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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Play - Plebs
Anschauungen, mit einem nie versiegenden Witze,
mit einem raschen, spannenden Dialog entrollt der
Dichter vor seinen Zuschauern einVild des heitersten
Lebens, das freilich vom Standpunkte des niedrigen
röm. Publikums, dessen Lachlust es zu reizen be-
stimmt ist, beurteilt werden muß, nicht vom Stand-
punkt des modernen ästhetischen Gefühls, das durch
Tnbb^en und Obscönitäten beleidigt wird.
Die ältern Ausgaben sind jetzt veraltet durch die
epochemachende Leistung Ritschls (s. d.), von dessen
Ausgabe (Bonn 1848-52'. Elberfeld 1853 - 54)
3 Bände erschienen sind. Ein Vorläufer derselben
waren dessen "I'^i-erZH?1autina", Vd. 1 (Lpz. 1845);
die gleichzeitig und später verfaßten Aufsätze und
Abhandlungen sind im zweiten und dritten nach
Ritschls Tode zusammengestellten Bande der tt0z)U8-
cula" (ebd. 1868-77) vereinigt; auch wurde, nach-
dem Ritschl selbst noch eine neue Ausgabe des "Iri-
NUMNU8" (ebd. 1871; 3. Aufl., von Scholl, 1884)
besorgt hatte, die Fortsetzung und Neubearbeitung
der Plautus-Ausgabe von Löwe, Götz und Scholl
übernommen und zu Ende geführt (4 Bde., ebd.
1878-94). Eine Textausgabe von 10 Stücken
besorgte Fleckeisen (2 Bde., Lpz. 1872-74); eine
Gesamtausgabe des Textes, besorgt von Götz und
Scholl, scheint seit 1893 (Leipzig), eine kritisch-
exegetische (mit lat. Kommentar) lieferte Ussing
< 5 Bde., Kopenh. 1875 - 87). Ausgaben einzel-
ner Stücke mit deutschen Anmerkungen lieferten
Brir, Lorenz, Wagner, Ribbeck, Sonnenschein u. a.
Charakteristiken des P. gaben Lessing in der "Ab-
handlung von dem Leben und den Werken des P."
und ein Ungenannter im 2. Bande von Nitschls
"OpuLcuIa". Deutsche Übersetzungen lieferten Köpke
(2 Bde., Berl.1809-20),Rapp (17Vdchn., Stuttg.
1838-52), Binder (4 Bde., ebd. 1802 fg.), Donner
(3 Bde., Lpz. 1864-65). - Vgl. Weise, Die Ko-
mödien des P., kritisch nach Inhalt und Form be-
leuchtet (Quedlinb. 1866); Langen, Plautinische
Studien (Berl. 1886); Reinhardstötter, Spätere Be-
arbeitungen Plautinischer Lustspiele (Lpz. 1886).
I>1a.^(engl., spr.pleh), Spiel, Schauspiel; ri^er
(spr. pleer), Spieler, Schauspieler.
Playfair (spr. plchfähr), Lyon, engl. Chemiker
und Politiker, geb. 21. Mai 1819 zu Meerut in Ben-
galen, studierte an der Universität St. Andrews, in
Glasgow und Gießen. 1843 war er mit technischen
Unternehmungen in Manchester beschäftigt und
wurde bald darauf Professor der Chemie in der
No^ai InLtitution, später Professor der Cbemie an
dem Londoner Museum der praktischen Geologie.
In diese Zeit fallen seine Untersuchungen "0n t1i6
ßÄ368 Lvolvßä äuriuF tiw koi-m^tion ot 003.18" und
sein "I^^oi-t on tk6 coalg 8iiiteä to tk6 Ltsain
iiav)'" (Lond. 1846). Einen hervorragenden Anteil
nahm P. an der internationalen Ausstellung von
1851, und gab 1852 einen "Nepoi-t on inäuLtrial
inZtruction on tlis (Üoiitiii6nt" und "I^6otnr63 on
td6 r65ult3 0t t^l6 <Fi-6Ht ^xliidition" heraus. 1853
wurde er zum Sekretär des neu errichteten Departe-
ments für Wissenschaft und Kunst ernannt, 1856
Generalinspektor der Museen und technischen Schu-
len, 1857 Präsident der Chemischen Gesellschaft in
London, 1858 Professor der Chemie an der Uni-
versität Edinburgh. An der internationalen Aus-
stellung von 1862 nahm P. in derselben einfluß-
reichen Weise teil, wie an der von 1851. Bei den
Neuwahlen von 1868 wählten die Universitäten
Edinbu^h ^n5 St. Andrews P. ins Parlament.
Im Nov. 1873 ernannte Gladstone ihn zum General-
postmeister, eine Stelle, die er indes schon Febr. 1874
bei dem Falle des Ministeriums Gladstone wieder
verlor. Nach der Bildung des zweiten Ministeriums
Gladstone im April 1880 wurde P. zum Vorsitzenden
der Komitees und Deputy-Speaker des Unterhauses
gewühlt, legte aber 1883 diese Stellung nieder. 1886
war P. kurze Zeit Minister für das Volksfchulwesen
und wurde 1892 als Lord P. of Saint Andrews zum
Pair erhoben. Von ihm erschienen noch die Vor-
lesungen und Neden "8ci6nc6 in it8 reiationä to 1a-
dour" (1853), "On t1i6 kooä ol inan in relation
to Iii3 U86ln1 -n'oric" (1865), "On primär^ anä
tsclmical käucation " (1870), "On teacliiiiF uni-
versit)' kncl 6X3,min3.tioii do^räs" (1872), "^de pro
ßr688 ol 8NQitar)' i-elorin" (1874), "8ul^6et3 0t 80-
cial ^lli-fai-O" (1889), "0n t1i6 ^Ä^68 3>nä Kour8 0k
ladour" (1891). ls- Mitchellsche Kur.
Playfair-Mitchellsche Kur (spr. plchfähr),
?. I,. <?., Abkürzung für?06tN 1^111-6^118 c^6-
8iir6ii8 (lat., d. h. kaiserl. gekrönter Dichter, s. Ge-
krönter Dichter). ^s. Blumenpark.
I?1sa.8Ni'V-8'i'0nnÄ (engl., spr. plesch'r graund),
^lobälius (mittellat., "Leutpriester"), im Vtittel-
alter häufige, jetzt seltene Bezeichnung für Pfarrer.
Plebejer, s. Plebs.
Plebiscit (lat.), bei den alten Römern ein
von der Plebs in den Tributkomitien gefaßter Be-
schluß, welcher eine dem eigentlichen vom röm.
Volke (p0i>u1ii3) erlassenen Gesetze ähnliche Autorität
erhielt. - Napoleon I. ahmte die Einrichtung nach,
indem er die gesamte Menge der franz. Bürger in
örtlichen Versammlungen abstimmen ließ, ebenso
Napoleon III. (s. Frankreich, Vd. 7, S. 96d, 106d,
107 a, 1111)). - In der Schweiz ist eine ähnliche
Einrichtung unter dem Namen des Referendum (s.d.)
in Kraft. - Ebenfo hat man in Italien mehrfach
vom P. Gebrauch gemacht, fo ließ insbesondere Victor
Emanuel seine Eroberungen, zuletzt in Rom, durch
Volksbeschlüsse bestätigen. - In Deutschland
sind P. nicht veranstaltet worden und die preuß.
Regierung hat sich amtlich wiederholt gegen solche
ausgesprochen. Nur in Art. V des Prager Friedens
war ein P. der nordschlesw. Bevölkerung in Aus-
sicht genommen; dasselbe wurde jedoch nicht ver-
anstaltet und 1879 wurde durch die neuen Ab-
machungen mit Österreich jener Artikel aufgehoben.
- Über die Entwicklung des Plebiscitgedankens
und dessen Verhältnis zur Option vgl. Stoerk,
Option und P. (Lpz. 1879).
Plebs, Plebejer, im alten Rom ein Teil der
Bevölkerung, über dessen ursprüngliche Zusammen-
setzung man streitet. Nach der im ganzen herrschen-
den Auffassung B. G. Niebuhrs ist die P. die freie,
nichtadlige, grundbesitzende Bevölkerung, die aus
den Freien der unterworfenen Latinerstädte hervor-
gegangen ist, nach Th. Mommsen ist sie anfangs
identisch mit der Klientel (s. d.). Am besten wird
man wohl die P. als die Gesamtbürgerschaft außer
dem patricischen Adel ausfassen. Die Plebejer stan-
den civilrechtlich der herrschenden Klasse der Patricier
(s. d.) gleich, wurden auch nach der Servius Tullius
zugeschriebenen Reform ordnungsmäßig der Ge-
samtbürgerschaft eingegliedert und zur Besteuerung,
zum Kriegsdienst, zur Abstimmung herangezogen,
dagegen blieb ihnen das Connubium mit den Pa-
triciern und das Recht auf höhere Staatsämter
(1I0Q0I-68) in den ersten Zeiten des Freistaates noch
versagt. Nur der auch bei ihnen vnhüT^'iN K^