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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Naundorff; Naunhof; Naunyn; Naupaktos; Nauplĭa; Nauplĭus; Naurûz; Nausĕa; Nausikăa; Nautch; Nautical Almanac

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Naundorff - Nautical Almanac

Köster (ebd. 1892); Krottenschmidt, Naumburger Annalen vom J. 1305 bis 1547, hg. von Köster (ebd. 1893); Lange, Chronik des Bistums N., hg. von Köster (ebd. 1893). – 3) N. am Queis, Stadt im Kreis Bunzlau des preuß. Reg.-Bez. Liegnitz, an der Mündung der Ivenitz in den Queis, Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Liegnitz), hatte 1890: 2165 E., darunter 728 Evangelische, 1895: 1962 E., Post, Telegraph, ein ehemaliges Nonnenkloster der Magdalenerinnen, 1217 durch Heinrich den Bärtigen gestiftet und 1810 säkularisiert, sowie bedeutende Fabrikation von Töpfergeschirr. – 4) N. in Hessen, Stadt im Kreis Wolfhagen des preuß. Reg.-Bez. Cassel, am Flüßchen Elbe, Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Cassel), hatte 1890: 1246, 1895: 1320 E., darunter 374 Evangelische und 51 Israeliten, Post, Telegraph; Fabrikation von Thon-, Holzwaren und Mühlsteinen. – 5) N. am Bober, Stadt im Kreis Sagan des preuß. Reg.-Bez. Liegnitz, am Einfluß der Briesnitz in den Bober, hatte 1890: 819, 1895: 842 E., darunter 84 Katholiken, Post, Telegraph, Solquellen und Viehmärkte.

Naundorff, Karl Wilh., angeblich der Sohn Ludwigs ⅩⅥ., s. Ludwig ⅩⅦ.

Naunhof, Stadt in der Amtshauptmannschaft Grimma der sächs. Kreishauptmannschaft Leipzig, an der Parthe und der Linie Leipzig-Döbeln-Dresden der Sächs. Staatsbahnen, hatte 1890: 2000 E., darunter 33 Katholiken, 1895: 2348 E., Post, Telegraph; Wollspinnerei und Cigarrenfabrikation. N. wird als Sommerfrische besucht, namentlich von Leipzig aus, dessen Wasserwerke sich teilweise hier befinden.

Naunyn, Bernh., Arzt und Kliniker, geb. 2. Sept. 1839 zu Berlin, studierte daselbst und in Bonn, war 1862‒68 Assistent der Frerichsschen Klinik in Berlin und wurde 1869 als ord. Professor der mediz. Klinik nach Dorpat, 1871 nach Bern, 1872 nach Königsberg, 1888 nach Straßburg berufen. Seine Arbeiten betreffen vorwiegend das Gebiet der pathol. Chemie und der experimentellen und klinischen Pathologie; an der modernen Entwicklung der Lehre von den krebsartigen Neubildungen, von der Blutgerinnung, von der Gelbsucht und der Gallensteinkrankheit, dem Diabetes, dem Fieber und dem Gehirndruck und der Aphasie hat er wirksam mit gearbeitet. Der größte Teil seiner Abhandlungen findet sich bis 1872 im «Archiv für Anatomie, Physiologie und wissenschaftliche Medizin», später in dem von ihm in Verbindung mit Klebs und Schmiedeberg begründeten «Archiv für experimentelle Pathologie und Pharmakologie» (Lpz. seit 1873) veröffentlicht. Außerdem gab er einen Band «Mitteilungen aus der mediz. Klinik zu Königsberg» (Lpz. 1888), «Klinik der Cholelithiasis» (ebd. 1892) u. a. heraus.

Naupaktos, griech. Ort, s. Lepanto.

Nauplĭa (im Mittelalter und noch heute im Volksmunde Nauplĭon, von den Venetianern Napoli di Romania genannt), Hauptstadt der Eparchie N. im griech. Nomos Argolis und Korinthia, liegt im östl. Teile des Peloponnes an der Nordostseite des Golfs von Argolis oder N. auf einer schmalen felsigen Halbinsel, mit Korinth durch Bahn verbunden, und ist durch seine Lage wie durch (jetzt verfallende) Festungswerke, besonders die drei großen Kastelle Palamidi (auf einem 210 m hohen, steilen Felsen), Itschkaleh und das Hafenschloß Burtzi, die festeste Seestadt Griechenlands. Der Hafen kann 600 Schiffe fassen. N. ist eng gebaut, zwischen Felsen und Meer eingezwängt, sehr ungesund, hat (1889) 5459, als Gemeinde 10879 E., Gymnasium und lebhaften Handel. N. ist Sitz eines Erzbischofs. – Im Altertum war N. selbständige Seestadt, sank aber, während des zweiten Messenischen Krieges von den Argivern unterworfen, zur Hafenstadt von Argos herab. Es teilte dann die Geschichte dieser Stadt und im Mittelalter die des Peloponnes unter byzant. und fränk. Herrschaft. N. wurde 1389 venetianisch, 1540 von den Türken genommen, 1686 von den Venetianern wiedererobert und kam 1715 abermals an die Türken. Im Dez. 1822 von den Türken übergeben, wurde es 1824 Sitz der griech. Regierung; 1831 ward Kapodistrias daselbst ermordet, 1832 tagte in der Vorstadt Pronia die hellenische Nationalversammlung, und 6. Febr. 1833 landete im Hafen König Otto. Am 13. Febr. 1862 brach zu N. der Militäraufstand aus, der seine Entthronung im Gefolge hatte.

Nauplĭus (s. Tafel: Krustentiere Ⅰ, Fig. 8), die erste Larvenform, in der die meisten Krustentiere des Meers, auch einzelne des süßen Wassers, das Ei verlassen. Der N. ist sehr klein, mit eirundem Körper und an der Unterseite mit drei gespaltenen, gliedmaßenartigen Anhängen, die den spätern Antennen und Mandibeln des ausgebildeten Krebses entsprechen; sie dienen zur Bewegung und zum Tasten. Meist besitzt der N. auch einen unpaaren Augenfleck. Bei den höhern Krebsen entwickelt sich aus dem N. durch Häutung eine Anzahl immer vollkommener organisierter Stadien, bis im geschlechtsreifen Tier der Abschluß erreicht ist. Bei den niedern Krebsen, namentlich den festsitzenden und schmarotzenden, ist der Entwicklungsgang umgekehrt. Die entwickelten Tiere sind in manchen Punkten niedriger organisiert als ihre Larven, sie haben eine rückschreitende Metamorphose (s. d.) durchgemacht.

Naurûz, das Neujahrs- und Frühlingsfest der Perser, dessen Einsetzung dem sagenhaften König Dschemschid zugeschrieben wurde. Während die mohammed. Feste sämtlich innerhalb des Cyklus der Mondmonate festgesetzt werden, knüpft sich das N. an das Sonnenjahr an; es fällt auf den Eintritt der Sonne in das Zeichen des Widders zur Zeit der Frühlings-Tag- und -Nachtgleiche und wird unter Beteiligung des Schahs, welcher große Hofcour hält, Pferderennen veranstaltet und Geschenke spendet, von der ganzen Bevölkerung, die ebenfalls Gaben austauscht, gefeiert. Um dem N. innerhalb des Islam bleibende Bedeutung zu ermöglichen, hat ihn der pers. Islam mit islamit. Momenten in Zusammenhang gebracht. Mohammed soll z. B. an diesem Tage den Ali feierlich zum Nachfolger ernannt haben.

Nausĕa (lat.), Seekrankheit, Übelkeit, Ekel, Brechreiz; Nauseōsa, Mittel, welche Übelkeit und Ekel, doch ohne Erbrechen, hervorrufen.

Nausikăa, Tochter des Alkinoos (s. d.), Königs der Phaiaken, und der Arete, wird nach der Odyssee (6. Buch) von dem schiffbrüchigen Odysseus mit ihren Gespielinnen am Ufer beim Ballspiel getroffen und um Hilfe angefleht und heißt Odysseus im Hause ihres Vaters Gastfreundschaft suchen. Sophokles dichtete eine «Nausikaa». Nach Spätern soll N. Gemahlin des Telemachos geworden sein und diesem den Perseptolis oder Ptoliporthos geboren haben. – N. ist auch der Name des 192. Planetoiden.

Nautch, engl. Schreibung für Nātsch, s. Bajaderen.

Nautical Almanac (engl., spr. nahtĭkĕel ahlmĕnäck), eine namentlich für den Seefahrer zur Anstellung von Ortsbestimmungen wichtige Sammlung