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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Sonchus; Sond.; Sonde; Sonderbefriedigung; Sonderbund; Sonderburg; Sondergerichte; Sondergut; Sonderland

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Sonchus - Sonderland

meist Tänze; in der Kirchensonate (sonatadi ^[richtig: sonata di] chiesa) sollten sie ernster, würdiger, auch wohl fugiert, kontrapunktisch gearbeitet sein. So war es in der Zeit 1650–1750, wo die S. hauptsächlich für Saiteninstrumente mit begleitendem Klavier- und Orgelbaß bestimmt war und damals das bildete, was man jetzt instrumentale Duos, Trios und Quartette nennt. Die S. für Klavier entstand zwar schon um 1700 durch Kuhnau, bildete sich aber erst nach 1750 zu ihrer jetzigen Gestalt aus; bis dahin war es vorwiegend die Suite (s. d.), welche für Klavierstücke galt. Erst seit ihrer Ausbildung durch Ph. Em. Bach und besonders durch Haydn erhielt die Klaviersonate im wesentlichen diejenige musikalische Form, welche die frühern Gestaltungen dieser Art überflügelte, und daher kommt es, daß der Name S. in der neuern Musik fast ausschließlich Stücke für Klavier, oder für Klavier mit Violine (Cello), bezeichnet. An die genannten und viele andere Klaviersonaten-Komponisten jener Zeit schließen sich, jeder in seiner Art weiter bildend, Mozart und Clementi an. Namentlich aber hat Beethoven die Sonatenform mit Fülle und Tiefe behandelt und zur größten Vollendung gebracht. Auch Cramer, Dussek, Weber, Hummel, Schubert, Mendelssohn, Schumann, Brahms, Raff u. a. haben in der S. Vortreffliches geleistet. Die Sonatine ist eine S. in kleinerer Form. – Vgl. Shedlock, Die Klaviersonate, ihr Ursprung und ihre Entwicklung (aus dem Englischen, Berl. 1897).

Sonchus L., Pflanzengattung aus der Familie der Kompositen (s. d.) mit gegen 24 Arten, sämtlich in der Alten Welt, von denen aber einige als Unkraut auch in Amerika ausgedehnte Verbreitung gefunden haben, meist krautartige, seltener strauchartige Gewächse mit am Rande stachligen Blättern; ihre Blütenköpfchen besitzen eine dachziegelschuppige eiförmige Hülle, einen nackten Fruchtboden und meist gelbe, selten blaue oder lilafarbene Zungenblüten. Die gemeinsten in Mitteleuropa vorkommenden Unkräuter sind die einjährige gemeine Saudistel oder Moosdistel (S. oleraceus L.) mit kleinen Blütenkörbchen und schwefelgelben Blumen, und die ausdauernde, häufig unter der Saat auftretende Gänsedistel (S. arvensis L.) mit großen Blütenkörbchen und schwefelgelben Blumen. Das Kraut der erstgenannten Art war früher offizinell. Die blau blühende Alpensaudistel oder Milchlattich, S. alpinus L. (Mulgedium alpinum Cass.), eine in allen höhern Gebirgen, aber namentlich im Riesengebirge und in den Alpen häufige Prachtpflanze mit bis über 1 m hohem, purpurfarbigem, drüsig behaartem Stengel und langer Traube, großen Blütenkörbchen voll violetter Blumen, wird oft als Ziergewächs kultiviert. Die nahe verwandte blau blühende S. (Mulgedium) Plumieri DC. wächst nur im Schwarzwald und in den Vogesen.

Sond., hinter lat. Pflanzennamen Abkürzung für W. Sonder, Arzt in Hamburg, geb. 13. Juni 1812 zu Oldesloe, gest. 21. Nov. 1881 zu Hamburg.

Sonde (Specillum), ein Stäbchen aus Metall, Horn oder Kautschuk von verschiedener Länge und Dicke, mit dem der Chirurg tiefere Wunden und Eitergänge sowie Kanäle und Höhlen des Körpers untersucht, sobald der Finger hierzu nicht ausreicht. Für einzelne Zwecke braucht man auch S. von biegsamem Material und von besonderer Form, z. B. zur Untersuchung der Harnblase, der Speiseröhre. Die Hohlsonde hat ihrer ganzen Länge nach eine Furche und wird besonders zur Anlegung erweiternder Schnitte gebraucht, indem man sie unter der zu trennenden Schicht einschiebt, das Messer mit dem Rücken in die Furche einsetzt und so für dieses beim Schnitt eine feste Bahn und Stütze hat. ^[Spaltenwechsel]

Sonderbefriedigung, im Konkursrecht, s. Abgesonderte Befriedigung.

Sonderbund, Sonderbundskrieg, s. Schweiz (Neuere Geschichte).

Sonderburg. 1) Kreis im preuß. Reg.-Bez. Schleswig, hat 442,23 qkm und (1895) 32019 (15647 männl., 16372 weibl.) E., 3 Städte, 67 Landgemeinden und 3 Gutsbezirke. Der Kreis umfaßt die Insel Alsen und den größten Teil der Halbinsel Sundewitt (s. d.). – 2) Kreisstadt im Kreis S., an der schmalsten Stelle des Alsensundes, der die Insel von der Halbinsel Sundewitt trennt, Sitz des Landratsamtes, eines Amtsgerichts (Landgericht Flensburg) und schwed. Konsuls, ist durch eine Pontonbrücke mit dem schlesw. Festland verbunden und hat (1895) 5247 E., darunter 188 Katholiken, in Garnison das 3. Bataillon des Füsilierregiments Königin (schlesw.-holstein.) Nr. 86, Postamt erster Klasse, Telegraph, einen vorzüglichen Hafen, luth. Kirche, Rathaus, Schloß (jetzt Kaserne), in dessen schöner Kapelle viele Mitglieder der ältern sonderburgischen und augustenburgischen Familie beigesetzt sind, Realprogymnasium; Brauerei, Mühle, Schiffahrt. S. wird als Seebad besucht. Im südöstl., 1755 abgebrochenen Turm des Schlosses S. saß der dän. König Christian Ⅱ. 1532–49 in Gefangenschaft. Die Stadt bildete früher zusammen mit den nur 2 km entfernten Schanzen von Düppel (s. d.) einen Festungsrayon. – S. ist unter dem Schutze des Schlosses, welches 1203 zuerst erwähnt wird, entstanden. Der Name bedeutet die «südliche Burg» im Gegensatz zu Schloß und Flecken Norburg (Nordburg). Nach der Landesteilung 1564 nahm Herzog Johann der Jüngere (gest. 1622), der Stammvater der sonderburgischen Gesamtlinie, hier seine Residenz. (S. Oldenburger Haus.) Sein Urenkel, Herzog Christian Adolf, mußte jedoch die abgeteilte Herrschaft S. 1667 im Konkurs aufgeben, worauf dieselbe von dem dän. König Friedrich Ⅲ. erworben wurde. König Friedrich Ⅴ. überließ 1764 das Schloß an die Augustenburger Linie (s. d.), und es blieb in deren Besitz, bis Herzog Christian Karl August Friedrich alle seine Stammgüter 30. Dez. 1852 der dän. Regierung gezwungen verkaufen mußte. Das Grabgewölbe des alten Schlosses ist seit 1886 wieder im Besitz der augustenburgischen Familie. Bei S. überschritt der Große Kurfürst mit seinem Heere im Dez. 1658 den Alsensund, um als dän. Bundesgenosse die Schweden von Alsen zu vertreiben. Im ersten schlesw.-holstein. Krieg 1848–49 war S. das Hauptquartier der dän. Position auf Alsen und Sundewitt, von wo aus die deutschen Heere fortwährend in der Flanke bedroht wurden; ebenso im zweiten schlesw.-holstein. Krieg 1864. (S. Alsen.) Bei der Erstürmung von Düppel hatte S. stark zu leiden.

Sondergerichte, s. Ausnahmegerichte.

Sondergut, s. Einhandsgut.

Sonderland, Joh. Bapt., Maler und Radierer, geb. 2. Febr. 1805 zu Düsseldorf, bildete sich auf der Akademie unter Schadows Leitung und bereiste darauf Holland, Frankreich und die Rheingegenden. Seine Motive schöpfte er aus dem idyllischen Landleben, aus Dichterwerken sowie aus der Fabel und dem Märchen. Er wußte denselben einen anziehenden Reiz durch die Frische der Erfindung und die