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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Petersburg (in Nordamerika) - Petersilie

Namen Pieterburg) zum Schutz gegen die Schweden erbaut werden, bald jedoch faßte Peter den Entschluß, neben der Festung auch eine große Stadt anzulegen, die er 1712 zu seiner Residenz erwählte. Das einfache Haus, das sich der Zar gleich anfänglich in der Nähe der Festung auf der Petersburger Seite erbauen ließ, steht noch. Demselben gegenüber wurde 1714 ein ebenfalls noch vorhandenes Sommerpalais (der jetzige Sommergarten) aufgeführt. Das erste russ. Schiff verließ 1717 den Hafen von P.; 1727 kamen bereits 230 Schiffe daselbst an. 1750 zählte die Stadt schon 80000 E. Katharina II. ließ sich die Verschönerung und den Ausbau der Stadt besonders angelegen sein. Alexander I. sorgte für Austrocknung der Sümpfe und Moräste in den Umgebungen der Stadt, verband alle Inseln durch Brücken, legte Parks an und erbaute Kirchen und Paläste. Unter Nikolaus I. wurden ebenfalls großartige Bauten ausgeführt und die ersten Eisenbahnverbindungen mit dem Innern des Reichs hergestellt. Mit der größern Entwicklung des russ. Eisenbahnnetzes ist aber die Bedeutung P.s für den Handel zurückgegangen. Auch wirkten die Agitationen der Slawophilen, den Kaiser zu bestimmen, seine Residenz von P. nach Moskau zu verlegen, hemmend auf die Entwicklung P.s ein.

Vgl. Kohl, P. in Bildern und Skizzen (2. Aufl., 3 Bde., Dresd. und Lpz. 1845-46); Bastin, Guide du voyageur à St.-Pétersbourg (Petersb. 1866); Hafferberg, P. in seiner Vergangenheit und Gegenwart (ebd. 1866); Hübner, P. und Umgebungen (Berl. 1880); Baedeker, Rußland (Lpz. 1883; 3. Aufl. 1892); Petrow, Geschichte von P. (russisch, Petersb. 1885); Rößler, Petersburg (11. Aufl., Berl. 1887).

Petersburg (spr. pihtersbörg), Stadt und Einfuhrhafen im County Dinwiddie im nordamerik. Staate Virginien, Bahnknotenpunkt, südlich von Richmond am Appomattox-River, mit (1890) 22680 E., einem Park, Zollhaus, Gerichtshaus, Theater, zwei Markthallen, hat bedeutenden Handel nebst Zubereitung von Tabak, Baumwolle, Erdeicheln (Peanuts), sowie Industrie, die zum Teil Wasserkraft benutzt. Während der letzten Monate des Bürgerkrieges fanden in der Nähe blutige Schlachten statt. Vom 15. Juni 1864 bis 3. April 1865 wurde P. von Grant belagert.

Petersburg, Schloß bei Jechnitz in Böhmen.

Petersburger Konvention, der von sämtlichen europ. Staaten und von Nordamerika 11. Dez. 1868 abgeschlossene Vertrag, nach welchem Sprenggeschosse aus Handfeuerwaffen vom Kriegsgebrauch ausgeschlossen sind.

Petersdorf am Riesengebirge, Dorf im Kreis Hirschberg des preuß. Reg.-Bez. Liegnitz, am Austritt des Zacken aus dem Rieseugebirge, an der Nebenlinie Hirschberg - P. (16,7 km) der Preuß. Staatsbahnen, hat (1890) 2728 E., Post, Telegraph; sechs Holzstofffabriken, Fabriken für Spiegel, Krystall- und andere Glaswaren und Papier, sowie bedeutende Drechslereien. P. wird als Sommerfrische besucht. Zu P. gehören die Kolonien Hartenberg, Heidelberg und Kiesewald.

Petersen, Eugen Ad. Herm., Altertumsforscher, geb. 16. Aug. 1836 zu Heiligenhafen in Holstein, studierte in Kiel und Bonn klassische Philologie und Archäologie, lebte 1859-61 in Italien, 1861-62 in Hamburg und London und habilitierte sich darauf an der Universität Erlangen. 1864 wurde er Gymnasiallehrer in Husum, 1869 Oberlehrer in Plön, 1873 Universitätsprofessor in Dorpat, 1879 in Prag, 1886 Gymnasialoberlehrer in Berlin, übernahm jedoch in demselben Jahre das erste Sekretariat des kaiserlich deutschen Archäologischen Instituts in Athen, 1887 dasselbe Amt in Rom. Er veröffentlichte: "Theophrasti Characteres" (Lpz. 1859), "Kritische Bemerkungen zur ältesten Geschichte der griech. Kunst" (Plön 1871), "Die Kunst des Pheidias" (Berl. 1873), "Reisen in Lykien, Milyas und Kibyratis" (mit F. von Luschan, Wien 1889), "Städte Pamphyliens und Pisidiens", unter Mitwirkung von G. Niemann und E. P. hg. von Karl Grafen Lanckoroński (2 Bde., ebd. 1890-92).

Petersenscher Wiesenbau, s. Bewässerung (Bd. 2, S. 932 b), Drainierung und Wiesen.

Petersfisch, s. Sonnenfisch.

Petersgroschen, s. Peterspfennig.

Petershagen an der Weser, Stadt im preuß. Reg.-Bez. und Kreis Minden, links an der Weser, an der Einmündung der Ösper in dieselbe, Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Bielefeld), hat (1890) 1905 E., darunter 60 Katholiken und 55 Israeliten, Post, Telegraph, evang. Lehrerseminar mit Präparandenanstalt und Taubstummenanstalt in dem 1316 von Bischof Gottfried erbauten ehemaligen Residenzschloß der Bischöfe von Minden; Tabak- und Cigarrenfabriken, Dampfziegelei.

Petersilĭe (Petroselinum sativum Sw.), eine zur Familie der Umbelliferen gehörige Pflanze, die in den Gebirgsgegenden des südöstl. Europa wild, durch langjährige Kultur fast über die ganze Erde verbreitet ist. Schon im Altertum war sie eine geschätzte Gewürzpflanze. Die Früchte wie auch das Kraut und die Wurzel waren früher offizinell. Sie hat dreifach gefiederte Blätter mit keilförmig verschmälerten, dreilappigen, oben glänzenden Blättchen. Von ihren Gartenformen werden außer der gemeinen Art selbst am häufigsten kultiviert: die Krauspetersilie, die weniger leicht in den Samenstengel schießt und nicht mit dem giftigen Gartenschierling (Hundspetersilie) verwechselt werden kann, und die Moospetersilie mit noch feiner gekrausten Blättern. Die krausblätterigen Sorten werden auch zur Verzierung der Fischplatten u. s. w. benutzt. Man sät die P. in fettes Land sehr weitläufig zu verschiedenen Zeiten, im Herbst für den Frühjahrsbedarf, im April für die Sommermonate und im Juli für den Herbst, immer in flache Rillen, die 15 cm voneinander entfernt gezogen werden. Die beste Weise aber, sich P. für den Winter zu sichern, ist die Benutzung eines sog. Petersilientopfes, eines vasenartigen Thongefäßes mit regelmäßig verteilten Löchern in der Wand. Indem man dieses Gefäß nach und nach mit Erde füllt, legt man die Wurzeln der P. dergestalt ein, daß sie mit dem Wurzelhalse dicht vor den Öffnungen zu liegen kommen. In der Küche oder in einer kühlen Stube an einem hellen Platze aufgestellt und von Zeit zu Zeit von oben begossen und öfter gedreht, so daß nach und nach alle Seiten von der Sonne beschienen werden, bedeckt sich das Gefäß binnen kurzem mit dichtem Grün, das sich monatelang immer wieder ersetzt. Die P. hat eine Varietät mit möhrenartiger und eine andere mit rundlicher Wurzel, die ein vortreffliches Gemüse giebt, die Petersilienwurzel (s. Tafel: Gemüse III, Fig. 9). Man sät sie im Frühjahr möglichst zeitig in fetten, etwas frischen Boden in Reihen und verdünnt die Pflanzen in denselben auf einen Abstand