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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Saignelégier - Saint Albans

von Wismut, Schwefelantimon von beibrechender Gangart, des Werkbleies vom Kupfer, des Zinns vom Eisen. Das Pattinsonieren (s. d.) und Pauschen (s. Zinn) sind auch Saigerprozesse.

Saignelégier (spr. ßänj'leschĭeh), Marktflecken und Hauptort des Bezirks Freiberge im schweiz. Kanton Bern, auf einer Hochebene des Jura, mit Chaux-de-Fonds durch eine zum größten Teil im Kanton Bern gelegene Schmalspurbahn (25,5 km; s. Schweizerische Eisenbahnen) verbunden, hat (1890) 1265 E., darunter 97 Evangelische, Post, Telegraph, altes Schloß; Uhrmacherei, Drechslerei und bedeutende Viehmärkte.

Saigon, Hauptstadt der franz. Kolonie Cochinchina in Hinterindien und Sitz des Generalgouvernements von Französisch-Indo-China, liegt am rechten Ufer des Saigonflusses, 60 km oberhalb seiner Mündung, die mit der des Don-nai ein Delta bildet, in ehemals sumpfiger Gegend, inmitten tropischer Vegetation und zählt etwa 80000 E., Annamiten, Chinesen, Malaien und zahlreiche Europäer. Die mittlere Jahrestemperatur beträgt 26° C.; das Klima ist für Europäer nicht zuträglich. S. besitzt einen prächtigen Gouverneurpalast mit Park, Missionsgebäude, eine Kathedrale (1877), zoolog.-botan. Garten mit Versuchsstation, ein Theater, Cafes nach franz. Art, zwei Colleges für höhern Unterricht, eine Sternwarte, Seearsenal, Citadelle und Etablissements für die Garnison. Schmale Wasserläufe (Arroyos), die neben den Dampfstraßenbahnen und der Bahn nach Mytho (77 km) dem Verkehr dienen, trennen die dorfähnlicken Vorstädte ab. S. ist der wichtigste Hafenplatz Ostasiens zwischen Singapur und Hong-kong. Hauptausfuhrartikel ist Reis (1893: 6677 Mill. kg), vor allem nach China, dann nach Frankreich, dem übrigen Europa und nach Singapur, nach Java, den Philippinen und Japan, ferner Bruchreis und Reismehl, gesalzene Fische und Seesalz nach Hong-kong und Singapur, Baumwolle, schwarzer Pfeffer, Kopra, Gummi, Häute und Hörner, Bohnen und Betelnüsse. Eingeführt werden namentlich Textilwaren, wie Baumwoll- und Seidenstoffe, Jutesücke und Wollzeuge; Metalle, Werkzeuge und Maschinen, Chemikalien, Fächer, Lackwaren, Holz- und Bambusartikel, Petroleum und Nahrungsmittel aller Art. S. ist Sitz einer Handelskammer und hat 5 Banken. 1893 liefen 575 Schiffe, fast nur Dampfer, mit 701083 t in den Hafen ein, darunter 214 deutsche mit 213464 t. Regelmäßigen Verkehr unterhalten die Messageries Maritimes, die Compagnie Nationale de Navigation, der Norddeutsche Lloyd u. a. S. ist Sitz eines deutschen Konsuls.

Saikaido, japan. Insel, s. Kiushiu.

Saikio, japan. Stadt, s. Kioto.

Sailer, Joh. Michael, kath. Theolog, geb. 17. Nov. 1751 zu Aresing in Oberbayern, trat 1770 in den Jesuitenorden, studierte seit dessen Aufhebung (1773) in Ingolstadt, erhielt 1775 die Priesterweihe, wurde daselbst 1777 öffentlicher Repetitor, 1780 Professor der Dogmatik und 1784 Professor an der Universität Dillingen; der Hinneigung zu den Illuminaten (s. d.) verdächtigt, wurde er 1794 abgesetzt und lebte seitdem teils in München, teils zu Ebersberg in Oberbayern, bis er 1799 an der Universität Ingolstadt und nach deren Verlegung nach Landshut (1800) daselbst Professor wurde. 1821 erfolgte seine Ernennung zum Domkapitular, 1822 zum Generalvikar, 1825 zum Dompropst an der Kathedrale, 1829 zum Bischof von

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Regensburg, wo er 20. Mai 1832 starb. 1868 wurde ihm in Regensburg ein Bronzestandbild (von Widnmann modelliert) errichtet. S. vertrat einen milden und versöhnlichen Katholicismus. Obwohl dem kath. Dogma aufrichtig ergeben, ist er vielfach als Kryptoprotestant verdächtigt worden. Eine Sammlung seiner "Sämtlichen Schriften" (41 Bde., Sulzb. 1830-46) hat Widmer besorgt; dieselben sind ascetischen, Pastoralen, religionsphilos. und pädagogischen Inhalts. - Vgl. die Biographien S.s von Bodemann (Gotha 1856), Aichinger (Freib. i. Br. 1865) und Meßmer (Mannh. 1876).

Saillant (frz., spr. ßajáng), s. Unbestrichener Raum.

Saima oder Saimen (der "See der tausend Inseln"), See im südöstl. Finland, 76 m hoch, eigentlich der südöstlichste Teil eines großen Wassersystems, das sich gegen Nord und Nordost mit seinen zahlreichen Seebecken, Buchten und Verbindungsarmen über 400 km lang ausdehnt. Er umfaßt 1759,6 qkm, hat buchtenreiche und malerische Ufer, spärlich oder gar nicht bewohnte Inseln oder Schären, und ist sehr fischreich; auch finden sich Seehunde. S. fließt durch den Wuoksen (s. d.) in den Ladogasee ab und wird am Südende durch den Saimakanal (zwischen Wilmansstrand und Wiborg, 56 km mit 28 Schleusen, 1844-57 erbaut) mit dem Finnischen Meerbusen verbunden.

Saimīri (Chrysothrix), Gattung der Affen (s. d.) der Neuen Welt, von schlankem Körperbau, mit verlängerten hintern Gliedmaßen, sehr langem kurzbehaartem Schwanz und großen Ohren. Es giebt nur eine, in verschiedene Lokalrassen und klimatische Varietäten zerfallende Art (Chrysothrix sciurea Wagner), Körper 35, Schwanz 40 cm lang, Gesicht fleischfarben mit schwarzer Nase und Maul, Pelz oben hell olivenfarben, unten weißlich, an den Gliedmaßen rotgelb, Schwanzspitze schwarz, Ohrenspitzen weiß behaart. Der S. findet sich von Guayana durch ganz Brasilien bis an die Grenze von Peru.

Sainētes, Nachspiele (auf der span. Bühne), s. Entremes.

Saint (frz. [spr. ßäng] und engl. [spr. ßent]), heilig. Zusammensetzungen mit S., die man hier vermißt, sind unter dem betreffenden Hauptnamen zu suchen; s. auch Sainte, San, Sankt, Santa, São.

Saint Affrique (spr. ßängtafrick). 1) Arrondissement des franz. Depart. Aveyron in Guyenne, hat auf 1712,59 qkm (1891) 57276 E., 6 Kantone und 58 Gemeinden. -

2) Hauptstadt des Arrondissements S. A., 325 m ü. d. M., überragt von einem Felsen, an der Sorgue, rechtem Zufluß des Dourdou, der links zum Tarn geht, an der Seitenlinie Tournemire-S. A. (16 km) der Südbahn, die nach Albi weiter geführt wird, hat (1891) 4819, als Gemeinde 7223 E., einen Gerichtshof erster Instanz, Handelsgericht, eine Gewerbekammer; Wollspinnerei, Tuchweberei, Loh- und Weißgerberei und Handel mit Roquefortkäse.

Saint Aignan (spr. ßängtänjäng), Stadt in der Schweiz, s. Aignan.

Saint Alban (spr. ßängtalbang), Badeort bei Roanne (s. d.).

Saint Albans (spr. ßent áhlbĕns oder ällbĕns), Municipalborough in der engl. Grafschaft Hertford, 32 km im NW. von London, durch das Flüßchen Ver von der Stelle getrennt, auf der das alte Verulamium stand, an der Bahnlinie Liverpool-London, hat (1891) 12895 E., eine Lateinschule; Strohflechterei, Brauerei und Seidenfabrikation. Die Abteikirche (1125 eingeweiht), 128,5 m