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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Mendoza (Anna de) - Menenius Agrippa
<zeben. Die Stadt hat zahlreiche Kirchen, Kapellen '
und Kloster, Nationalkolleg, landwirtfchaftl. Säulle, !
Zollhaus ltnd eine Filiale der Nationalbank. ^
Mendöza, Anna de, Fürstin von Eboli (s. d.). ^
Mendöza, Don Diego Hurtado de, span.
Schriftsteller und Staatsmann, Urenkel des Mar-
ines de Santillana (s. d.), geb. nrn 1503 zu Gra-
nada, studierte daselbst, dann in Salamanca und in
Italien, nahm 1525 an der Schlacht von Pavia teil,
wirkte 1537 als Gesandter Karls V. in England,
1538 in Venedig, 1545 als kaiscrl. Bevollmächtigter
auf der Tridentinischen Kirchenversammlung und
wurde 1547 Botschafter am päpstl. Hof und Statt'
Halter von Siena. Nach Karls V. Abdankung lebte
cr, wenig begünstigt, an Philipps II. Hofe in Madrid
und zeitweise in Lissabon und auf seinen Gütern,
bis er 1564, infolge eines Verstoßes gegen die Kon-
venienz verbannt, sich in Granada niederlassen
mußte. Um 1574 durfte er zum Hofe zurüctkebrcu,
starb aber 1575. Seine ausgezeichnete Sammlung
griech. Handschriften vermachte er dem König für
die Escorialbidliothek. Als Dichter trug er mit
dazu bei, den ital. Stil nach Spanien zu verpflan-
zen. In seinen durch Gedankenreichtum und kraft-
vollen Ausdruck sich auszeichuenden Poet. Episteln
gab M. seinem Vaterlande das erste gute Muster
für diese Gattung. Der erste unter den Schelmen-
romanen (s. Roman), "I^^riNo sie ^oi'in63", ist
ihm zugeschrieben worden. M.s Geschichte der
aufständische!! Mauren "l^n6rr3. ä6 (^i-luilnla. 6tc.",
welche 1610 in Madrid, 1627 in Lissabon, unver-
stümmelt aber erst in Valencia 1776 (sowie im
91. Bande der "IMIiotßca. ä6 lnitoi-68 6sMN0i63",
Madr. 1852) erschien, ist Sallust und Tlmcvdides
nachgebildet und setzt damit neue Mnster an Stelle
des alten Chronikenstils. Seine p oct. Werke erschienen
Madrid 1610 (wieder abgedruckt im 32. Bande der
"Lidlioteca. äs autoi-68 63MÜ0I03") und in kritischer
Ausgabe von Knapp als "Odi'H8 poetlet" (Madr.
1877; die "Odi-3.8 611 i)ro8Ä", ebd. 1881; einiges
Neue beiPaz y Malia, "A3.I68 68i)^üole3", ebd. 1890).
Mendöza, Inigo Lopez de, s. Eantillana.
Mendrisio, deutsch Mendris. 1) Bezirk im
schweiz. Kanton Tessin, hat 102,3 (ilcm und l1888)
W931 E., darunter 130 Evangelische, in 28 Ge-
meinden. Der Bezirk M., das Mendrisotto, ist
die reichste und fruchtbarste Gegend des Tefsin. -
2) Flecken und Hauptort des Bezirks M., 15 1cm
südlich von Lugano, in 363 ui Höhe, an der Linie
Bellinzona-Lugano-Chiasso der Gotthardbatm, in
dem üppigen, am Westfuße des Monte-Generoso
ausgebreiteten Hügellande, hat (1888) 2872 meist
kath. E., Post, Telegraph; Feld- und Weinbau,
Seidenzucht, Seidenspinnerei und Tabakfabrikation.
Die ehemaligen Kloster sind aufgehoben. Früher
zum Herzogtum Mailand gehörig,' kam M. 1512 an
die Eidgenossen, deren Landvögte das Mendrisotto
bis 1798 alsGemeincHerrschaft der 12Orteregierten.
Menedemus, ans Eretria auf Euböa, griecb.
Philosoph, ungefähr 350-27i> v. Chr., ist der Stif-
ter der sog. Eretriscken Sckule, die nur die
Fortsetzung der von Phä'don (s. d.) in Elis gegrün-
deteil war. Als Ethiker schloß er sich so ziemlich der
ältern megarischen Richtung (s. Euklides) an.
Menegoz, Eugene, französischer lutb. Theolog,
geb. 25. Sept. 1838 zu Algols^eim (Elsaß), stu-
oierte in ^traßburg, Erlangen, Berlin, Halle und
Marburg, wurde 1866 Pfarrer der deutschen Ge-
meinde der BillettesNrche zu Paris, 1877 Pro-
fessor der Dogmatik an der neugegründeten evang.-
theol. Fakultät zu Paris und Direktor des Theo-
logischen Studienstifts. Er schrieb: "N6Ü6xi0N8 8nr
I'^viiu^ilß dn 8Äiut" (Par. 1879), "1^6 p^clie 6t la
i<'ä6inpU0n (I'api-08 !8t. I^anl" (ebd. 1882), ccl^a
notion än c3.t0ciii8in6" (ebd. 1882), "(juiä äs 0at6-
c1ii8M0 86ntionslnin 8it" (ebd. 1882), "I^ntiier con-
8iä6i'6 Cl)mm6 tli^oloZiLn" (ebd. 1883), "1^3, pr6-
(l68tiu^tl0N slan8 1l^ tn^olo^ik plNlIini6NN6" (ebd.
1885), "I^'llntorit" äe DiLn" (ebd. 1892), "1.3. tn^o-
10^16 äs i'^piti'0 ÄNX II6I)1'6UX)> (ebd. 1894), "1^
notion did1i<iu6 än iniiacis" (ebd. 1894' deutsch
Freib. i. Br. 1895). 1875-79 gab M. das deutsche
Monatsblatt "Das Schifflein Christi in Paris"
beraum 1888 gründete er mit andern die "^unai68
Nlenek inonSk tokoi upkarsin lautete
nack Daniel lKap. 5) die rätselhafte Schrift, die
der babylon. König Belsazar während eines Gast-
mahls von Fingern einer Engelshand an die Wand
seines Speisesaals schreiben sah. Keiner seiner
Weisen konnte die Schrift lesen: nur Daniel soll sie
auf den Übergang der Herrschaft an die (Meder
und) Perser gedeutet haben. Nach der neuesten Er-
kläruug bedeuten die Worte: "Eine Mine, eine
Mine, ein Sekel und Halbminen" (Nöldeke) oder:
"Eine Mine, eine Mine in Sekel, und (zwei) Halb-
minen )> (Hoffmann). Daß in dem letzten Worte
"pd3.1-8in" eine Anspielung auf die "Perser" be-
absichtigt ist, wird allgemein angenommen.
Menehould, Eainte, franz. Stadt, s. Samte
Menchould.
Menelaos, mythischer König von Lacedärnon,
Sohn des Atreus, jüngerer Bruder des Agamem-
non, Gemahl der Helena und als solcher eine Hanpt-
person in dem Sagenkreise vom Zuge der Griechen
gegen Troja, wobei er 60 Schiffe führte und sich
persönlich eifrig am Kampfe beteiligte; auch gehörte
er zu den Helden, die im Bauche des hölzernen
Rosses eingeschlossen in die Burg von Troja ein-
drangen. Nach Trojas Fall segelte er mit Helena
ab, wnrde aber in der Nähe des Kap Malea von
einem Stnrm überfallen, der seine Flotte zerstreute^
und nacd Osten verschlagen, worauf er acht Jahre
lang umherirrte; er kam nach Kypros, Phönizien,
'Äthiopien, Ägypten und Libyen. Auf der Insel
Pharos, wo er 20 Tage verweilte, gab ihm Eioothea
den Rat, ihren Vater Proteus durch List zu fangen
und dann zu zwingen, das zu verkünden, was er
thun müsse, um glücklich nach Hause zurückzukehren.
Dies geschah, und M. kam glücklich mit Helena in
seiner Heimat wieder an, gerade an dem Tage, an
welchem Orestes die Klvtaimnestra und den Aigisthos
bestattete. Von nun ab lebte er in Glück und Reich-
tnm in Sparta, wo ihn Telemachos besuchte, um
nach dein Schicksal des Odysseus zu forschen, wäh-
rend er gerade seine Tochter Hermione an Neopto-
lemos und seinen Sohn Megapenthcs an Iphiloche,
die Tochter des Alektor, vermählte. Als Eidam des
Zeus wurde er endlich ans die Insel der Seligen
versetzt. Zu Thcrapne bei Sparta sollen er und
Helena in einem Tempel begraben sein, wo sie gött-
liche Ehren genossen. (S. Tafel: Griechische
Kunst II, Fig. 17.)
Menelik, richtiger Menilek, Negus von Abes-
sinien, s. Abessinien und Scboa.
Menenius Agrippa dieß nach der Sage der
Gesandte, welchen die röm. Patricier bei der ersten
Secession der Plebejer ans den Heiligen Berg, 496