durch drei
sckon inl, Hitittelalter angelegte
sckiffbare Kanäle, den Naviglio
della '^tartefana mit der Adda,
dem (5omer See und dem Po,
den Naviglio Grande mit dem Tefsin und dem Lago
Maggiore und den Naviglio di Pavia mit Tessin lttld
Po verbunden, wierzu ein^tad tp lan nebst Ver-
zeicknis der Straften, öffentlichen Gebände u. s. w.)
Bevölkerung. M. bat (1<^l) :)2l<^3l> C., von
denen auf die innere Stadt (circondln-io inwi-no)
2l4<>!>1, anf die einverleibten Vororte (circonäln-io
^^t0ins> d(!i coii>i "anti) 107 835 (5. entfallen, nack
Berechnung vom 31. Dez. 1W4:434478(5'. und 7227
Militärpersonen. In Garnison liegen das 9., 1l)., 39.
uud 4<>. Infanterieregiment, das 9. und 18. Kaval-
lerieregiment, 1 Batterien reitende Artillerie, das
5. Alpenjägerregiment und 1 Traincompagnie.
Anlage, Straften. Die Altstadt bat teilweise
enge und unregelmäsiige Straften, dock sind in den
letzten Fabren dnrch Nicderlegnng ganzer Stadt-
viertel prächtige Straften geschaffen worden, z. B.
Via Dante. Die Vorstädte llwi^iii) werden nach den
Tboren <Porta Volta, Garibaldi, Nuova, Umberto,
Venezia, Sempione u. a.) benannt; Altstadt und
Vorstädte sind dnrch Kanäle sowie Straften- und
Promenadenringe eingeschlossen. Den Mittelpunkt
des Verkebrs bildet der Domplatz, in letzter Zeit be-
deutend erweitert und nach Plänen Mengonis von
Palästen umgeben.
Plätze, D en k m ä l er. Vor dem Dom steht das
Reiterstandbild Victor (5manuels II. (24. Juni 18W).
An den Domplatz stöftt nordwestlich die Piazza de'
^iercanti, der Mittelpunkt des alten M., früber durck
5 Tbore verfcklieftbar; auf der Piazza della Scala
stebt das 1,^72 erricktete Denkmal Leonardo da Vincis
Cesare da Sesto, Salaino und Boltraffio; auf der
Piazza San Fedele ein Denkmal Manzonis; auf der
Piazza Mentana ein Denknial für die Gefallenen
von Mentana (1<^8<>) von Luigi Belli; auf der Piazza
Beccaria ein Standbild des Necktsgelehrten Bec-
caria von l^randi l1871); auf dem Platze bei Porta
Vittoria < seit ^lärz 1895) das großartige von
Grandi modellierte Denkmal (Granitobelisk, von
fünf Frauengestalten unigeben) zur Erinnerung
an die Befreiung der Stadt von den Österreichern
(März 1818); im Hofe des Palastes des Senates