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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Septimius - Sequenz
Kantons Graubünden. Der Saumweg zweigt bei '
Stalla oder Vivio (1776 m) von der Iulicrstrahe
ab, erreicht durch das Weidethal von Cavreccia und
Pian Canftr die Paßhohe (2311 m), die Wasser-
scheide zwischen der Julia (Rhein) und der Maira
(Po), senkt sich nach Val Marozzo hinab und schließt
sich bei Casaccia (1460 m) an die Malojastraße.
Der Übergang erfordert vier Stunden. Im Alter-
tum und Mittelalter einer der wichtigsten Alpen-
pässe, ist der S. seit der Eröffnung der Bergstraßen
über Iulier und Maloja verödet. - Vgl. Verger,
Die Septimerstrahe (Zür. 1890).
Septimius, Lucius, röm. Schriftsteller, s. Diktys.
Septisch (grch.), faulend, Fäulnis bewirkend.
3eptori2.^>., eine Anzahlsrühcr als zu cincrselb-
ständigen Gcüwng gehörig betrachtete Pilze, die die
Flcckenkrankhcitcn vieler Blätter verursacken. Die
zu dieser Gattung gezählten Organismen sind Ent-
wicklungsformcn verschiedener Pilze aus den Fami-
lien der Pyrcnomyceten (s. d.). Sie treten an den
Blättern der verschiedensten Pflanzen auf lErdbccrc,
Epbeu, Ahorn, Maulbccrbaum, Fichte u. s. w.), wo-
nach man die Arten unterschied, und bilden zunächst
die Spermogonien (s. d. und Ascomyccten),dic als
kleine dunkle Punkte auf den abgestorbenen Flecken
erkennbar sind. Die Pcritbccicn entwickeln sich meist
erst beim Verfaulen der Blätter.
3sptua.3V8ilN3. (lat.), in der Kirchensprache der
die nächsten 70 Tage vor Ostern umfassende Zeit-
raum; daher deren erster Sonntag, also der neunte
vor Ostern, Dominica, äoptuussLäimae oder kurz 8.
Septuaginta (lat., "die Siebzig", mit Zabl-
zeichen I^XX geschrieben), die nur noch in christl.
Überlieferung erhaltene älteste Übersetzung des Alten
Testaments in die griech. Sprache. Dieselbe ist in
Alerandria entstanden, wird deshalb auch die aleran-
drinisch-griech. Übersetzung genannt und ist von
größtem Werte für die wissenschaftliche Untersucbung
des Alten Testaments, weil alle hebr. .Handschriften
nur eine einzige, in Palästina nicht vor unserer
Zeitrechnung entstandene Recension des bebr. Textes
sklavisch genau wiedergeben, wäbrcnd die S. in die
Zeit einer freiern Überlieferung des Textes zurück-
reicht. Den Namen S. führt diefe Übersetzung, weil
sie der Sage nach von 72 Dolmetschern in der Ein-
samkeit der Insel Pharus hergestellt worden sein
soll. Diese Sage tritt zuerst im Briefe des Aristcas
(s. d.) auf. Nach diesem hat Ptolcmäus II. Phila-
delphns auf Anregung seines Bibliothekars Deme-
trius aus Phaleron zum Besten der alexandrinischcn
Vibliotbek aus Jerusalem ein Exemplar des Penta-
teuchs (s. d.) und Dolmetscher kommen lassen. In
der Weiterentwicklung der Sage hat man das vom
Pentateuch Erzählte auf das ganze Alte Testament
bezogen und den wunderbaren Zug hineingebracht,
daß die Dolmetscher völlig übereinstimmend über-
setzt hätten. Daß die Übersetzung des Pentatcuchs
schon damals und infolge einer heidn. Anregung
entstanden ist, ist als möglich zuzugeben, denn die
jüd. Gemeinde zu Alexandria konnte sich zunäckst
mit mündlicher Übersetzung in die Landessprache be-
gnügen. (S. Targumim.) Unwahrscheinlich ist, daß
Demetrius die Sache angeregt hat, da er unter
Ptolcmäus II. in Ungnade war; ferner, daß man
aus Jerusalem Dolmetscher bezogen hat, da dort
die Kenntnis des Griechischen nicht verbreitet war.
Jedenfalls steht fest, daß das Alte Testament in
Alexandria nur sehr allmählich ins Griechische über-
setzt worden ist, denn die Übersetzungen dcr einzelnen
Vrockhaus' Konversations-Lexilon. 14. Aufl. XIV.
Bücher sind in sehr verschiedener Manier gehalten,
auch nach Handschriften von sehr verschiedenem
Werte gemacht. Im ganzen ist die Übersetzung un-
behilflich ; sie bietet hebr. Denken in griech. Worten.
Aber gerade das erhöht ihrenWert, denn dadurch wird
die Rückübersetzung in die hebr. Vorlage erleichtert.
Diese Übersetzung trat bei den griechisch redenden
Juden allmüblich an die Stelle des hebr. Originals.
Pbilo, Iosephus, die neutestamentlichen Schrift-
steller citieren danach. Hierdurch wurde es vermit-
telt, daß die alexanorinische Übersetzung die Bibel
der alten christl. Kirche wurde, was darin seinen
Ausdruck findet, daß die berühmtesten griech. Hand-
schriften der Bibel (der (^oäex VlUicanu8, ^.lexan-
(Ii-iini8 und 8maiticm8)sie gemeinsam mit dem Neuen
Testament enthalten. Die erhaltenen Handschriften
geben nach einer Notiz des heil. Hieronymus teils
auf die Recension des Märtyrers Lucianus (gest.
311 in der Verfolgung des Maximinus), teils auf die
des Märtyrers Hesychius (gest. in derselben Ver-
folgung), teils auf die Hexapla des Origenes (s. d.)
zurück. Vielfach sind sie gemischt, überhaupt wahr-
scheinlich von noch andern Einflüssen abhängig. Dcr
Umstand, daß die S. die Bibel der christl. Kirche ge-
worden war, diskreditierte sie beim strengern Juden-
tum. Dazu kam, daß die Zerstörung des jüd. Etaats-
wescns den völligen Sieg der pharisäischen Rich-
tung, also eine Verhärtung des palästinischen Juden-
tums in seinen Eigentümlichkeiten zur Folge hatte.
Die palästinischen Rabbinen gewannen die geistige
Führung derjenigen Elemente des hellenistischen
Judentums, welche den Weg in die christl. Kirche
nicht gefunden hatten. Damit zog sich schließlich das
Judentum auf den inzwischen zu seiner jetzigen, von
der S. vielfach abweichenden Form erstarrten hebr.
Text, die S. in die christl. Kirche zurück. Ehe es
jedoch zum Abschluß dieses Prozesses kam, entstan-
den noch drei griech. Übersetzungen des Alten Testa-
ments, sämtlich zu dem Zwecke, den Anschluß an
den inzwischen fixierten hebr. Text zu gewinnen. Es
sind 1) die des Aquila (s. d.), 2) die des Theodotion
(s. d.), 3) die des Symmachus (s. d.). Gewöhnlich
dält man die des Aquila für die älteste. Von diesen
dreien haben sich nur Fragmente und zwar gleich-
falls nur in christl. Überlieferung erhalten. Dies
verdankt man einer gelehrten Arbeit des Origenes,
der tzexapla. Um die S. nach der hcbr. Grund-
lage, von deren Schickfalen seit der Übersetzung
ins Griechische er keine Vorstellung hatte, zu ver-
bessern, schrieb er eine Handschrift, die auf sechs
nebeneinander stehenden Kolumnen den hebr. Text
in bebr. und griech. Schrift, die S. (nebst Zeichen
zur Andeutung dessen, was hinzugefügt oder weg-
gelassen werden sollte) und die Übersetzungen des
Aquila, Symmachus und Theodotion sowie Stücke
einer fünften, sechsten und siebenten Übersetzung ent-
bielt. Die Fragmente der Hexapla sammelte zuerst
Bernhard de Montfaucon, dann Fr. Field ("Ilexa.-
pioi'um Ori^enig c^iae 8up6i-8unt", Oxford 1867 fg.)>
Septüor, s. Scptett.
äspüloruin (lat.), Grab; sepulkräl, die Be-
stattung betreffend, Grab..., Grabes...
3e^., Abkürzung für86^u6H8 (lat., das folgende);
86(^(1. für 86<iuc!nt68 (die folgenden).
3ey.N2.ii2., lat. Name der Seine.
Sequäner, gallifche Völkerschaft in der spätern
Franche-Comte und in Burgund.
Sequenz (lat.) oder Folge, eine Reihe von drei
oder mehr aufeinander folgenden Karten derfelben
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