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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Nograd; Nohl; Noire; Noirmoutiers; Noisseville; Noki; Nokk; Nokki; Noktambulismus; Nola

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Nógrád – Nola

Nógrád, ungar. Komitat, s. Neograd.

Nohl, Ludw., Musikschriftsteller, geb. 5. Dez. 1831 zu Iserlohn, studierte zu Bonn, Heidelberg und Berlin Jura, in Berlin zugleich bei Dehn Generalbaß. Hierauf war er eine Zeit lang Referendar in Iserlohn, ließ sich aber später als Musiklehrer in Heidelberg nieder und habilitierte sich 1860 als Privatdocent daselbst. Von 1865–68 las er in München, ging 1875 wieder als Privatdocent nach Heidelberg und wurde zugleich Docent am Polytechnikum zu Karlsruhe und 1880 Professor. N. starb 16. Dez. 1885 in Heidelberg. Von seinen Schriften, in denen er Parteigänger der neudeutschen Schule ist, sind zu nennen: «Beethovens Leben» (3 Bde., Wien und Lpz. 1864–77), «Musikalisches Skizzenbuch» (Münch. 1866), «Neues Skizzenbuch» (ebd. 1869), «Beethoven, Liszt, Wagner» (Wien 1874), «Mozarts Leben» (2. Aufl., Lpz. 1877) u.s.w. Auch gab er «Mozarts Briefe» (2. Aufl., Lpz. 1877) heraus.

Noiré (spr. nŏareh), Ludwig, philos. Schriftsteller, geb. 26. März 1829 in Alzey (Rheinhessen), studierte in Gießen und war seit 1849 Gymnasiallehrer zu Mainz, wo er 27. März 1889 starb. N. hat im Anschluß an Spinozistische und Schopenhauersche Philosopheme sowie an die Theorien der modernen Naturforschung ein System monistischer Weltanschauung zu begründen gesucht, wonach Empfindung und Bewegung die einzigen und identischen Eigenschaften der Welt sind. Abgesehen von einigen litterarisch-ästhetischen Schriften gab er heraus: «Die Welt als Entwicklung des Geistes» (Lpz. 1874), «Grundlegung einer zeitgemäßen Philosophie» (ebd. 1875), «Der monistische Gedanke» (ebd. 1875), «Die Doppelnatur der Kausalität» (ebd. 1876), «Aphorismen zur monistischen Philosophie» (ebd. 1877; 2. Ausg. 1884), «Einleitung und Begründung einer monistischen Erkenntnistheorie» (ebd. 1877; 2. Ausg., Mainz 1884), «Der Ursprung der Sprache» (Mainz 1877), «Max Müller und die Sprachphilosophie» (ebd. 1879), «Das Werkzeug und seine Bedeutung für die Entwicklungsgeschichte der Menschheit» (ebd. 1880), «Die Lehre Kants und der Ursprung der Vernunft» (ebd. 1882), «Die Entwicklung der abendländ. Philosophie bis zur Kritik der reinen Vernunft» (ebd. 1883), «Die menschliche Kunst und ihre Bedingungen» (Bresl. 1884), «Logos. Ursprung und Wesen der Begriffe» (Lpz. 1885).

Noirmoutiers (spr. nŏarmutĭeh). 1) Insel an der franz. Westküste, zum Depart. Vendée (Arrondissement Les Sables d'Olonne) gehörig, schließt die Bai von Bourgneuf im SW. ab und ist durch die kaum 2 km breite, während der Ebbe zu durchschreitende Meerenge Goulet de Fromentine vom Lande getrennt. N. ist 18 km lang und bis 6 km breit, sehr fruchtbar und gut angebaut. –

2) Stadt an der Ostseite der Insel N., hat einen Seehafen, ein kleines festes Schloß und (1891) 2008, als Gemeinde 6193 E., welche Seegras, Seesalz und Soda gewinnen und Schiffahrt, Kabeljau- und Austernfischerei treiben. 2 km nordwestlich ist das Seebad La Chaise.

Noisseville (spr. nŏass'wil), Dorf im Kanton Vigy, Landkreis Metz des Bezirks Lothringen, 7 km östlich von Metz, an einem Zufluß der Mosel, hat (1890) 189 kath. E., Post, Telegraph, kath. Kirche und ist bekannt durch den Ausfallskampf 31. Aug. und 1. Sept. 1870. Bazaine beschloß, um Mac-Mahon, der längs der belg. Grenze ihm Entsatz zu bringen versuchte, die Hand zu reichen und nach Überrennung des 1. preuß. Korps und der ↔ Landwehrdivision Kummer im offenen Moselthale über Thionville Raum zu gewinnen, für den 31. Aug. einen Ausfall gegen die Ostfront. Am Vormittag des 31. Aug. war die franz. Armee auf dem rechten Moselufer versammelt. Das 1. preuß. Korps stand auf der Linie Failly-Poix-Servigny-Noisseville-Montoy-Colombey. Infolge des ungestümen Vorstoßes der Franzosen um 4 Uhr verloren die deutschen Vortruppen N., Montoy, Coincy und Servigny. Eine große Artillerielinie (74 Geschütze) hinderte zunächst das Vordringen der Franzosen. Servigny wurde am Abend genommen; nächtliche Überfälle gegen N. scheiterten, Poix und Failly wurden gehalten. Die Landwehrdivision Kummer wurde als Reserve hinter den rechten, die 25. hinter den am meisten bedrohten linken Flügel des 1. Armeekorps gezogen. In der Nacht versuchten die Franzosen vergebens Servigny wiederzunehmen.

Für den 1. Sept. wurde durch Manteuffel die Wiedereinnahme der verlorenen Stellungen befohlen. Am frühen Morgen begannen die Bewegungen, zunächst ohne Erfolg; andererseits machten die überaus günstig gestellten Artillerielinien des 1. Korps, durch die Korpsartillerie des 9. Korps verlängert, alle Gegenstöße der Franzosen erfolglos. Die Infanterie des 9. Korps, die den linken preuß. Flügel unterstützte, ließ die Absicht Bazaines, diesen zu umwickeln, scheitern. Im Centrum blieb der franz. Angriff matt. Als gegen Mittag ein allgemeiner Vorstoß der deutschen Linien gegen das Centrum (hauptsächlich über Flanville gegen Montoy) sich geltend machte, räumten die Franzosen die gewonnenen Dörfer und gingen in der Mehrzahl auf das linke Moselufer zurück. 40000 Deutsche hatten 120000 Franzosen zurückgeschlagen. – Vgl. Kunz, Die Schlacht bei N. (Berl. 1892).

Noki, portug. Hafenplatz, s. Nokki.

Nokk, Franz Wilhelm, bad. Minister, geb. 30. Nov. 1832 in Bruchsal, studierte in Freiburg, Bonn und Heidelberg die Rechte, bekleidete dann verschiedene Stellen im Justiz- und Verwaltungsdienste, unternahm 1858 eine größere Reise nach Frankreich und Italien und wurde 1862 Sekretär bei dem neu errichteten Schulrat, 1864 Oberschulratsassessor. 1865 wurde N. durch Lamey in das Ministerium des Innern berufen, 1867 zum Ministerialrat und 1874 zum Direktor des Oberschulrats ernannt. 1867–71 war er auch Mitglied der bad. Zweiten Kammer. 1881 wurde er Präsident des neu errichteten Ministeriums der Justiz, des Kultus und Unterrichts, 1886 Wirkl. Geheimrat und Ehrendoktor der Universität Heidelberg. Nach Turbans Rücktritt wurde er 7. März 1893 zum Staatsminister und Präsidenten des Staatsministeriums ernannt.

Nokki (auch Noki), portug. Hafenplatz am untern Kongo, in unmittelbarer Nähe von Matadi (s. d.). Seeschiffe bis zu 1500 Tonnen können hier landen. 1873 gegründet und aus zwei portug., einer franz. und span. Faktorei bestehend, hat es seit dem Aufblühen von Matadi an Bedeutung verloren.

Noktambulismus (neulat.), das Nachtwandeln.

Nola, Stadt im Kreis N. (95199 E.) der ital. Provinz Caserta, 22 km nordöstlich von Neapel, an der Linie Cancello-Avellino und der Schmalspurbahn Neapel-Bajano, zählt (1881) 10062, als Gemeinde 11931 E., in Garnison das 7. Kavallerieregiment , und ist eine der ältesten Städte Campaniens. In der Nähe lieferte 216 und 215 v. Chr. Marcellus dem Hannibal zwei glückliche Schlachten.

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 399.