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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Niobe-Essenz; Niobit; Niobium; Niobsäure; Niort; Nios; Nipigon; Nipissing; Nipon; Nipperdey; Nippes; Nippflut; Nippold; Nippon

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Niobe-Essenz – Nippon

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Niobe'

andern Sammlungen; so im Vatikan eine Tochter, die in Florenz nicht vertreten ist. – Vgl. Welcker, Über die Gruppierung der N. und ihrer Kinder (Bonn 1836); Friederichs, Praxiteles und die Niobegruppe (Lpz. 1855); Stark, N. und die Niobiden (ebd. 1863).

N. ist auch der Name des 71. Planetoiden.

Niŏbe-Essenz, ein in der Parfümerie verwendetes Öl, Benzoesäuremethyläther. Zu seiner Darstellung sättigt man eine Lösung von Benzoesäure in überschüssigem Methylalkohol mit Salzsäuregas, vermischt dann mit Wasser und destilliert das hierdurch ausgeschiedene Öl. Dasselbe siedet bei 195°.

Niobīt, Mineral, s. Tantal.

Niobĭum (chem. Zeichen Nb, Atomgewicht 94,2), ein selten vorkommendes Metall, das sich in den Mineralien Columbit und Pyrochlor findet. Es ist bis jetzt nur in Gestalt eines unschmelzbaren schwarzen Pulvers dargestellt worden, das jedoch noch Wasserstoff enthält. Das N. ist ein häufiger Begleiter des Tantals und hat deshalb seinen Namen von der Niobe, der Tochter des Tantalus, erhalten. Es wurde von H. Rose in dem Columbit von Bodenmais (Bayern) entdeckt.. Mit Vanadin und Tantal bildet es eine natürliche Familie, die sich der Gruppe des Stickstoffs anschließt. Die Sauerstoffverbindung des N., die Niobsäure, als Anhydrid Nb2O5, ist der Tantalsäure sehr ähnlich.

Niobsäure, s. Niobium.

Niort (spr. -ohr). 1) Arrondissement im westfranz. Depart. Deux-Sèvres in Ober-Poitou, hat 1412,9 qkm, (1891) 110584 E., 10 Kantone und 92 Gemeinden. –

2) Hauptstadt des Depart. Deux-Sèvres, 66 km südwestlich von Poitiers und 51 km vom Meere, an der hier schiffbaren Sèvre-Niortaise und den Linien Parthenay-St. Jean d'Angély, N.-Ruffec (83 km), Bressuire-N. (77 km) und St. Benoit (Poitiers)-La Rochelle der Staatsbahnen, hat (1891) 20082, als Gemeinde 23225 E., darunter viele Protestanten, in Garnison das 7. Husarenregiment und ist Sitz der 9. Kavalleriebrigade, des Präfekten, eines Gerichtshofs erster Instanz, eines Assisenhofs, Handelsgerichts, Schiedsgerichts, eines reform. Konsistoriums und einer Nebenstelle der Bank von Frankreich. Bemerkenswert sind die Notre-Dame- (1491–1534) und die 1858–66 restaurierte Andreaskirche, das ehemalige Stadthaus aus dem J. 1520–30 (angeblich Palast Eleonorens von Poitou, auch Palais d'Aliénor), der schöne 1848 angelegte Jardin public, das Denkmal des Ministers A. Ricard und ein Brunnen mit der Bronzestatue der Hoffnung. Von dem festen Schlosse, worin 1635 die Marquise von Maintenon geboren wurde, ist nur noch der Donjon mit mehrern großen Türmen übrig. N. hat ein Lyceum (Fontanes), eine öffentliche Bibliothek mit 30000 Bänden, ein Museum für Gemälde, Skulpturen, Altertümer und Mineralien, wissenschaftliche und gemeinnützige Gesellschaften. Großartig ist der Garten- und Gemüsebau, besonders von Artischocken, Angelica und Zwiebeln (Oignons de Niort), daneben giebt es große Gerbereien, Handschuhfabriken, Woll- und Baumwollspinnereien, Brauereien u.a., auch ist N. Stapelplatz für Böttcherholz und treibt Handel mit Getreide, Wolle, Fellen, Häuten, Glas, Seife, eingemachten Früchten und Wein. – Vgl. Favre, Histoire de la ville de N. (Niort 1880).

Nios, eine der Cykladen, s. Ios.

Nipigon, See in Britisch-Nordamerika, nördlich vom Obern See, in den er durch den Nipigonfluß ↔ abfließt, ist 7500 qkm groß, bis 165 m tief und von unzähligen Inseln besetzt.

Nipissing, See in Britisch-Nordamerika, steht im N. mit dem See Tamagaming, im O. durch den River Mattawa mit dem Ottawa in Verbindung und fließt in die Georgianbai des Huronsees.

Nipon (richtiger Nippon), auch Dainippon (Groß-Nippon) oder Hondo, eigentlich der Gesamtname des Japanischen Reichs, wird aber in neuester Zeit als Name für die Hauptinsel Hondo oder Honshiu verwendet. (S. Japan.)

Nipperdey, Karl Ludw., Philolog, geb. 13. Sept. 1821 zu Schwerin in Mecklenburg, studierte in Leipzig und Berlin Philologie, habilitierte sich 1850 in Leipzig, wurde 1852 außerord., 1854 ord. Professor in Jena, wo er 2. Jan. 1875 starb. Von N.s Werken sind zu nennen seine Ausgaben des Cäsar (mit kritischen Prolegomenen und Apparat, Lpz. 1847; Textausg., 3. Aufl., ebd. 1872), des Cornelius Nepos, mit deutschen Anmerkungen (größere Ausg., Berl. 1849; 2. Aufl., besorgt von Lupus, 1879; kleinere, ebd. 1851; 9. Aufl., besorgt von Lupus, ebd. 1885), der «Annalen» des Tacitus, mit Anmerkungen (2 Bde., 1851–52; 9. bez. 5. Aufl., besorgt von Andresen, 1892), seine Textausgaben des Nepos (1867) und des Tacitus (4 Bde., 1871–76), ferner eine Anzahl kritischer Arbeiten, die mit Ausnahme der «Legales annales der röm. Republik» (Lpz. 1865) in seinen «Opuscula» (hg. von Schöll, Berl. 1877) vereinigt sind. – Vgl. Rud. Schöll, Karl N. (Jena 1875).

Nippes, Vorstadt von Köln (s. d.).

Nippflut, s. Gezeiten.

Nippold, Friedr., prot. Kirchenhistoriker, geb. 15. Sept. 1838 zu Emmerich, studierte in Halle und Bonn, bereiste 1861–63 den Orient, habilitierte sich 1865 in Heidelberg, wurde 1867 dort außerord. Professor, 1871 ord. Professor der Kirchengeschichte in Bern und 1884 nach Jena berufen. Ein Schüler R. Rothes, ist N. ein Vertreter der liberalen Theologie; er gehört zum Centralvorstand des Gustav-Adolf-Vereins und zu den Begründern des Allgemeinen evang.-prot. Missionsvereins und des Evangelischen Bundes. Sein Hauptwerk ist das «Handbuch der neuesten Kirchengeschichte» (Elberf. 1867), dessen 3. Auflage sich zu einem ausführlichen, die Parallele zwischen den Einzelkirchen bis zur Reformation zurückverfolgenden Werke gestaltete (Bd. 1: «Einleitung in die Kirchengeschichte des 19. Jahrh.», Elberf. 1880; Bd. 2: «Geschichte des Katholicismus seit der Restauration des Papsttums», ebd. 1883; Bd. 3: «Geschichte des Protestantismus seit den deutschen Befreiungskriegen», Berl. 1890; Bd. 4 «Amerik. Kirchengeschichte», ebd. 1892). Aus Rothes Nachlaß veröffentlichte er eine Reihe von Aphorismen: «Stille Stunden» (Wittenb. 1872; 2. Aufl. 1888), eine Vorarbeit zu «Richard Rothe. Ein christl. Lebensbild» (2 Bde., ebd. 1874; 2. Ausg. 1877). Auch besorgte er die deutsche Bearbeitung von Bunsens Biographie (3 Bde., Lpz. 1868–71) und eine neue Ausgabe von Hagenbachs «Kirchengeschichte» (Bd. 1–3, ebd. 1885–87). Ferner gab er die Gesammelten Vorträge und Abhandlungen Rothes (Elberf. 1886) sowie die Boyenschen Memoiren heraus (3 Bde., ebd. 1889–90). Außerdem schrieb N. eine große Anzahl Abhandlungen, namentlich über neuere Kirchengeschichte (Altkatholicismus, Jesuiten u.a.).

Nippon, s. Nipon.