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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Pinsk; Pinta; Pinte; Pinto; Pintos; Pintschow; Pinturicchio; Pinulinsäure; Pinus; Pinxit; Pinzette; Pinzgau

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Pinsk - Pinzgau

artig entwickelter, mit Horn überzogener Papillen (wahrscheinlich modifizierte Federn) besetzt ist; sie ernähren sich meist von Früchten und Pflanzensäften; der merkwürdige grauschwarze Kea (Nestor notabilis Gould., s. Tafel: Papageien II, Fig. 2) von Neuseeland hat neuerdings aber gelernt, an den Schafen Blut zu saugen, und wird den Herden hierdurch sehr schädlich. Die wichtigste Gattung, die auch der Liebhaberei die meisten Formen liefert, ist die der Keilschwanzloris, die einen stufigen Schwanz besitzen, dessen Federn am Ende mehr oder weniger zugespitzt sind. Das schönste und auch häufigste Mitglied dieser Familie ist der Keilschwanzlori (Trichoglossus Novae-Hollandiae Gm., s. Taf. III, Fig. 6), auch Gebirgslori, Lori von den Blauen Bergen, Allfarblori und Swainsonslori genannt, der in Australien lebt und jährlich in größerer Zahl auf den europ. Vogelmarkt gelangt und mit etwa 60 M. das Paar bezahlt wird. Seine Färbung ist grün, Kopf und Bauch violett, Nackenbinde gelbgrün, Brustmitte mennigrot, an den Seiten orangegelb, Schnabel rot. Wenn er auch Sämereien annimmt, so muß er doch daneben süßes Weichfutter haben, das aus Weißbrot, Eierbrot, Ameiseneiern, geriebenen Möhren, vielen saftigen Früchten mit etwas feinem Zucker bereitet wird. Aus der Gattung der Zierloris ist zu nennen der Schweif- oder Papualori (Charmosyna papuensis G., s. Taf. I, Fig. 6) von Neuguinea, halb so groß als der vorgenannte und ausgezeichnet durch die verlängerten mittlern Schwanzfedern. Über die Gattungen Breitschwanzloris und Fledermauspapageien, die auch zu den P. gehören, s. die betreffenden Artikel.

Pinsk. 1) Kreis im südwestl. Teil des russ. Gouvernements Minsk, im Gebiet des Pripet, der Jazolda, Pina u. a., hat 11 920,6 qkm, 178 157 E., große Sümpfe, Viehzucht, Obstbau, Waldindustrie, Schiffbau, gegen 50 Fabriken. Unter den Pinsker Sümpfen versteht man gewöhnlich das ganze weit über den Kreis hinausgehende Sumpfland Poljessje am Pripet mit seinen Zuflüssen. - 2) Kreisstadt im Kreis P., an der Pina und der Linie Shabinka-Luninez-Gomel-Brjansk der Poljessje-Eisenbahnen, hat (1890) 32 408 E., darunter zwei Drittel Juden, 2 russ., 1 kath. Kirche, 2 Klöster, 3 Synagogen, Realschule; Kreditgesellschaft, Gerbereien, Juchten, Stearin-, Cigarrenfabriken, bedeutenden Transithandel (10 Mill. Rubel) durch seine Lage am Dnjepr-Bug- und Oginskischen Kanalsystem. Hauptgegenstände des Verkehrs sind Getreide, Salz, Leder, Flachs, Talg, Wolle, Tabak; Dampfschiffahrt nach Kiew.

Pinta (Mal de los pintos, Mal pintado), eine in Mexiko und an den Abhängen der Cordilleren heimische Hautkrankheit, welche sich durch das Auftreten verschiedenartig gefärbter Flecken, Abschuppung der ergriffenen Hautpartien und lebhaftes Hautjucken zu erkennen giebt. (S. Albinos.) - P. heißt auch ein Flüssigkeitsmaß, s. Pinte.

Pinte (entstanden aus dem lat. pinctus [bemalt, mit einem Zeichen versehen]; ital. pinta; frz. pinte [spr. pängt]; engl. pint [spr. peint], ein kleines Hohlmaß. In Großbritannien sowie in den Vereinigten Staaten von Amerika ist das Pint sowohl Getreide- als auch Flüssigkeitsmaß und der 64. Teil des Bushels (s. d.) oder der 8. Teil des Gallons. In Frankreich war die alte Pariser P. ein Flüssigkeitsmaß, und zwar der 8. Teil der Velte; sie hatte im Kleinhandel einen gesetzlichen Inhalt von 0,931 l, im Großhandel enthielt sie 0,951 l. Erstern Inhalt hat sie noch jetzt im franz. Westindien und auf der Insel Haïti (auf letzterer kommt auch das Pint von 1/8 Wein-Gallon vor). Die Pinta war bis 1853 im schweiz. Kanton Tessin 1,506 l und bis zur Einführung des metrischen Systems in mehrern Teilen Oberitaliens ein Flüssigkeitsmaß von 1,3 bis 1,5 l.

Pinto, portug. Münze, s. Cruzado.

Pintos, Mal de los, s. Pinta.

Pintschow. 1) Kreis im südöstl. Teil des russ.-poln. Gouvernements Kielzy, an Zuflüssen der Weichsel, hat 1154,2 qkm, 99 152 E., Ackerbau und Viehzucht. - 2) P., poln. Pińczów, Kreisstadt im Kreis P., an der Nida, hat (1890) 6973 E., in Garnison das 41. Dragonerregiment; Post, Telegraph, kath. Kirche, Kloster, Progymnasium.

Pinturicchio (spr. -ríckjo), Bernardino, eigentlich Betti, Maler der Umbrischen Schule, geb. 1454 zu Perugia, gest. 11. Dez. 1513 zu Siena, war ein Mitschüler Peruginos, den er jedoch in der Innerlichkeit des Ausdrucks nicht erreichte. Er war thätig in Perugia, woselbst sich in der Gemäldegalerie von ihm ein Altarwerk: Maria mit dem Christkind und dem kleinen Johannes, befindet, in Spello (Verkündigung, von 1501, im Dom), in Orvieto, und wurde namentlich von Papst Alexander VI. für die Fresken im vatikanischen Palast zu Rom viel beschäftigt und hinterließ in Sta. Maria del Popolo treffliche Werke. Von 1502 an, in welchem Jahre er in der Dombibliothek zu Siena sein Hauptwerk, zehn Darstellungen aus dem Leben Papst Pius' II., begann, bei deren Komposition Raffael ihm Hilfe geleistet haben soll, arbeitete er in dieser Stadt, später malte er in Rom für Sta. Maria in Aracoeli Fresken aus dem Leben des heil. Bernhardin von Siena. - P.s Leben schrieb G. B. Vermiglioli (Perugia 1837); vgl. außerdem Schmarsow, Raffael und P. in Siena (Stuttg. 1880); ders., Bernardino P. in Rom (ebd. 1882).

Pinulinsäure, eine zweibasische organische Säure von der Zusammensetzung C7H12O4.

Pinus, der Linnésche Name aller ihm bekannten einhäusigen Nadelhölzer aus der Abteilung der Abietineen (im ganzen nur 12 Arten). Die große Verschiedenheit sowohl bezüglich der Anordnung und Organisation der Nadeln als der Blüten-, Zapfen- und Samenbildung veranlaßte spätere Botaniker, die Linnésche Gattung P. in mehrere Gattungen zu zerfällen: Picea (s. Fichte), Abies (s. Tanne), Tsuga und Pseudotsuga (s. Hemlockstanne), Larix (s. Lärche), Cedrus (s. Ceder), P. (s. Kiefer).

Pinxit (lat., abgekürzt pinx. oder p.), "hat es gemalt", wird auf Gemälden, dann auf Kupferstichen oder Holzschnitten, welche nach dem Gemälde eines andern als des Stechers selbst gefertigt sind, neben dem Namen des Malers angegeben, während der Stecher vor seinen Namen "sculpsit", der Drucker "excudit" setzt.

Pinzette, s. Pincette.

Pinzgau, das Längsthal der Salzach im österr. Herzogtum Salzburg mit seinen nördl. und südl. Seitenthälern, wird im S. von der Tauernkette, im N. von den sanftern, zum Teil bebauten Hängen der Kitzbühler Alpen umgeben, hat außer reichlicher Waldung guten Viehstand, auch Gold-, Silber-, Kupfer- und Eisenminen und zerfällt in Ober-, Mittel- und Unter-Pinzgau. Der untere Teil, von