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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Menderes - Mendoza (Provinz)
linie Fröndenberg-Letmathe der Preuß. Staats-
bahnen, Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Hagen),
hat (1895) 7509 E. (1890: 0054, darunter 1063
Ooallgelische und 63 Israeliten), Postamt erster
Klasse, Telegraph, Fernsprechcinrichtung; Walzwerke
und Fabrikation von Messing- und Neusilberwaren,
Neit- und Fahrgeschirren, Reiseeffekten, Ketten und
Devotionalien.
Menderes, jetziger Name der Flüsse Mäander
(s. d.) und Skamander (s. d.).
Mendes, berühmte Stadt Ägyptens, ungefähr
in der Mitte des Delta am Nil gelegen: Ruinen
sind bei Tmai el-Amdid vorhanden. Die Stadt war
seit ältester Zeit berühmt als Kultusstätte eines
heiligen Ziegenbocks oder Widders. Ihr alter Name
ist Dedet. Später führte sie den Namen Pi-be-ucb-
dedet, "Haus des Widders, des Herrn von M.", aus
dem das griechische M. und das arab. Amdid ver-
kürzt ist.- M. (ägypt. Ve-neb-dedet, "Der Widder,
Herr von Dedct") beißt bei den Griechen auch der
heilige Bock der Stadt.
Mendes lspr. inangdäft), Catnlle, srauz. Schrift-
steller, geb. 22. Ätai 1811 zu Bordeaux, verfaßte
lyrische Gedickte: "?1ii1oin<^a." (1861), ferner die
Dichtungen "Ho8p6lu8" (1869), "I,a col^ro ä'un
lranc - tii'6ui'" ^1871), "(^ont68 ^)i(^u68)> (1872);
zahlreiche Romane und Novellen, wie "Iligtoires
6'3.IN0U1'" (1868) , "1^68 k0Ü08 ll1N0U1'0N868v (1877),
"I^H V16 6t 1a, inort (i'nn c1o>vn" (2 Tle., 1879),
"^l0H3ti'63 pari3i6N8" (2 Tle., 1882-85), "I^a ^1'6-
mioro irlHitro88L)), "I^i^oinino tont nn" (1887),
"I.'6nv6r8 ä68 feui1i68)) (1888), "I.'inüä6l6)) (1889),
"I^H f6MM6-0nt'HNv) (1891), "I^Ä IN638L 1'086" (1892),
"I^a N1Ä180N äs Ia> vißiilL)) (1891), "1^6 0N6M1N du
cwui'v (1896), Werke, die ebenso von graziöser Fri-
volität wie von schriftstellerischer Begabung zeugen.
Seine lesbarste Schrift ist der Roman "(^1160-
N^uet" (1888); außerdem verfaßte er das Lust-
spiel "I^ Mrt äu i-oiv (1872), das Drama "^U8tic3"
(1879) u. a.
Mendes Leal, Jose da Silva, portug. Dichter
und Diplomat, geb. 18. Okt. 1818 zu Lissabon, ver-
suchte sich frübzcitig auf allen Gebieten der schönen
Litteratur, erlangte 1851 einen Sitz im Parlament
und war 1862-64 Marincminister, später Minister
des Auswärtigen, Direktor der Lissaboner National-
bibliothek, Mitglied der Akademie der Wissenschaf-
ten, Gesandter in Paris, Botschafter in Madrid.
M. L. starb 22. Aug. 1886. Seine wissenschaftliche
Hauptarbeit ist die Fortsetzung des "(^oi-po ckpio
lu^ticoportuFiio^) (5 Bde.: "1<"^cöL8 äo i^ortiiMl
coin N ourill i'omlliiI.") und des "(^uaäi'O oi^ment^i')).
Von seinen 3iomanen sind zu nennen: "Hin 8onkc"
na viäa" (1814), "^ Üoi- 60 inar" (1815), "^MLnina
<Io Val Ü6 Hlii", "Og ni03tinLtoir08 äa, ^lric^",
"0 (^Hdai', Iii3t0i'ill. draxil^ii'ii äo 8<?c. XVII"
(1863). Die größte Fruchtbarkeit entwickelte M. L.
auf dem dramat. Gebiete. Cr schrieb mehr als
60 Stücke (worunter zahlreiche Nachahmungen franz.
Dichter), z. B. das Drama "I^äi-o", die histor.
Schauspiele "I^M8 Noni^" und "0 ti-iduto ä".8 cein
cl0n^6U^8)), das Sittendrama "^ ^8c^u. 80ci:^"
und "II01N6H8 llo mai'M0i'6v, das Lustspiel "0 tio
^näi-6 <iutt vom äo Li-H^il", das dramatisierte
Märchen "^3 tio3 ciäi-a8 äo ^inoi-", die Zarzuela
(Lustspiel mit Gesang) "I^ocoitH ^ai-H onrar 8^nä^-
<I68" und das Singspiel "0 cll<Mor". Ansgezeich-
netes leistete Vt.L. als Lyriker; seine volkstümlichen
Balladen und Lieder erschienen gesammelt als "Oan-
tico3". - Vgl. Brito Aranha, N. 1^.: msinori^ ^oli-
tica8 e litwi-ai-i^ (Lissab.1887); RomeroOrtiz,I.it'
toi-atura ^Oltul;u,68^ on ei 3iZ'Io XIX (Htadr. 1870).
Mendikänten (lat., "Bettelnde"), s. Vettel-
mönche.
Mendip-Hills, kahle steile Hügelkette in der
engl. Grafschaft Eonlerset, zwischen Ävon und Axe,
48 km lang^im SO. bis 298 m boch.
Mendizabal, Don Juan Alvarez y, span.
Finanzmann, geb. unr 1790 in Cadiz, von jüd. Ab-
knnft, unterstützte seit 1820 den Finanzminister
(5anga-Arguelles bei Ausführung von dessen Fi-
nanzplänen. Als 1823 die konstitutionelle Sache
nnterlag, flücktcte M. nach England, wo ihn engl.
Kapitalisten, die durch seine Vermittelung der kon-
stitutionellen Negierung in Spanien die letzten
Summen vorgeschossen batten, einige Zeit in
Schnldarrest brachten. 1835 nach Spanien zurück-
gekehrt, wurde er im September interimistischer
(5onseilpräsident, verfügte die Aufhebung der
Mönchsklöster, brachte aber durch seine Maßregeln
die Finanzen noch mehr herab und mußte 15. Mai
1836 seine Entlassung nehmen. Calatrava über-
trug ihm 11. ^ept. 1836 abermals das Finanz-
ministerium; er mußte jedoch dasselbe 10. Aug.
1837 wieder abgeben. Unter dem Regenten Espar-
tero (s. d.) übernahm er 1844 nochmals das Finanz-
ministerium, sah sich aber nach dessen Sturze ge-
nötigt, ins Ausland zu flüchten. 1848 kehrte er
nach Spanien zurück, wo er als eins der liberalen
Parteihäupter wieder Einfluß gewann. Er stard
3. Nov. 1853 zu Madrid.
Mendoza. 1) Provinz im westl. Argentinien,
hat auf 160 813 <^m (1892) etwa 150000 E. Der
westl. Teil gehört dem Gebiete der Cordilleren an,
deren westl. Kette die Grenze gegen Chile bildet.
Der Westen besteht aus paläozoischen und mesoM-
schen Ablagerungen sowie starken Ergüssen vulka-
nischer Gesteine. Man gewinnt Kupfer, Silber, auch
Gold, wie im Süden der Stadt M. Asphalt, Stein-
kohle und Marmor. Der größte Teil des Landes
ist Ebene; hier liegen: die Travesia Grands del
Tunuyan, die Gran Pampa del Sur, mit den süm-
pfen am Atuel. Im NW. erhebt sich der Aconeagua,
der Tupnngato, ferner die Vulkane Maipo, Tingui-
ririca, der Eerro Overo, Descabezado u. a. zu
großer Höhe. Pässe nach Chile sind der Uspallata
(3900 m), der Planchon (2507 iu). Mehrere ein-
zelne Bergzüge liegen vor den Anden als Anticor-
dillcren mit dem Cerro Diamante, Cerro Nevado,
Cerro Payen. Zablreich sind die Mineralquellen.
Der Rio de M. entspringt in der westl. Kette und
verläuft sich an der Nordgrenze in die Laguna
Huanacache. Mit der letztern bangt die Laguna
Bebedcro im Südosten durch den Desaguadero (Ent-
wässerer) zusammen. Aus die künstliche Bewässe-
rung wird bei dem trocknen Klima viel Mühe ver-
wandt. Neben Getreide gedeihen alle Fruchtbäume
Europas, namentlich Wein; die Viehzucht ist be-
trächtlich, Niudvieh wird nach Chile ausgeführt.
Der Handel wird nach Fertigstellung der Bahnlinie
von der Hauptstadt über den Paß von Uspallata
(s. d.) nach Valparaiso eine bedeutende Entwicklung
nehmen. (^. Karte: La-Plata-Staaten u.s.w.,
Bd. 10, S. 976.) - 2) Hauptstadt der Provinz M.,
gesund am Ostfusie des Schiefergebirges Sierra de
Uspallata gelegen, durch Kanäle bewässert, bat sich
von den Folgen des Erdbebens 1861 erholt, zählt
(1891) 20000 E. und ist von vielen Landhäusern um-