Schnellsuche:

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

537
Mänalos - Manche
Pflanzunasfähigen Männchen zum größten Teil tief
sammetschwarz mit lebhaft roten, orangen und gel-
ben Zeichnungen; meist ist der Kopf lebhaft bunt.
Mänalos, jetztHagiosIlias, 1981m hohes
Kalkgebirge in der Mitte Arkadiens, begrenzt die
Hochebene von Mantinea und Tegca im W.
Manäo, s. Amerikanische Nasse (Vd.1, S.526d).
Manaos, Hauptstadt des brasil. Staates Ama-
zonas, srüher Barra do Nio Negro, liegt am
Nio Negro, in 26 in Hohe, oberhalb von dessen
Mündung in den Amazonenstrom, 10 Längengrade
von der Mündung, 18 Längengrade von dem Aus-
tritt des Stroms aus den Anden, mitten im Vinnen-
lande,ist aber doch Seehafen, hat etwa 10000 E., auch
Deutsche, zahlreiche öffentliche Gebäude, neue Quai-
Anlagen, Wasserwerk, Lyceum, chem. Institut, ethno-
log. Museum, Bibliothek: Ausfuhr von Gummi
(1893: 4746 t) nach England, Nüssen (35 840 Iii)
und lebhaften Dampferverkehr. Eine Kabelverbin-
dung mit Para ist in Arbeit.
Manar, Manaar, kleine Insel an der Küste
von Ceylon, das südöstl. Eude der Adamsbrücke
ls. d.). Nach ihr ist der seichte Meerbusen zwischen
Ceylon und dem südl. Karnatak, in dem unter Auf-
sicht der brit. Negierung lebhafte Perlenfischerei
betrieben wird, benannt. '
Manärat, s. Minaret.
Manass arowar (sanskr. Nana^a-Zai-o^i-a),
See in Tibet, im SO. des Berges Kailas der Gan-
qrikette, liegt etwa unter 30" 8^ nördl. Br. und
Z1° 53' östl.L. DerWardschu-Purana erzäblt, daß
beim Niederfallen des Oceans vom Himmel auf den
Berg Meru (Kailas) das Wasser sich in vier Flüsse
teilte (Brahmaputra, Indus, Satladsch und, wie
man irrtümlich glaubte, Ganges) und vier Seen
bildete, Arunoda im O., Siloda im W., Mahab-
badra im N. und Nianassa im S.
Manafse, israel. Stamm. Sein Gebiet lag
nördlich vom Stamme Ephraim, südlich von der
Ebene Iesreel. Von Ephraim war er durch den
Bach Kana getrennt, doch besaft er südlich von die-
sem in dem Gebiete vonSichem eine ansehnliche En-
klave. Eine große Erweiterung erfuhr das ^tamm-
<^ebietM.s durch eine Nückwanderung manassitifcher
Geschlechter in das Ostjordanland, wo sie sich im
nördl. Teile Gileads und nördlich von diesem nieder-
ließen. In ältester Zeit scheint M. mit Ephraim
zusammen einen Stamm, das Haus Josephs, ge-
bildet zu haben. Daher haben sie nach der Sage
bei der Landverteilung nur ein Stammgebiet er-
halten und werden beide als Enkel Iaiobs, als
Söhne Josephs von der Ägypterin Asnath bezeich-
net. Der geschichtliche Hintergrund der Annahme,
daß M. der Erstgeborene Josephs gewesen sei, ist
wahrscheinlich dieKönigsherrschaft des Gideon (s. d.).
Manasse, der Sohn und Nachfolger des His-
lias, regierte etwa 697-642. Indem er treu zu
Assyrien hielt, herrschte unter ihm Frieden und
Wohlstand. Die religiöse Reform seines Vaters
Hiskias machte er rückgängig und führte den Kult
der Götter des Assyrischen Neichs offiziell im Salo-
monischen Tempel ein. Unter ihm erlebte die Kult-
stätte des Moloch imThale der Kinder Hinnom ihre
größte Blüte. Weil im Zusammenhang hiermit eine
mannigfache Mischung von Gedanken und Vräuckcn
isracl. und sremder Neligion stattfand, nennt man
seine Zeit die des Synkretismus. Nach den Prophe-
ten hat M. durch feine Abgötterei den (fast 60 Jahre
später erfolgten) Untergang des Staates verschuldet.
Die nacherilische Zeit konnte sich darein nicht finden,
daß ein solcher Ketzer ein langes und glückliches
Negiment geführt haben sollte, und erfand daher
die Legende von seiner Gefangenschaft in Vaby-
lonien, wo er sich bekehrte (2 Chron. 33,10 fg.).
Einen Vittpsalm, den der Chronist in seiner Quelle
nach Vers 18 sand, bat er weggelassen. Ein helleni-
stischer Jude hat dafür ein Gebet M. geschrieben,
das sich in der Vulgata in lat. übersetzuug findet
und auch von Luther unter die Apokryphen aufge-
nommen wurde. Unhistorifch ist auch die Erzählung
von Iesaias' Hinricktung unter M.
Manati, Säugetier, s. Lamantin.
AI"l.iioa.!iäo sital.), musikalische Vortragsbezeich-
nung: abnehmend.
Mancha (spr. -tscha), richtiger La Mancha, ist
der besonders durch Cervantes' Noman "Don Qui-
rote" bekaunt gewordene alte Name einer span. Land-
schaft. Sie umfaßt den südl. Teil des neucastilischen
Hochlandes zwischen Sierra Morena und den Montes
de Toledo und deren Fortsetzungen ostwärts bis zu
den Gebirgen von Cuenca und der Sierra de Alcaraz.
Sie hat bei 300 kin Länge von O. nach W. eine
mittlere Breite von 185 I<m. Von 1691 bis 1822
bildete sie eine besondere Provinz. Der geogr.
Begriff M. umfaßt ganz Ciudad-Real, das nock
deute vom Volke "Provincia de la M." genannt
wird, von Toledo den ö'stl. Teil, von Cuenca die süd-
westl., von Albacete die nordwestl. Bezirke. Auch
wird nocb die Alcarria, der honigreiche Teil von
Guadalajara mit Pastrana hinzugerechnet. Man
unterfcheidet die hohe M. von Villarrubia de los
Ojos am Guadiana bis nach Velmonte und Al-
caraz und die untere M., südwestlich davon, eiw
schließlich der Campos de Calatrava und Montiel.
Das Klima ist kontinental. An Wasser ist Mangel:
der Guadiana, Tajo und Iucar, welche sie im Ober-
lauf mit ihren Nebenflüssen durchschneiden, haben
nirgends Anlaß zu künstlicher Bewässerung gegeben.
Das Land ist in den Händen des alten Adels. Die
spärliche Bevölkerung (kaum 14 E. auf 1 hkin),
welche es strichweise bebaut, lebt meist arm in grö-
ßern Ortschaften zufammen. Die M. liefert vor-
treffliche Weine um Ciudad-Neal, um Valdepenas
und Manzanares, viel Getreide im Distrikt von
Ocana, beträchtliche Mengen Safran in Albacete,
außerdem Efparto und Honig sowie Maultiere und
Schafe. Berühmt ist der Bergbau auf Quecksilber
im SW. bei Almaden und Almadenejos.
Mancha-Neal (spr. -tscha), gewöhnlich La
Manchuela de Iaen, Hochebene nordöstlich von
Iaen. Die Stadt M. zählt (1887) 6059 E.
Manche, La (spr. mangsch, eigentlich "Ärmel"),
beißt im Französischen der Kanal (s. d.) zwischen
Frankreich und England. - Nach ihm ist das De-
partement La M. benannt, welches, die Halb-
insel Cotentin und die Landschaft Avranchin be-
greifend, vom Meere und von Calvados, Orne,
Mayennc und Ille-et-Vilaine begrenzt, 5928 <iknl
bedeckt und (1891) 513 815 E. zählt, d. i. 80 auf
1 hlilli und eine Abnahme von 1,35 Proz. gegen
1881. Es zerfällt in 6 Arrondisscments: St. Lö,
Avranches, Chcrbourg, Coutances, Mortain und
Valognes, in 48 Kantone und 643 Gemeinden.
Hauptstadt ist St. Lö. Die Küste ist sehr gegliedert
nnd bildet zahlreiche Buchten, besonders die von
Cberbourg. Das Innen ^ ne wellenförmige, von
Thälern durchschuittene l.'A" ', die nur bis 368 in
aufsteigt, ist teils fruchtb, rj^ teils mit Wiesen und