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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Schwedische Heilgymnastik; Schwedische Kunst; Schwedische Lebensessenz; Schwedische Litteratur

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Schwedische Heilgymnastik - Schwedische Litteratur

Bahnen betrug der Überschuß unter 2 Proz. des Anlagekapitals u. s. w.

Auf der Gellivarabahn (Luleå-Gellivara-Malmberget) wurden (1893) 105212 Personen, 724 Fahrzeuge und Tiere, 65 t Eilgut und Pakete, 306320 t Erz und 25092 t anderes Frachtgut befördert und 1354615 Kronen vereinnahmt, wovon auf den Personenverkehr 95561 Kronen und auf den Transport der Erze 1133409 Kronen entfielen. Die Betriebsausgaben beliefen sich auf 1011158 Kronen.

Diese Bahn (auch Luleå-Ofotenfjord-Bahn genannt) ist von besonderm Interesse; sie ist die nördlichste Bahn der Welt und verbindet den Hafen von Luleå am Bottnischen Meerbusen mit den reichen Eisenerzlagern von Gellivara. Westlich von Gellivara führt die Bahn an den ebenso reichen Eisenerzlagern im Kirchspiel Juckasjårei nach dem stets eisfreien Ofotenfjord. Die als nahezu unerschöpflich geschilderten Lager sollen Erze von 70 bis 80 Proz. Eisen enthalten und einer Ausbeute von nahezu 350 Mill. t entsprechen. Die Bahn ist für die Provinz Norrbotten, welche an Umfang den drei Staaten Bayern, Sachsen und Baden zusammen entspricht und etwa den vierten Teil von Schweden einnimmt, von großer Bedeutung, da die Eisen- und Holzvorräte, die bisher wegen Mangel an größern Verkehrsstraßen nicht ausgebeutet werden konnten, nunmehr nutzbar gemacht werden können. Für den schwed. Teil ist die Genehmigung 1882 an drei Unternehmer erteilt worden, später die für die norweg. Strecke. 1890 ist zur Abwendung der Konkurserklärung der Gesellschaft die Verstaatlichung der Bahn von Luleå bis zur norweg. Grenze eingeleitet und der schwed. Regierung zum Ankauf sowie zur Instandhaltung der Bahn und Anschaffung von Betriebsmitteln ein Kredit von 11723000 Kronen (7 Mill. für den Ankauf) bewilligt worden. Die Vollendung der 211 km langen Strecke bis Gellivara bez. bis Malmberget, welche bei 112 km die Grenze von Lappland überschreitet und bei 125 km in den Polarkreis tritt, übernahm mit dem Kauf der Bahn die Regierung, und bereits 15. Nov. 1891 konnte der Betrieb auf der Reststrecke Boden-Malmberget eröffnet werden; Luleå-Boden stand bereits seit 7. Okt. 1887 im Betriebe. Zugleich ist von der schwed. Regierung die Fortsetzung der Nordischen Stammbahn von der Station Vännäs nach der Station Boden an der Luleä-Ofotenfjord-Bahn genehmigt worden. Die Arbeiten an der 287 km langen Bahn wurden so gefördert, daß 1894 bereits die Bahn bis auf die Schlußstrecke Jörn-Myrheden, wie oben erwähnt, im Betriebe war. - Vgl. Archiv für Eisenbahnwesen, 1887-88.

Schwedische Heilgymnastik, s. Heilgymnastik.

Schwedische Kunst, s. Skandinavische Kunst.

Schwedische Lebensessenz, s. Lebenselixir und Geheimmittel.

Schwedische Litteratur. Die ältesten Denkmäler schwed. Poesie sind fast durchweg verloren gegangen. Strophen, die auf Runensteinen schon aus dem 10. Jahrh. erhalten sind, wie die Inschrift des Rökstein (in der «Antiquarisk Tidskrift för Sverige», Bd. 5), die bildliche Darstellung von Scenen der Sigurdssage, das Zeugnis des Verfassers der altnorweg. Thidrekssaga beweisen, daß die Lieder in Bezug auf Inhalt wie auf Form den isländ. Eddaliedern ähnlich gewesen sind. Nicht auf diese alte Dichtung zurück geht, wie man oft annimmt, die Folkvisa, die sich namentlich seit dem 13. Jahrh. unter dem Einflusse des dän. und deutschen Volksliedes in Schweden entwickelt hat. Erhalten sind diese mittelschwed. Volkslieder teils in Handschriften namentlich des 16. und 17. Jahrh., teils im Volke selbst, das sie noch heute kennt. Als Kämpavisa pflegt man die Volkslieder geschichtlichen und heroischen (vaterländischen) Inhalts zu bezeichnen. Die Form dieser Lieder ist die Strophe mit alternierenden Schlußreimen; von der altgerman. Allitteration findet sich darin nichts. Neben der Kämpavisa entstand unter dem Einflüsse der Kirche und des Rittertums die Riddarvisa, in der neben dem auch hier noch vorherrschenden Epischen ein lyrisches Element auftritt, das sich teils in der ganzen Stimmung, teils im Kehrreim geltend macht. Die ältesten Liedersammlungen sind die «Visbok» des Hans Oluffson aus dem 16. Jahrh. (hg. von Noreen und Schück, Stockh. 1884), des Bröms Gyllenmärs aus dem Anfang des 17. Jahrh. (hg. von Noreen und Schück, ebd. 1887) und des Marg. Baner (hg. von Noreen und Schück, ebd. 1889). Die wichtigsten neuern Sammlungen sind die von Geijer und Afzelius («Svenska Folkvisor», neue Aufl., von Bergström und Höijer, Stockh. 1880) und von Arwidsson («Svenska Fornsånger», 3 Bde., 1834-42). - Unbestrittenes Nationaleigentum ist die altschwed. Gesetzlitteratur. Von vielen schwed. Provinzen besitzen wir Gesetzsammlungen (hg. von Schlyter in den «Samling af Sveriges gamla lagar», 13 Bde., 1827-77). Die älteste ist «Vestgötalag», die wohl in den Anfang des 13. Jahrh. hinaufreicht. Ebenfalls aus dem 13. Jahrh. stammen ferner «Östgötalag», «Gutalag» (Gesetze der Insel Gottland), «Uplandslag» und «Södermannalag». Im 14. Jahrh. entstanden «Westmannalag», «Helsingalag» und «Smålandslag». Auch Stadt- und Hofrechte finden sich im 14. Jahrh.

Die gesamte andere mittelschwed. Litteratur steht mehr oder weniger unter dem direkten Einfluß der mitteleurop. Litteraturströmung. An der ältesten Übersetzung der Bibel beteiligten sich Matthias, Kanonikus zu Linköping (um 1350), Jöns Budde, Nikolaus Rogvaldi. Einen besondern Aufschwung nahm die theol. Litteratur unter dem Einfluß der heil. Birgitta (s. Birgittenorden), von der wir selbst Offenbarungen besitzen, die anfänglich lateinisch geschrieben, bald aber ins Schwedische übertragen wurden («Revelationes», beste Ausg. Rom 1628; «Heliga Birgittas Uppenbarelser», hg. von Klemming, 4 Bde., Stockh. 1857-62). In den Birgittinerklöstern entstanden im 14. und 15. Jahrh. die schwed. Übersetzungen von Bonaventuras «Meditationes vitae Christi», von Susos «Horologium», der Schriften des heil. Bernhard, des Lucidarius u. a. Auch die Schriften «Barlaam und Josaphat», «Von den sieben weisen Meistern» wurden ins Schwedische übersetzt. Daneben erschienen viele Werke weltlichen Inhalts, so das «Fornsvenkt ^[richtig: Fornsvenskt] Legendarium», nach der «Legenda aurea» des Jacobus de Voragine, und die Übersetzung des Romans von «Flor und Blancheflor», die die norweg. Königin Eufemia nach norweg. und deutscher Vorlage ins Schwedische übersetzen ließ. Nach der «Historia de proeliis» des Pseudokallisthenes wurde «Konung Alexander» gedichtet, nach der norweg. Thidrekssaga eine altschwed. Übersetzung geliefert. Fast alle diese Werke gab Klemming (in den «Samlingar» der «Svenska Fornskrift-Sälskapet», Stockh. 1844 fg.) heraus. Reich ist Schweden ferner in jener Zeit an Chroniken, die in älterer Zeit meist