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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Schottischer Dachshund - Schottland

Moral und Psychologie beschäftigt haben. Besonders bildeten Francis Hutcheson (s. d.) und Adam Ferguson (s. d.) einen wichtigen Gegensatz gegen die den Egoismus zu Grunde legende Moral der franz. Schule des 18. Jahrh., indem sie Wohlwollen und Sympathie als die Grundlage der Moral und den Unterschied zwischen Sinnlichkeit und Sittlichkeit, Tugend und Glückseligkeit geltend machten. Im besondern bezeichnet man als schott. Schule die Vertreter der Lehre, die im Gegensatz zu dem Skepticismus David Humes (s. d.) als die Theorie des gesunden Menschenverstandes (common sense) von Thomas Reid (s. d.), James Beattie (s. d.), James Oswald, Dugald Stewart (s. d.) und in weiterm Sinne auch von Thomas Brown (s. d.) aufgestellt und verteidigt wurde. Diese Männer suchten jenen Skepticismus dadurch zu überwinden, daß sie gewisse, im Gemeingefühl gelegene und die Erfahrungsthatsachen ergänzende Grundsätze alles Erkennens annahmen, die für eine Erkenntnislehre auf dem Wege einer psychol. Analyse sicherzustellen seien. Zu solchen gehören nach Thomas Reid unter andern die Voraussetzungen, daß jede Empfindung ein empfundenes Objekt anzeige, daß die Dinge in Wirklichkeit so seien, wie wir sie wahrnehmen, daß die Naturgesetze unveränderlich seien, und daß jedes Entstehen eine Ursache habe. Die S. P. gewann in Deutschland im 18. Jahrh. großen Einfluß, den sie durch Kant einbüßte. In Frankreich waren es im 19. Jahrh. vorzüglich die sog. Spiritualisten, an ihrer Spitze Maine de Biran, Royer-Collard und Jouffroy, die aufs neue an sie anknüpften. In England bildet die S. P. noch heute die Grundlage, auf der viele der Neuern, freilich mit Überwindung ihrer Einseitigkeiten, weiter gearbeitet haben.

Schottischer Dachshund, s. Dachshund.

Schottische Spitzen, s. Hamiltonspitzen.

Schottische Zeuge, solche Gewebe, welche bunte und lebhafte Farben in Streifen, vorzüglich aber in gewürfelten (schottisch karrierten) und gegitterten Mustern darbieten. Die S. Z. gehören bei den Schottländern zur Nationaltracht, und es unterscheiden sich die Angehörigen der verschiedenen Stämme (Clans) durch hergebrachte feststehende Farbenzusammenstellungen.

Schottland (engl. Scotland), früher selbständiges Königreich, seit 1707 die nördl. Hälfte des Vereinigten Königreichs Großbritannien, hängt im S. und SO. mit England durch einen 110 km breiten Isthmus zusammen, auf dem die Landesgrenze vom Solway-Firth und der Mündung des Esk nordostwärts über die Cheviot-Hills zur Mündung des Tweed hinzieht, und wird im O. von der Nordsee, im N. und W. von dem Atlantischen Meer, im S. von der Irischen See bespült, im SW. durch den Nordkanal von Irland getrennt, der an der engsten Stelle, zwischen Kap Mull of Kintyre und dem irischen Vorgebirge Benmore oder Fair Head, nur 21 km breit ist. Das Areal umfaßt mit den dazugehörigen 787 Inseln, den Hebriden (s. d.), den Orkney-Inseln (s. o.) und den Shetlandinseln (s. d.), 78895 qkm. (Hierzu Karte: Schottland.)

Küsten und Oberflächengestaltung. Die Umrisse sind sehr unregelmäßig. Aus allen Seiten dringen fjordartige Seearme und Buchten (Firths und Lochs) in das Land, im O. der Forth-, Tay-, Murray- oder Moray- und der Dornochbusen, im W., außer dem Solwaybusen, der Clyde-, Linnhe-, Nevis-, Carron-, Maree- und viele andere Busen, Baien und Sunde, so daß der Küstensaum 4072 km beträgt und schon auf 20 qkm 1 km Küste kommt. Gleichwohl hat nur die Westküste gute natürliche Häfen, während auf der Ostseite nur der Cromarty-Firth, ein Seitenzweig des Moraybusens, einen solchen bildet. Eine Senkung des Meeresspiegels um 100 m würde die innern Teile der westl. Fjorde in Seen verwandeln, da an den flachen Mündungen Land auftauchen würde. Nach Gesittung, Abstammung und Sprache der Bewohner, wie diese namentlich um die Mitte des 18. Jahrh. sich zeigte, zerfällt das Land in zwei große Teile: die Niederlande (Lowlands) und die Hochlande (Highlands), deren Grenze durch das breite Thal des Clyde und Forth bestimmt wird. Die Niederlande ähneln England; die Hochlande, das nördliche S., sind dagegen ein ödes, wenig bevölkertes Land, von rauhem, jedoch mehr feuchtem, nebeligem und stürmischem als kaltem Klima. Durch zwei Einsenkungen und Einschnürungen wird das Land in Süd-, Mittel- und Nordschottland geteilt. Südschottland ist ein Berg- und Hügelland, von den Cheviot-Hills und ihren zahlreichen Verzweigungen eingenommen. Die eigentlichen Cheviot-Hills (s. d.), auf der Grenze gegen die engl. Grafschaft Northumberland, erreichen 867 m und bieten zahlreichen Schafherden treffliche Weiden. Westlich schließen sich die Lowther-Hills an, mit dem Hart-Fell (804 m) und dem Broadlaw (835 m) im O., dem Queensberry-Hill (689 m) und dem eigentlichen Lowther-Hill (769 m) im W. Auch noch weiter im W. und SW. breitet sich Hügelland bis zur Irischen See aus, ohne Kettenbildung, aber mit zahlreichen einzelnen Höhen, z. B. Cairnsmore of Carsphairn (792 m), Merrick-Mount (843 m) und am Solway-Firth der isolierte Criffel (569 m). Von dem östl. Hauptteile des ganzen Berglandes, das man auch als Southern Uplands bezeichnet, durch eine thalähnliche Einsenkung getrennt, liegen im N. des Tweed die Lammermuir-, Moorfoot- und Pentland-Hills (534, 651 und 578 m hoch). Grüne Ebenen wechseln mit sanft aufsteigenden Hügeln, Fruchtfeldern, mit Wald und Weide, dazwischen finden sich unfruchtbare Moore und Heiden. Mittelschottland, im S. von dem Forthbusen und der Einsenkung des Forth- und Clydethals, im N. vom Moraybusen und dem vom Caledonischen Kanal (s. d.) durchzogenen Thale von Glen-More-nan-Albin begrenzt, ist zu mehr als drei Vierteln Gebirgsland. Die Hauptmasse ist die breite Region des Grampiangebirges (s. d.), das im N. Berge von Cairngorm (s. d.) genannt, im Ben-Nevis, dem höchsten Gipfel der Insel, 1343 m Höhe erreicht. Die Berggegend im S. und SO. der Grampians erreicht nicht die Küste, sondern endet an der über 126 km langen, 2-26 km breiten Ebene Strathmore, die sich von Stonehaven gegen SW. bis Stirling am Forth hinzieht und die größte zusammenhängende Strecke Kulturlandes in ganz S., den Hauptbestandteil der eigentlichen Lowlands bildet, trefflich bebaut und ergiebig an Gerste und Kartoffeln. Im SO. von dieser Ebene finden sich wieder zwei Hauptketten: die Sidlaw-Hills, die von Perth gegen NO. ziehen und in Terrassen ostwärts zum Meere, südwärts zu der fruchtbaren Ebene des Tay abfallen, und die Ochil-Hills (s. d.), die von Perth gegen SW. streifen und im Ben-Cleuch 720 m, in einer östl. Verzweigung, den Lomonds, noch 527 m Höhe erreichen. Nordschottland oder die North-Western Highlands, der unwirtlichste und am geringsten