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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Napoleonshuhn - Narbonne
1809, Französisch-Preußisch-Russischer Krieg von 1806 bis 1807, Französisch-Spanisch-Portugiesischer Krieg von 1807 bis 1814, Russisch-Deutsch-Französischer Krieg von 1812 bis 1815.
Napoleonshuhn, soviel wie Malaienhuhn (s. d.).
Napoléon-Vendée (spr. -óng wangdeh), früherer Name von La-Roche-sur-Yon (s. d.).
Napoléonville (spr. -ongwíl), früherer Name von La-Roche-sur-Yon (s. d.) und von Pontivy (s. d.).
Napŏli, ital. Name für Neapel (s. d.).
Napŏli di Malvasīa, Stadt, s. Monemvasia.
Napŏli di Romanĭa, Stadt, s. Nauplia.
Napolitaine (frz., spr. -tähn) oder Napolitāno (ital.), ein nach der Stadt Neapel (ital. Napoli; frz. Naples) benannter, aus Streichwolle (oft mit Baumwolle gemischt) bestehender, meist karrierter Kleiderstoff von vier- oder fünfbindigem Köpergewebe.
Nara, Stadt in der japan. Provinz Jamato, auf der Insel Nipon, in der Nähe von Kioto, war einstmals kaiserl. Residenz, zählt (1887) 23288 E. und ist berühmt durch seine Buddhatempel, Klöster und Waffenindustrie.
Nārājanī, Nebenfluß des Ganges, s. Gandak.
Narawali, eine Art Bastfasern, s. Cordia.
Narbadā (engl. Nerbudda; im Sanskrit Narmada), ein 1289 km langer Fluß in Vorderindien, auf der Grenze vom Dekan und von Hindustan, entspringt 1200 m hoch in einem ummauerten Teiche eines heiligen Tempels auf dem Plateau von Amarkantak in Gondwana und bildet einen 21 m hohen Wasserfall. Der Fluß strömt erst west- und nordwestwärts mit starkem Gefalle nach Dschabalpur, tritt dann in das Narbadathal zwischen Windhjagebirge im N., den Mahadeo-, Kalabhet- und Satpuraketten im S., welche er in westl. Richtung über Hoschangabad, Handia und Mandlessar durchfließt, und ergießt sich 48 km unterhalb Bharotsch (s. d.) in den Golf von Cambay (s. d.). Die Schiffahrt ist wiederholt durch stufenweise Absätze mit starkem Gefalle, durch Basaltbänke, Stromschnellen und Wasserfälle unterbrochen. Wichtig sind die Eisenerz- und Steinkohlenlager unweit Hoschangabad. Die Flut steigt 81,5 km aufwärts. Kleinere Seeschiffe gelangen bis Bharotsch, doch ist die Einfahrt durch Sandbänke erschwert. Schwere Kähne gehen von der See 133 km weit bis Talakwara, mit Mühe 44 km weiter bis zu der Stromenge der Makraifälle. Bei Hoschangabad erreicht die Bahn von Bombay das Stromthal und geht aufwärts bis Dschabalpur, von dort nach Allahabad. Die N. steht bei den Hindu an Heiligkeit fast dem Ganges gleich.
Narbe (Cicatrix), dasjenige Gewebe, welches bei der Heilung von Wunden oder Substanzverlusten entsteht und die getrennt gewesenen Teile wieder miteinander verbindet. Heilen die getrennt gewesenen Teile unmittelbar wieder zusammen, so ist die N. oft sehr klein oder verschwindet ganz; in den meisten Fällen ist dies aber nickt der Fall, sondern der Spalt oder die durch Substanzverlust entstandene Lücke füllt sich unter Eiterung wieder aus. Das neu entstandene Gewebe, welches aus den jungen Granulationen (s. d.) hervorgeht, ist meist nur das allen Organen gemeinsame Bindegewebe, und nur wenig Organe wachsen durch Gewebe ihrer Art zusammen (so die Nerven, die Knochen). Die Hautnarben sind solche bloß aus Bindegewebe mit einer Oberhautschicht bestehende N.; sie entbehren der Nerven fast gänzlich, haben keine Hautwürzchen und keine Talgdrüschen, sind deshalb auch glatter und bedecken sich nicht mit Haaren. Sie haben auch nur wenige Haargefäße, sehen deshalb blasser aus, sind kühler und werden, obgleich sie unempfindlicher als die Haut, doch durch schädliche Einflüsse leichter beeinträchtigt als diese, machen daher das tränke Glied gegen Luft- und Wetterwechsel empfindlicher (die sog. Kalender verwundeter Personen). Allmählich tritt durch Schrumpfung und durch Herbeiziehung benachbarter Gewebe eine Verkleinerung der N., sog. Narbenretraktion, ein, wodurch selbst große Substanzverluste nach und nach geheilt werden können. Die Neigung des Narbengewebes zur Schrumpfung verursacht häufig störende Veränderungen der Funktion der betreffenden Organe, so in der Nähe von Gelenken operativ zu entfernende Kontrakturen, in Hohlorganen (Darm, Harnröhre) Verengerungen (Strikturen). Dem Narbengewebe ähnlich ist das Keloid (s. d.).
In der Gerberei heißen N. narbenähnliche, durch die Haarwurzeln erzeugte oder künstlich hervorgerufene Vertiefungen auf der Außenseite des Leders, wonach diese Seite Narbenseite genannt wird. Beim Papier nennt man N. kleine Erhöhungen, die beim Pressen zwischen den Filzen entstanden sind.
Über N. in der Botanik s. Gynäceum.
Narbenflechte, s. Lupus.
Narbonne (spr. -bónn). 1) Arrondissement im südfranz. Depart. Aude (in Languedoc), zählt auf 1570,5 qkm (1891) 112331 E., 6 Kantone und 71 Gemeinden. - 2) Hauptstadt des Arrondissements N., 12 km vom Golfe du Lion, an den Linien Toulouse-Cette, N.-Vize (20,6 km) und N.-Perpignan (64 km) der Südbahn und am Kanal von N. oder "de la Robine", der durch den Strandsee von St. Jean mit dein Mittelmeer und durch den Canal du Midi mit dem Atlantischen Ocean in Verbindung steht, in von Bergen umschlossener, ungesunder Tiefebene, ist Sitz eines Gerichtshofs erster Instanz, eines Handelsgerichts und einer Ackerbaukammer, hat (1891) 24640, als Gemeinde 29566 E. und in Garnison das 100. Infanterieregiment. Die alten Festungswerke, Wälle und Mauern, mit röm. Altertümern und Inschriften, sind abgetragen; das Innere ist eng und schlecht gebaut, enthält aber die durch Portal, Schiff, Chor und Orgel ausgezeichnete Kathedrale St. Just (1272-1332). N. hat eine hydrogr. Schule, ein Seminar, eine Altertumsgesellschaft, eine Bibliothek und ein Museum im Rathause (dem frühern erzbischöfl. Palast). Die Industrie erstreckt sich auf Fabrikation von Branntwein, Grünspan, Kerzen, Wollmützen und Tuch, auf Gerberei, Färberei, Töpferei und Ziegelbrennerei; es besteht außerdem Handel mit dem berühmten Honig, Wein, Getreide, Öl, Salz, Salzkraut (Salicot), Salpeter und trocknem Gemüse. An der Mündung des Kanals von N., 18 Km südlich, liegt (le Port de) La Nouvelle, gleichsam der Hafen von N., ein Städtchen mit (1891) 1962, als Gemeinde 2446 E., welche kleinere Schiffe bauen, Hochöfen und Schwefelfabriken unterhalten und Handel treiben. - Schon die Griechen kannten Narbo, und nach Polybius, Strabo u. a. war es nächst Massilia die größte Handelsstadt Galliens; 118 v. Chr. ward sie eine wichtige Kolonie und unter Cäsar die bedeutende Militärniederlassung, Narbo Marcius (später Narbona) und Hauptstadt der gall. Provincia Romana, später Gallia Narbonensis genannt (s. Gallien). Unter den Westgoten eine der bedeutendsten Städte Septimaniens (s. d.), fiel sie