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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Panzerechsen – Panzerplatten

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Panzerdrehtürme'

zweite Stütze senkrecht und stützt an dieser Seite die Plattform gegen die Drehscheiben. Während des Ladens wird das Gewicht durch einen Kran angehoben, hierdurch wird die Massenverteilung im Turm derart geändert, daß dieser sich fest aus die Stütze legt; ein besonderes festes Gewicht an der Turmwandung hinter den Geschützen bewirkt diesen Zug nach unten. Soll zum Schuß der Turm mit seinen Geschützscharten wieder in die Höhe schaukeln, so wird die Stütze beiseite geschoben, der Turm sinkt dadurch hinten hinunter und steigt vorn in die Höhe.

Panzerechsen, s. Krokodile.

Panzerfahrzeug, s. Panzerschiff und Marine; über die P. der einzelnen Seemächte s. die Einzelartikel.

Panzerfregatte, s. Fregatte.

Panzerganoidfische, s. Placodermen.

Panzergeschosse, s. Geschoß.

Panzerhandschuh, Kampfhandschuh, Teil der mittelalterlichen Rüstung, kommt als Fingerhandschuh oder als Fäustling vor.

Panzerhemd, s. Harnisch und Kettenpanzer.

Panzerkanonenboote, s. Kanonenboote und Panzerschiff.

Panzerkette, im allgemeinen jede dicht gefügte Kette mit starken Gliedern, z. B. eine derartige Uhrkette; im besondern die Stahlkette, welche vielfach auf dem Kopfstück des Hauptgestelles der Kavalleriepferde zwischen den Ohren angebracht wird, um ein Durchhauen des Hauptgestelles zu verhindern, wodurch dem Pferde das Gebiß aus dem Maule fallen würde. Die P. ist in der deutschen Armee abgeschafft, nur in einzelnen Husarenregimentern als Paradeschmuck der Offizierpferde beibehalten.

Panzerkorvette, s. Korvette.

Panzerkrebs, Krankheit, s. Cancer en cuirasse.

Panzerkrebse (Loricata), eine Gruppe langschwänziger Krebse, die durch den Mangel von Scheren an den ersten Fußpaaren charakterisiert wird. Hierher gehört die Languste (Palinurus), auch Stachelhummer genannt, die häufig mit dem Hummer verwechselt wird, sich indessen leicht durch den Mangel der Scheren, die mächtigen äußern Fühler und das bestachelte Kopfbruststück unterscheidet. Ihre pelagisch lebenden Larven, eigentümlich gestaltete glashelle Wesen, wurden, ehe man ihre Zugehörigkeit zu den entwickelten Langusten erkannte, als Phyllosoma beschrieben. Die gewöhnliche Languste (Palinurus vulgaris Latreille) bewohnt das Mittelmeer und die europ. Westküste. Ihre Nahrung besteht in Muscheln, Schnecken, Seepocken u. a., deren oft felsharte Gehäuse sie mit den Klauen des ersten Beinpaares und den gewaltigen Kiefern geschickt zu öffnen weiß. Ihr Fleisch ist feiner und geschätzter als das des Hummers und der Preis auf den Märkten höher. Gekocht wird sie, wie Flußkrebs und Hummer, rot. Eine zweite Gattung sind die Bärenkrebse (Scyllarus), plumpe, träge Geschöpfe, deren äußere Fühler zu großen Platten umgebildet sind, mit denen die Tiere Angriffe abwehren und ihre Beute beim Fressen schützen.

Panzerkreuzer, die stärksten, für den Kreuzerkrieg (s. d.) bestimmten Schiffe. Sie sind ebenso groß wie die eigentlichen Panzerschiffe (s. d.), haben weniger starke Panzerung und leichtere Geschützausrüstung wie diese, dafür aber stärkere Maschinen und größern Kohlenvorrat. Somit sind die P. zu langen selbständigen Kreuzerfahrten geeignet, können den Kampf mit kleinern und ältern Schlachtschiffen aufnehmen und dem Kampfe mit großen ↔ Panzerschiffen infolge ihrer größern Geschwindigkeit entgehen. Außer der deutschen Marine haben alle Kriegsflotten ersten bis dritten Ranges P. kriegsfertig. In Deutschland ist 1896 mit dem Bau des ersten P. («Ersatz Leipzig») begonnen worden. Ein typischer P. ist der Ende 1892 in Petersburg von Stapel gelassene Rjurik; er hat ein Deplacement von 10900 t, also rund 900 t mehr als die größten deutschen Schlachtschiffe Brandenburg u. s. w. Der Rjurik ist 133 m lang (also eins der längsten Kriegsschiffe) , 20 m breit und hat 9 m Tiefgang. Seine Zwillingsmaschinen indizieren 13250 Pferdestärken und geben dem P. 18 Seemeilen Geschwindigkeit. England hat (1896) 18, Frankreich 13, Nordamerika 3, Italien 6, Rußland 15, Spanien 10, Japan 5, Osterreich und Argentinien je 2, Chile und Griechenland je 1 P., teils fertig, teils im Bau.

Panzerkuppel, Panzerlafetten, s. Panzerdrehtürme.

Panzerplatten, Eisen- und Stahlplatten, die als Schutzmittel für Schiffe und Landbefestigungen gegen feindliche Geschosse dienen. Zuerst wurden im Krimkriege von Franzosen und Engländern hölzerne schwimmende Batterien mit P. bekleidet. Diese Platten hatten eine Stärke von 10,5 cm, waren für die damalige Artillerie (Rundkugel aus glatten Geschützen) undurchdringlich und bewährten sich. Seitdem hat die Artillerie mit Bezug auf Durchschlagskraft so bedeutende Fortschritte gemacht, daß man auch beständig die Stärke der P. hat vermehren müssen. Auf der einen Seite ist man bei Geschützen angelangt, die ein Geschoß von 1050 kg mit 470 kg Pulverladung feuern, und auf der andern Seite sind die P. bis zu 80 cm Dicke gewachsen. Anfangs hat man die P. aus bestem Schmiedeeisen hergestellt, später jedoch schweißte man Stahl auf Eisen, weil dann die Widerstandskraft größer wird. Derartige P. werden als Compoundplatten bezeichnet. Die P. haben je nach der Größe der Schiffe verschiedene Dimensionen, im Durchschnitt 5–6 m Länge und 1 m Breite. Sie werden mit Schraubenbolzen auf den Schiffsrumpf befestigt. Man giebt ihnen eine Unterlage von 30 bis 40 cm Teakholz, die mit einem Netzwerke von Winkeleisen durchsetzt ist. Teils dient diese Unterlage als Verstärkung der Widerstandskraft, teils um den Stoß beim Aufschlagen des feindlichen Geschosses auf eine größere Fläche zu verteilen. Je reiner das dazu verwandte Metall von fremden Beimischungen ist, desto widerstandsfähiger werden die Platten. Ohne Hinterlage wächst ihr Widerstand gegen Geschosse im Verhältnis zum Quadrat ihrer Dicke. Zur Verstärkung der Leistungsfähigkeit sind verschiedene Härtungsverfahren für das Ellis-Tresidder-Verfahren eingeführt worden. Große Fortschritte hat die Herstellung der P. seit 1891 gemacht. Neben den Compound-Panzerplatten hatte man schon in den achtziger Jahren gute massive Stahlplatten hergestellt durch Walzung und hydraulische Pressung; seit 1891 hat man dem Stahl noch 3,2 Proz. Nickel hinzugesetzt. Diese Nickelstahlpanzerplatten haben fast die doppelte Elasticität und Zugfestigkeit wie gewöhnliche Stahlplatten. Harvey hat ein Verfahren erfunden, wobei der Oberfläche der P. durch einen Kastenhärtungsprozeß Kohlenstoff ähnlich wie beim Cementierungsprozeß zugeführt wird. Die Panzerplatte bleibt fünf Tage im Ofen in einer Hitze, die genügt, um Gußeisen zu schmelzen; dann wird sie im Eiswasserbad und Öl-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 854.