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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Schwannsche Scheide - Schwanzlurche

Fäulnis- und Gärungserscheinungen u. a. Epochemachend waren seine «Mikroskopischen Untersuchungen über die Übereinstimmung in der Struktur und dem Wachstum der Tiere und der Pflanzen» (Berl. 1839), in denen er den Nachweis führte und wissenschaftlich begründete, daß Tiere wie Pflanzen aus denselben Elementarorganismen, den Zellen (s. d.), bestehen. 1838 wurde S. als ord. Professor der allgemeinen und beschreibenden Anatomie nach Löwen, 1848 in gleicher Stellung nach Lüttich berufen, wo er 1858 auch den Lehrstuhl der Physiologie übernahm. Er starb 14. Jan. 1882 zu Köln.

Schwannsche Scheide, s. Nerven (Bd. 12, S. 246 a).

Schwanpelz, das bis auf die Daunen gerupfte Gefieder des Schwans.

Schwanritter, s. Schwanjungfrauen.

Schwansen, fruchtbare, eine Halbinsel bildende Landschaft an der südl. Ostküste Schleswigs, zwischen der Schlei und der Eckernförder Bucht, gehört zum Kreis Eckernförde des preuß. Reg.-Bez. Schleswig.

Schwanthaler, Ludwig von, Bildhauer, geb. 26. Aug. 1802 zu München, verließ 1818 das Gymnasium und arbeitete nun in der Werkstätte seines Vaters, des Bildhauers Franz S. (geb. 1762, gest. 1820), auch besuchte er nebenbei die Akademie. Nach dem Tode seines Vaters übernahm er dessen Geschäft, für welches er bedeutende Bestellungen ausführte. Nach kurzem Aufenthalt in Rom (1826) richtete er in München sich ein eigenes Atelier ein. Zunächst fertigte er für die Glyptothek zwei lange Relieffriese: Achilleus im Skamander kämpfend und Der Kampf bei den Schiffen; sodann die Statue Shakespeares für die Theaterhalle und den Bacchusfries für den Speisesaal im Palais des Herzogs Maximilian in München. Hierauf weilte er 1832‒34 wieder in Rom, um dort unter anderm einige Modelle des ihm übertragenen südl. Walhallagiebels zu modellieren. In München begann er dann die Reliefs für die Siegeshymnen des Pindar und einen Relieffries mit Darstellungen aus dem Mythus der Aphrodite im obern Stockwerk des Königsbaues, und den Schild des Hercules nach Hesiods Dichtung. Dann vollendete er die 24 kleinen Malerstatuetten als Vorbilder für die Statuen auf der Attika der Pinakothek, zu deren Ausführung in Kalkstein ebenso wie bei den Victorien und Reliefs der Loggia des Saalbaues der Residenz die Aufträge unter den Münchener Bildhauern verteilt wurden. An diese Arbeiten reihte sich der für den Barbarossasaal bestimmte, über 60 m lange Fries. Zu seinen größern, seitdem vollendeten Werken gehören die Modelle zu den 12 Ahnenbildern des Hauses Wittelsbach für den Thronsaal der Residenz in München, von Stiglmayer gegossen und vergoldet; die 15 kolossalen Statuen für das vordere Giebelfeld der Walhalla, wozu früher Rauch eine Skizze entworfen; die Modelle der 15 Statuen der Hermannsschlacht für den nördl. Giebel der Walhalla; die Giebelgruppe des Kunstausstellungsgebäudes und das Modell der Kolossalstatue der Bavaria (s. d.). Der letzten Zeit gehören folgende zum Teil sehr bedeutende Werke aus dem Gebiete der monumentalen Plastik an: die Gipsmodelle zu dem Denkmal des Donau-Main-Kanals, die Marmorstatue Kaiser Rudolfs für den Dom zu Speyer, die Statuen Jean Pauls (1841; in Bayreuth), des kurbayr. Staatskanzlers von Kreitmayer (1845; in München), der Generale Tilly und Wrede in der Feldherrenhalle und Herzog Albrechts Ⅴ. und König Ludwigs Ⅰ. in der Bibliothek zu München. Ferner: die acht Götterstatuen in Sandstein und zwei Tänzerinnen in Marmor im neuen Schloß zu Wiesbaden; das Denkmal für Frauenlob im Dom zu Mainz; die Erzstatue Mozarts für Salzburg (1842), die Modelle zu den kolossalen Bronzemonumenten für die Großherzoge Ludwig Ⅰ. von Hessen (in Darmstadt) und Karl Friedrich von Baden (1844; in Karlsruhe), die Statuen des Markgrafen Friedrich Alexander in Erlangen und des Königs Karl ⅩⅣ. Johann zu Norköping in Schweden (1846); eine anmutige Marmorgruppe Ceres und Proserpina für Berlin; die Brunnen auf der Freiung in Wien und im Hofgarten zu München, wie das Kolossalmodell zum Denkmal Goethes für Frankfurt a. M. Außerdem besitzt man von S. eine Menge von Zeichnungen und Kartons. Er selbst hatte von solchen sowie von Modellen aller Art eine reiche Sammlung angelegt, die er bei seinem 15. Nov. 1848 erfolgten Tode dem Staate vermachte (Schwanthaler-Museum in München). Unterstützt wurde S. vielfach von seinem Vetter Franz Xaver S., geb. 1798, gest. 23. Sept. 1854 als Professor an der Polytechnischen Schule zu München. – Vgl. Trautmann, S.s Reliquien (Münch. 1858).

Schwanz, eine am hintern Körperende über die Verbindung mit den Beckenknochen, wo von solchen die Rede sein kann, nach hinten gerichtete Fortsetzung der Wirbelsäule, die alle Wirbeltiere besitzen. Zu diesem eigentümlichen, primären S. gesellt sich ab und zu noch ein sekundärer aus Hautgebilden bestehender: beim Lanzettfischchen, den Larven aller Amphibien und den ausgebildeten wasserbewohnenden Urodelen als einfacher Hautsaum, bei den Fischen als durch Knorpel- oder Knochenstäbchen (Hautverknöcherungen) gestützte Schwanzflosse, bei Vögeln als der von den Steuerfedern gebildete Stutz, und bei Säugetieren als die aus Haaren bestehende Endquaste. Bei einer Anzahl Schlangen ist das Ende des S. mit eigentümlichen Hautbildungen versehen, die sich zu einer Klapper entwickeln können (s. Klapperschlange).

Auch bei einigen Gliederfüßern (Skorpion, makruren Krebsen) redet man von einem S., welcher sich aber nicht so ohne weiteres mit dem der Wirbeltiere vergleichen läßt; er ist in diesen Fällen der hinterste Abschnitt des Rumpfes (Postabdomen). Bei den Molukkenkrebsen (s. d.) findet sich als S. ein langer, beweglicher Stachelanhang. Bei den Larven gewisser Saugwürmer (s. d.), bei den sog. Cercarien, findet sich ein S. als Schwimmorgan, der abgeworfen wird, wenn die Larve in ihren Wirt eindringt. Bei zahlreichen Insekten finden sich bei Larven und ausgebildeten Individuen am hintersten Körperende Borsten, die wohl auch als S. bezeichnet zu werden pflegen, aber nichts sind als Anhänge, die umgebildeten Gliedmaßen entsprechen.

Schwanzbein, s. Steißbein.

Schwanzblech, der eiserne Beschlag am untern Teil des Schwanzriegels einer Lafette, um demselben größere Dauerhaftigkeit zu verleihen. Bei Lafetten mit eisernen oder stählernen Wänden hält das S. an dem Schwanzstück (s. d.) die Wände in der erforderlichen Auseinanderstellung und vermehrt die Standfestigkeit der Lafette.

Schwanzdukaten, s. Zopf.

Schwanzhammer, s. Daumenhammer.

Schwanzhirsche, s. Elaphurus.

Schwanzlurche (Urodela, Caudata), eine Ordnung der Lurche (s. d.), die sich durch gestreckte,