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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Skanderborg - Skandinavien

Türken den Islam an unter dem Namen Iskender (Alexander), entfloh aber nach dem siegreichen Feldzuge des Hunyadi 1443 in sein Vaterland, bemächtigte sich der Bergfestung Kroja und wurde von Sultan Murad II. als tributärer Fürst belassen. Die Venetianer, die er in ihren Besitzungen bei Durazzo und Scutari beunruhigte, setzten 1448 einen Preis auf seinen Kopf, zahlten ihm aber später Subsidien. Die vergebliche Belagerung Krojas durch Murad II. (1450) begründete den Ruhm des albanes. Fürsten, der vom Papst und dem König von Neapel Alfons I. unterstützt wurde, aber 1455 bei Berat eine schwere Niederlage erlitt. 1461-62 diente er in Neapel als Söldnerführer der aragonesischen Partei gegen die Anjous. Im venet.-türk. Kriege 1463-79 wurde Kroja 1466-67 gegen Mohammed II. zwar behauptet, S. starb aber schon 17. Jan. 1468 im venet. Alessio. Sein Sohn Johannes begab sich mit vielen albanes. Edelleuten nach Neapel und erhielt dort Titel und Güter; der letzte der Kastriota-Skanderbeg starb 1873 in Neapel. - Vgl. Hopfs Artikel "Geschichte Griechenlands im Mittelalter" in der "Allgemeinen Encyklopädie" (Sektion I, Bd. 86, Lpz. 1868); Pisko, Skanderbeg (Wien 1894).

Skanderborg, Stadt im dän. Amt Aarhus in Jütland, am Skanderborgsee, an den Linien Vamdrup-Frederikshavn und S.-Skjern, hat (1890) 2353 E. und eine Kirche des berühmten Schlosses.

Skanderîjeh, s. Alexandria (in Ägypten).

Skanderûn, kleinasiat. Hafen, s. Alexandrette.

Skandieren (lat.), einen Vers nach seiner metrischen und rhythmischen Gliederung taktmäßig vortragen.

Skandinavĭen, Halbinsel im N. Europas, welche, im NO. auf eine Strecke von 520 km an Rußland grenzend, sich von 4° bis 31° 5' östl. L. und von 55° 20' bis 71° 10' nördl. Br. zwischen dem Nördlichen Eismeere, Atlantischen Ocean, der Nordsee, dem Skagerrak, Kattegat und Sund im N. und W. einerseits und dem Bottnischen Meerbusen und der Ostsee im O. und S. andererseits in einer Länge von 1870 und in einer Breite von 370 bis 750 km hin erstreckt. Die Halbinsel bedeckt etwa 800000 qkm und begreift die beiden Königreiche Norwegen (s. d.) und Schweden (s. d.). (S. die Karte: Schweden und Norwegen, beim Artikel Schweden.)

Die Bodengestaltung ist bedingt durch das Gebirge, welches die westl. Hälfte, also vorzugsweise Norwegen, durchaus zum Gebirgslande macht, während die Osthälfte oder Schweden großenteils der Form der niedrigern Terrassenlandschaft angehört. Das skandinav. Gebirge erstreckt sich, ohne allen Zusammenhang mit einem andern Gebirgssystem Europas, vom Varangerfjord im NO. bis zum Vorgebirge Lindesnäs im SW., oder von 71 bis 58° nördl. Br., in einer Länge von ungefähr 1800 und einer durchschnittlichen Breite von W. nach O. von 300 km, einen Flächenraum von 500000 qkm einnehmend. Es ist viel einförmiger und weniger gliederreich als die mitteleurop. Gebirge, indem es kein Ketten-, sondern ein Massengebirge bildet, das nirgends einen scharf abgeschnittenen Kamm hat, sondern dessen Scheitel zum größten Teile aus wellenförmigen Bergebenen (Fjelden) besteht, welche in den nördlichern Teilen des Gebirges schmäler sind, in den südlichern aber eine Breite von 75 bis 90 km erlangen, und über welchen die einzelnen Berggipfel, unregelmäßig zerstreut, nadel- oder zahnförmig emporragen. Man kann im skandinav. Gebirge vier Hauptteile unterscheiden: das Lappländische Gebirge im N., vom Varangerfjord bis zu 67° nördl. Br., mit einer mittlern Höhe von 300 bis 650 m; die Kölen oder Kjölen bis 67° nördl. Br., in einer mittlern Höhe von 500 bis 800 m; das Dovrefjeld bis zum Kap Statnäs und zur Quelle des Lågen, die sich in dem tiefsten Einschnitte der den Gebirgskamm bildenden Scheitelfläche befindet, mit einer mittlern Höhe von 800 bis 1100 m; endlich die südlichen Fjelde, welche die Südwestspitze der Halbinsel zwischen dem Sognefjord und dem Skagerrak einnehmen und im Hardangerfjeld bis zu 1200-1600 m mittlerer Höhe aufsteigen, südlich aber wieder zu 1000 und 500 m Höhe herabsinken. Die Höhe des Gebirges erhebt sich also von N. nach Süden zu, bis es dann schnell wieder in der Südspitze herabsinkt; dasselbe Verhältnis findet auch mit den Gipfelhöhen statt, die sich im Lappländischen Gebirge bis zu 1000 m, in den Kölen im Kebnekaiße (67° 53' nördl. Br.) bis zu 2136 m, im Dovrefjeld im Snehätten (62° 20' nördl. Br.) bis zu 2306 m, im Jötunfjeldene, östlich von der mächtigen Jostedalsbræ (unter 61° 38' nördl. Br.), im Galdhöpiggen bis zu 2560 m erheben. In demselben Verhältnis nimmt die Breite zu, so daß es gerade da seine bedeutendste Breite hat, wo es am höchsten ist. Obschon das skandinav. Gebirge nicht einmal die Höhe der Karpaten erreicht, hat es doch infolge der hohen Breitenlage ganz den Charakter eines Hochgebirges, mit zahlreichen Gletschern und Schneefeldern, und übertrifft die Alpen an Rauheit und Wildheit. Während man von der Ostseite in sanfter Erhebung zur Scheitelfläche emporsteigt, fällt der westl. Abhang schroff und jäh ins Meer hinab, oft in senkrechten Felswänden von 600 m Höhe und darüber, und setzt sich noch im Meere durch eine Menge die Küste umsäumender Felseninseln fort. Während Ost- und Südabhang in zahlreiche prallele, in der Richtung zwischen SO. und O. laufende Flußthäler sich spalten, findet man auf der Westseite zahlreiche Fjorde, schmale, von steilen Felswänden umgebene Meerbusen, welche ungemein tief, zuweilen 130-140 km weit in die Masse des Gebirges einschneiden und auf diese Weise den Verkehr mit Gegenden vermitteln, die sonst ganz unzugänglich sein würden. Diesen Fjorden entsprechen die Landseen, welche den Fuß des Gebirges auf seiner Ostseite wie in einer Zone umgeben. Sie bilden fast alle schmale, langgestreckte Becken, zu denen sich die aus dem Gebirge herabströmenden Flüsse erweitern, und liegen sämtlich in einer Höhe von 200 bis 360 m in der Zone der Vorberge, welche sich im O. des skandinav. Hochlandes in einer Breite von 75 bis 150 km und einer Höhe von 250 bis 330 m erstrecken und den Übergang zum eigentlichen Tieflande bilden. Dieses, welches die Ostseite der Halbinsel ausmacht und im entgegengesetzten Verhältnis zu dem Hochlande von Süden nach N. in dem Maße an Breite zunimmt, als das letztere in dieser Richtung allmählich schmäler wird, nimmt ein Areal von 360000 qkm ein. Die Kammhöhe des Gebirges im N., also im Lappländischen Gebirge und den Kölen, bildet auch die Scheide zwischen Schweden und Norwegen; im Süden dagegen liegt die Kammhöhe auf norweg. Seite, und die Grenze nach Schweden geht quer über die östl. Ausläufer des Gebirges.

Das Gebirge besteht vorzugsweise aus Gneis und Glimmerschiefer, weniger häufig aus Porphyr, Syenit, Granit und Urkalk. Vulkanische Gesteine