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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Nantucket - Naphthalin
Nantucket (spr. nentöcket), Insel an der Süd-
ostküste des nordamerik. Staates Massachusetts,
130 ykm groß, hat (1890) 3268 E. und ist ein be-
liebter Sommeraufenthalt. Die Stadt N. war bis
1846 ein wichtiger Platz sür Walfischfang.
Nantwich (spr. nänntitsch), Stadt in der engl.
Grafschaft Ehester, am Beginn des Chesterkanals
im SO. der Hauptstadt, hat (1891) 7412 E.; ein
Handwerkerinstitut, Baumwollmanufaktur, Schuh-
macherei und Salinenbetrieb.
Nanzig, deutscher Name von Nancy (s. d.).
Naogeorg, Thomas (eigentlich Kirchmeyer),
Dramatiker, geb. 1511 zu Hubelschmeiß bei Strau-
bing, wurde 1535 Pfarrer in Sulza, 1541 in Kahla,
später in Kaufbeuren, Kempten, Stuttgart und Eß-
lingen, durch seine selbständigen dogmatischen An-
schauungen überall bald zum Wandern gezwungen.
Er starb um 1578 als Pfarrer zu Wiesloch im Badi-
schen. N.s lat. Dramen ("?Hminac1iiu8", "Nki-ca-
tor", "Inc6näia", "<Iuäa8 iFeariotkL" u. a.; "?ai^-
mackiiiZ)) neu hg. von Volte und Schmidt, Verl.
1891) sind das dichterisch Bedeutendste, was für
die Reformation geschrieben ist.
Naos, der innere Naum des griech. Tempels.
Nap, Abkürzung von Napoleon, Hasardspiel der
Seeleute, engl. Ursprungs, wobei jede Person fünf
Karten erhält und alle gegen einen, der Trumpf be-
stimmt und möglichst viel Stiche haben will, spielen;
fünf Stiche (N. genannt) werden gewöhnlich um
das Vierfache honoriert.
Napa, Hauptort des County N. im nordamerik.
Staate Kalifornien, unweit von San Francisco, hat
(1890) 4395 E., bedeutenden Wein- und Obstbau.
Napajedl, Marktflecken in der österr. Bezirks-
hauptmannschaft Ungarisch - Hradisch in Mähren,
an der March und der Linie Wien-Krakau der Kai-
ser-Ferdinands-Nordbahn, Sitz eines Bezirksge-
richts (261,84 ^m, 26392 E.), hat (1890) 3601 meist
czech. E., Schloß; Zuckerfabrik, Ackerbau und Vieh-
zucht. Über die March führt eine 80 in lange Brücke
zu einem Schwefelbade.
Napäta, Hauptstadt Altäthiopiens, auch in griech.
und röm. Schriften erwähnt, am Fuße des Barkal,
wo noch Ruinen vorhanden sind. In Ptolemäischer
Zeit verfiel die Stadt, der Sitz des Königtums
wurde nach dem südlicher gelegenen Meroe verlegt.
NapeMn, ein bitterschmeckendes Alkaloid der
Aconitpftanzen, s. ^.conitum.
Napfkuchen oder Aschkuchen, Topfkuchen,
Bäbe (s. Baba), ein aus Hesenteig bereiteter, in
einem weitbauchigen, gerieften, in der Mitte mit
einem hohlen Cylinder versehenen irdenen oder
metallenen Napf gebackener Kuchen.
Napfschnecken (r^teiia), die Hauptgattung der
Kreiskiemer (s. d.) mit napsförmiger, flacher Schale,
die meist außen gerippt ist. Mit dem starken Fuße
saugen sie sich in der Flutlinie so fest an Küstenselsen
an, daß man oft das Tier durchreißt, ohne daß der
Fuß losließe. Manche Arten werden gegessen. -
Über Flußnapfschnecken s. Süßwasserschnecken.
Naphi, eine der Cykladen, s. Anaphi.
benannt nach einem Sohn Jakobs von derVilha, der
Magd Rahels. Er wohnte inmitten kanaanit. Ur-
bevölkerung, ohne mit dieser verwachsen zu können,
und gewann daher kein geschlossenes Stammgebiet
(Richt. 1,33). Seine Sitze lagen nördlich von Isa-
schar, östlich von Ässer. An dem inselartig in die
Ebene von Norden bervorspringenden Bergkegel des
Tabor stießen die Grenzen dieser drei Stämme zu-
sammen. Seine Ostgrenze bildeten der See Gene-
zareth und der Jordan; im Norden und Westen
scheint der Stamm feste Grenzen nicht besessen zu
haben. An dem Kampfe gegen Sisera unter Deboras
(s. d.) Führung beteiligte sich N. mit Auszeichnung;
später tritt er völlig zurück. Sein Territorium mußte
734 an Assyrien abgetreten werden.
Naphtha (vom Persischen oder Medischen na-
tata, ausschwitzen) hießen ursprünglich die Ather-
arten (s. Äther), und ohne Beisatz bezeichnete dann
dieses Wort den gewöhnlichen Schwefeläther, wäh-
rend die zusammengesetzten Äther, die man gegen-
wärtig Ester (s. d.) nennt, als Salpeternaphtha,
Essignaphtha u. s. w. aufgeführt wurden. Später
bezeichnete man das farblose oder wenig gelblick
gefärbte, dünnflüssige, leicht entzündliche Mineralöl
(s. Erdöl), das an einigen Orten (am Kaspischen
Meere auf der Halbinsel Apscheron, am Monte-
Ciara bei Piacenza u. s. w.) aus der Erde quillt,
zum Unterschiede von dem dunkler gefärbten, meist
dickflüssigern Erd-, Steinöl oder Petroleum als N.
Gegenwärtig ist N. ein Sammelname für die bei
der Raffination des Petroleums gewonnenen flüch-
tigern und leichter entzündlichen Anteile, die als
Leuchtstoff keine Verwendung finden können und
unter verschiedenen andern Benennungen, wie z. B.
Rhigolen, Gasolin, Fleckwasser, Petroleumäther,
zahlreiche technische Anwendung, in neuerer Zeit
namentlich zum Betrieb von Petroleummotoren, ge-
funden haben. Auch für die leichten Teeröle von
der trocknen Destillation der Steinkohle wird der
Name N. gebraucht.
Naphthaboot, Benzinboot, ein Boot, dessen
Propeller durch einen Naphtbamotor angetrieben
wird. Escher, Wyß & Co. in Zürich bauen diese N.
als Vergnügungsboote mit Schraubenpropeller in
drei Größen zur Aufnahme von 8 bis 30 Fahrgästen
und mit Motoren von 2, 4 und 6 Pferdestärken.
Der Naphthamotor hat die Einrichtung einer
gewöhnlichen Dampfmaschine; es wird jedoch als
treibendes Mittel nicht Wasserdampf, sondern Naph-
thadampf benutzt. Der Naphthabehälter, welcher
eine für eine 20-25stündige Fahrt mit voller Ge-
schwindigkeit ausreichende Menge faßt, ist vorn im
Bug des Bootes eingebaut. Am Kiel führt ein
Kupferrohr das Naphtha aus dem Behälter nach
dem aus Kupferrohrspiralen gebildeten Kessel, in
welchem die Verdampfung erfolgt. Die Heizung des
Kessels geschieht durch einen Naphthabrenner, der
ebenfalls aus dem Naphthabehälter gespeist wird.
Nach dem Austreten aus dem Cylinder des Motors
wird der Naphthadampf in ein außen am Boote unter
der Wasserlinie angeordnetes Röhrensystem geleitet,
kondensiert hier und gelangt wieder in den Naphtha-
behälter. Die Behandlung der Naphthamotoren im
Betriebe ist sehr einfach; sie nehmen wenig Naum
ein, sind leicht und gefahrlos und lassen sich rasch in
Betrieb setzen. Dies sind Eigenschaften, die sie vor-
zugsweise für kleinere Boote brauchbar machen. Als
Material für N. wird außer Holz und Stahl nament-
lich auch Aluminium verwendet, das sich seiner Leich-
tigkeit wegen hierzu besonders eignet.
Naphthadil, s. Ozokerit.
Naphthalin, Oial!", ein im Steinkohlenteer
in reichlicher Menge sich findender fester Kohlen-
wasserstoff, der in dünnen rhombischen Blättchen
krystallisiert und eigentümlich gasähnlich riecht. Er
schmilzt bei 80" c?. und siedet bei 218° (^. Er ist