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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Metempsychosis - Meteorologie

des Metellus Pius, wurde durch seine Tochter Cornelia 52 v. Chr. Schwiegervater des Pompejus. Mit Pompejus bekleidete er seit Aug. 52 das Konsulat und nahm in dem bald danach ausbrechenden Kampf zwischen Pompejus und Cäsar lebhaft seines Schwiegersohns Partei. Er betrieb Cäsars Ächtung, sammelte in Syrien ein Heer und stieß 48, kurz vor der Schlacht bei Pharsalus zu Pompejus. Nach der Schlacht floh er nach Afrika zum König Juba (s. d.). Sein hoher Rang verschaffte ihm hier den Oberbefehl über die pompejan. Streitkräfte, aber er verlor nach wechselnden Kämpfen 46 die Entscheidungsschlacht bei Thapsus, wurde auf der Flucht nach Spanien ereilt und gab sich selbst den Tod.

Metempsychosis (grch.), s. Seelenwanderung.

Metemptose (grch.), im Gregorianischen Kalender die Auslassung eines Schalttags aus den Säkularjahren, deren Zahl nicht durch vierhundert teilbar ist. (S. Kalender.)

Meteore (vom grch. metéora, am Himmel befindliche Körper und Erscheinungen) oder Lufterscheinungen heißen im weitern Sinne alle Erscheinungen, die meistens vorübergehenden Veränderungen in der Atmosphäre ihren Ursprung verdanken, z. B. Wolken, Nebel, die wässerigen und festen Niederschläge, als Regen, Schnee u. s. w., Regenbogen, Morgen- und Abendröte, Höfe um Sonne und Mond; im engern Sinne bezeichnet man aber als M. die Sternschnuppen (s. d.) und Feuerkugeln (s. d.). (S. auch Meteorsteine.)

Meteoreisen, s. Meteorsteine und Eisen.

Meteorenklöster, eine Gruppe von griech. Klöstern nördlich von Stagi in Thessalien. Nachdem 1367 vom heil. Nilos das erste Kloster gegründet war, stieg deren Zahl der Sage nach allmählich auf 24. Ihre Gemeinde hieß die "Skiti von Stagi" und stand unter einem Protos (s. Archimandrit). Jetzt bestehen noch 7 Klöster, die einzige größere Klostergemeinschaft des griech. Mönchtums, außer der des Athos (s. d. und Skete). - Vgl. Heuzey, Les Convents des Metéores en Thessalie (in der "Revue archéologique", 1864).

Meteorismus (grch.), s. Blähungen.

Meteoriten, soviel wie Meteorsteine (s. d.).

Meteorograph (grch.), ein Apparat, der eine Anzahl von selbst registrierenden meteorolog. Instrumenten an einem Gestell enthält. Bekannt sind die M. von Secchi, Theorell, Rysselberghe u. s. w. Der von Secchi ist wohl der älteste M., der Theorellsche zeichnet sich durch die sinnreiche Art aus, womit er die Instrumentenangaben in Zahlen druckt, der Rysselberghesche erregte auf der elektrischen Ausstellung in Paris durch selbstthätiges ununterbrochenes Aufzeichnen der Angaben der in Brüssel aufgestellten Instrumente Aufsehen. Wahren Wert für die Wissenschaft haben diese Instrumente nicht.

Meteoroiden, s. Sternschnuppen.

Meteorolithen (grch.), soviel wie Meteorsteine (s. d.).

Meteorologie (grch.), diejenige Wissenschaft, die sich mit den Vorgängen in der Atmosphäre (s. d.) unserer Erde beschäftigt, also die Bewegungserscheinungen, wie Winde und Stürme, die Verschiedenheit des Luftdruckes, der Temperatur und des Wasserdampfgehaltes (Wolkenbildungen, Regen und Schneefälle, Gewittererscheinungen, Tau- und Reifbildungen u. s. w.) untersucht. Auch das Studium der Temperaturverhältnisse der obern Schichten des festen Landes und der Gewässer muß die M. mit in Rücksicht ziehen.

Als Mittel der Forschung bedient sich die M. vorwiegend der Meteorologischen Stationen (s. d.). Großes und wichtiges Material liefern auch die Forschungsreisenden. Der Neuzeit vorbehalten blieb die systematische Aufnahme der Zustände der Atmosphäre durch Luftballonfahrten und durch Beobachtung der Wolkenbewegung.

Die Ableitung der Gesetze der Vorgänge in der Atmosphäre begann mit Bildung von Mittelwerten. Die an einem Tage vorgenommenen Ablesungen am Barometer und an den Thermometern, die Notierungen der Bewölkung, Windstärke u. s. w. geben zunächst Tagesmittel. Faßt man die Tagesmittel in Gruppen von je fünf aufeinander folgenden Tagen nach Doves Vorgang zusammen, so erhält man die Pentadenmittel. Neuerdings nimmt man die Mittel aus den Beobachtungen vom 1. bis 10., 11. bis 20., 21. bis letzten Tag eines jeden Monats und bezeichnet diese als Dekadenmittel. Weiter leitet man Monats- und Jahresmittel ab. Bei der Menge des Niederschlages und der Häufigkeit desselben bildet man statt der Mittel die Summen. Die für einen Zeitraum eines Jahres, z. B. für einen Monat im Lauf der Jahre an derselben Stelle gewonnenen Mittel oder Summen werden zu mehrjährigen Mitteln vereinigt. So erhält man Lustrenmittel aus fünfjährigen, Decennienmittel aus zehnjährigen Beobachtungen.

Je länger eine Beobachtungsreihe ist, um so mehr werden sich die Mittel den Werten nähern, die den gesetzmäßigen Zustand für den betreffenden Ort darstellen. Man nennt sie Normalwerte, da man zunächst keine zwingende Veranlassung hat, eine stetige Veränderung in dem Gesamtwitterungszustand der Erdoberfläche anzunehmen. Die Einzelwerte weichen von den Normalwerten mehr oder weniger ab. Das Mittel aus diesen Abweichungen, wobei auf das Vorzeichen keine Rücksicht genommen wird, pflegt man als die Veränderlichkeit (mittlere Abweichung, Anomalie) des Witterungselementes zu bezeichnen. Je kleiner diese Veränderlichkeit sich ergiebt, um so mehr kann man die Wiederkehr derselben Witterungszustände von Jahr zu Jahr erwarten. Ist die Veränderlichkeit groß, so werden viele Faktoren auf die Witterung eines Ortes einwirken und wird die Vorausbestimmung schwieriger sein. Sucht man die größten und kleinsten Einzelwerte, also etwa die kleinste und größte mittlere Jahrestemperatur auf, so giebt deren Differenz die Schwankung der Jahrestemperaturen. Der Begriff der Schwankung wird noch nach manchen andern Richtungen hin angewendet. So bestimmt man die Differenz der mittlern Temperaturen des wärmsten und kältesten Monats als Schwankung der Monatsmittel u. s. w. (s. Isotalantosen). Neben der Rechnung mit den Mitteln pflegt man die Gesetze der Witterungsvorgänge auch an den Extremen abzuleiten. So werden die höchsten und tiefsten Temperaturgrade für die Monate und das Jahr aufgesucht und als absolute Extreme bezeichnet. Die Differenz derselben ergiebt die absolute Schwankung der Temperatur, d. h. die Anzahl von Wärmegraden, innerhalb deren die Bewegung der Temperatur vor sich geht.

Neuerdings legt man Wert auf Auszählung der Häufigkeit bestimmter angenommener Witterungszustände. So zählt man aus, wie oft die Tagestemperatur zwischen 0 und +1°, +1° und +2° u. s. w. liegt. Diese angenommenen Grenzen pflegt man als Schwellenwerte zu bezeichnen. Weiter