Schnellsuche:

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

186
Naseby - Nashorn
platte bei Gesimsen, den untern Rahmenstücken
(Wasserschenkeln) bei Fenstern, den Deckplatten bei
Fig. 4.
Fig. 5.
Fig. 2.
Fig. 1.
Fig. 3.
Umfriedigungsmauern u. s. w., herabzuziehen, und
es nötigen, abzutropfen (f. Fig. 4 u. 5).
Im Maschinenbau ist N. soviel wie Daumen
(s. d.); auch ein Teil des Hobels (s. d.) heißt N.
Naseby (spr. nehsbi), Flecken an der nordwestl.
Grenze der engl. Grafschaft Northampton bei Market
Harborough. Hier wurde 15. Juni 1645 das königl.
Heer Karls I. unter Prinz Rupert nach dreistündigem
Kampfe durch die Parlamentstruppen unter Crom-
well und Fairfax völlig geschlagen. Cromwell ent-
schied die Schlacht durch einen Angriff seiner schwe-
ren Reiter. Der König entkam nach Leicester.
Näseln, s. Nase.
Nasen (^Iiouäro^oiua.), Gattung der Fische aus
der Familie der Karpfen (s. d.), mit mehrern süd-
europ. und einer deutschen Art: die gemeine Nase
(lülionäroLtoiull. Qll8U8 ^.), 25-50 cm lang und
5-10 cm hoch, mit ziemlich stark vorragender kegel-
förmiger Schnauze, schwarzgrüner Ober- und silber-
ner Unterseite: die Flossen sind mit Ausnahme der
grauen Rückenflosse rötlich. Die Nase bewohnt rasch-
fließende, reine Gewässer, besonders des Rhein-
gebietes, ihr wenig geschätztes Fleisch wird von der
ärmern Bevölkerung genossen.
Nasenaffe, s. Schiankaffen.
Nasenbär, s. Coati.
Nasenbein, s. Gesicht.
Nafenbeuteldachs, s. Beuteldachs.
Nasenbluten, s. Nase.
Nasenbremfen (068tru8), eine in Deutschland
durch die Schafbiesfliege oder den Stirn-
Grübler (068tru8 "vi8 ^.) vertretene Gattung der
Biesftiegen (s. d.). Die Larven leben in den mit den
Nasenhöhlen in Verbindung stehenden Stirnhöhlen
der Schafe und veranlassen die sog. falsche Dreh-
krankheit, die sich durch Ausfluh aus der Nase, Kopf-
schütteln, triefende Augen und Atembeschwerden
äußert und, wenn die Schmarotzer in großer Anzahl
vorhanden sind, tödlich werden kann.
Nafenvouche, ein nach dem Princip des Irri-
gators (s. d.) konstruierter Apparat, welcher zum
Ausspülen der Nasenhöhle dient.
Naseninhalator, s. Inhalation.
Nasenkakadus (I.ioiu6ti8), Papageienart, die
sich durch den stark verlängerten Oberschnabel von
den echten Kakadus unterscheidet. Die Haube ist nur
klein und das Auge von einer auffallend großen
nackten Stelle umgeben. Die Färbung ist weiß mit
rosa Anflug. Man kennt zwei Arten in Australien,
den größern Wüh lerkakadu (I^icm6ti8i)H8tiiiat0i'
Aonöck) und den kleinern Nascnkakadu (Liciuetig
na8icu8 I'emF>.). Beide Arten sieht man häusig in
der Gefangenschaft, sie kosten etwa 25 M. das Stück
und halten sich wie alle Kakadus gut, eignen sich aber
wegen ihres Geschreies weniger für die Liebhaberei.
Nasenlaute, f. Nasale.
Nafenpolypen, s. Nase.
Nasenpolypenpulver, s. Pulver gegen Nasen-
polypen im Artikel Geheimmittel.
Nasenring, ein in die Nasenscheidewände ge-
zogener eiserner Ring zur Bändigung der Stiere;
Nasen zange, ein zu gleichem Zweck dienendes
zangenförmiges Instrument.
Nafer, Fluß in Böhmen, s. Luschnitz.
Nash (spr. nasch), Thomas, engl. Dramatiker,
Satiriker und Pamphletist, geb. Mychen 1558 und
1565 zu Cambridge
bis 1585, reiste nach Italien, lebte dann in London
als Schriftsteller und starb daselbst um 1602. Von
seinen Dramen sind zu nennen "viäo, Yu66n ol ^ar-
tKaF6" (1594), das er mit Marlowe schrieb (in dessen
Werken es steht), und die Komödie "8uiuin6i''8 1a8t
^vili and t68t9,m6nt" (1600, aufgeführt vor dem Hofe
in Croydon 1592). Wegen seines (ungedruckten)
satir. Lustspiels "1n6 13I6 0l äoZ3" kam er einige
Zeit ins Gefängnis. Besonders bekannt ist er durch
seine Flugschriften gegen Gabriel Harvey, den
Freund Spensers, den er in dem beißenden Pamphlet
"llave nitii ^ou to ßassron ^Valäßn" (1596) angriff.
Unter seinen übrigen Flugschriften ist am bedeutend-
sten <c?i6re6 ?6nnii6886, Ki8 ^pplication to tlit)
I)iu6U" (1592; neu bg. von Collier 1842). N. besah
ein hervorragendes Talent für das Drama wie für
die Polemik, war jedoch zügellos in seiner Satire
wie in seinem Leben. - Vgl. Gosse, 11i6 lils ot' ^ack
^Vilton. ^Vitk an 688H7 on 1. N. (Lond. 1892).
Nashorn oder Rhinoceros (kkwocero^, eine
Gattung von Säugetieren aus der Ordnung der
unpaarzehigen Huftiere, von andern unterschieden
durch dreizehige Füße und ein oder zwei auf der
Nase stehende Hörner, welche nur mit der Haut ver-
bunden und aus Hornfasern (verwachsenen Haaren)
zusammengesetzt sind. Der Körper ist sehr groß und
plump und steht auf verhältnismäßig niedrigen
Füßen; die Haut ist dick, meist rauh, fast unbehaart
und höchstens mit spärlichen Borsten besetzt. Die
Schnauze ist verlängert, aber ohne Rüssel, dessen
Stelle die vorstreckbare Oberlippe versieht, das Maul
stumpf und breit, der Sckwanz kurz, dünn, mit einem
Haarpinsel versehen. Die kleinen, blöden Augen
stehen an der sattelförmigen Einbuchtung des Schä-
dels. Die N. leben familienweise zusammen in den
tropischen Gegenden Asiens und Afrikas. Alle näh-
ren sich allein von Pflanzen, ziehen sumpfige Gegen-
den zum Wohnorte vor, wälzen sich im Morast und
sind ziemlich trag und stumpfsinnig, gereizt aber
sehr wild. Gehör und Geruch sind unter den Sin-
nen bei ihnen am meisten ausgebildet. Man teilt
sie nach der Anzahl der Hörner in ein- und zwei-
hörnige. Zu den erstern gehört das indische N.
MKin0C6i'08 inäieu8 Onn., s. Tafel: Nashörner,
Fig. 2), welches sich hauptsächlich durch das 60 cm
lange einzelne Horn und die tief gespaltene, in Felder
geteilte, panzerartige Haut unterscheidet, und das
weit kleinere javanische N. (NIim006r08 ^avaui-
ou8 Onv.). Zu den zweihörnigen Arten gehört das
sumatranischeN. (RbinoesroZ 8um9.ti-Huii3 t)uv.)
und das afrikanische oder schwarze N. (likino-
c6ro8 bicoriuI ^., Fig. 1) in Südafrika, dessen