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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Sonderrechte - Sonett

Lebendigkeit der Darstellung zu geben. Sehr umfassend war seine Thätigkeit auf dem Gebiete der Illustration. Er starb 21. Juli 1878 in Düsseldorf.

Fritz S., Genremaler, Sohn des vorigen, geb. 20. Sept. 1835 zu Düsseldorf, wurde 1855 an der Düsseldorfer Akademie Bendemanns und dann Hiddemanns Schüler. Er malte teils Bauernstücke, wozu er im Schwarzwald und in Hessen Studien gemacht hatte, teils Genrebilder aus der Spätrenaissance und Barockzeit, meistens in humoristischer Auffassung. Hierher gehören: Siegesdepesche, Gaukler in der Dorfschule, Diner à part, Das Opfer der Spielsucht, Der bescheidene Gast, Verirrt, Ein kleines Intermezzo, Nach dem Diner, Nutzlose Ermahnungen. S. starb 13. Juni 1896 in Düsseldorf.

Sonderrechte der Standesherren (s. d.).

Sonderrechtsnachfolge, s. Erwerben.

Sonders, deutscher Name von Sondrio (s. d.).

Sondershausen. 1) Landratsamtsbezirk im Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen (Unterherrschaft), hat (1895) 519,08 qkm, 50 Gemeindebezirke, 149 Wohnplätze und 38 317 (18 888 männl., 19 429 weibl.) E., 7052 bewohnte Wohnhäuser, 8708 Haushaltungen und Anstalten und umfaßt die Amtsgerichtsbezirke S., Greußen und Ebeleben. - 2) Haupt- und Residenzstadt des Fürstentums Schwarzburg-Sondershausen, an der Wipper und der Linie Nordhausen-Erfurt und der Nebenlinie S.-Frankenhausen (im Bau) der Preuß. Staatsbahnen, in bergiger Gegend, Sitz der höchsten Landesbehörden, des Landratsamtes, eines Amtsgerichts (Landgericht Erfurt), Forstamtes für die Unterherrschaft, Katasteramtes und Bezirkskommandos, hat (1895) 7013 E., darunter 113 Katholiken und 57 Israeliten, in Garnison das 1. Bataillon des 3. thüring. Infanterieregiments Nr. 71, Postamt erster Klasse und Zweigstelle, Telegraph, Trinitatis-, Crucis- und Schloßkirche, fürstl. Schloß, 1540 von dem Grafen Günther erbaut, Antiquitäten- und Naturaliensammlung, Gymnasium, Realschule, höhere Mädchenschule, Schullehrer- und Lehrerinnenseminar, fürstl. Konservatorium für Musik, Landkrankenhaus, Hospital, Wasserleitung, Gasbeleuchtung, Schwarzburgische Landesbank, städtische Sparkasse und Vorschußverein. S. ist Sitz der Schwarzburg-Sondershausenschen landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft. Südlich von S. der Possen mit fürstl. Jagdschloß und Denkmal des Fürsten Günther Friedrich Karl II. (1894). - S. soll 525 gegründet sein. 1248 kam es an die Grafen von Schwarzburg, denen es Graf Dietrich von Hohnstein wieder entriß, 1536 durch Erbvergleich wieder an Schwarzburg.

^[Abb.]

Sondersieche, s. Aussatz.

Sonderzüge, s. Eisenbahnzüge.

Sondieren, mit der Sonde (s. d.) untersuchen; dann vorsichtig ausforschen, prüfen.

Sondra, Ort in Sachsen-Coburg-Gotha, mit starker Kohlensäurequelle, s. Kohlensäure (Bd. 17).

Söndre-Bergenhus, norweg. Amt, nördlich vom Stavangers-Amt, an der Westküste, größtenteils auf beiden Seiten des Hardanger-, Bömmel- und Osterfjord ausgebreitet, ist sehr gebirgig, mit zahlreichen Gletschern, Stromschnellen und Fjelden und zählt auf 15 607 qkm (1891) 127 678 (60 600 männl., 67 078 weibl.) E., die hauptsächlich Fischerei und Ackerbau treiben. Die Länge der Wege ist (1890) 1421 km und die der Eisenbahnen (1894) 108 km. Das Amt zerfällt in die Vogteien Söndhordland, Nordhordland und Hardangervoß, hat aber keine Stadt. Sitz des Amtmanns ist Bergen.

Söndre-Throndhjem, norweg. Amt, grenzt im N. an Nordre-Throndhjem, im O. an Schweden (Jämtland), im S. an die Ämter Hedemarken und Kristians, im W. an Romsdals-Amt und das Meer, zählte (1891) auf 18 606 qkm 123 750 (59 012 männl., 64 738 weibl.) E. Drei größere Flüsse, Orkla, Gulelven und Nidelven, durchströmen das Amt. Eisenbahnen giebt es 196, öffentliche Wege 1723 km. Die Vogteien sind vier: Fossen, Orkedalen, Guldalen und Strinden-Selbo; die Städte sind: Throndhjem, Residenz des Stiftamtmanns, und Röraas.

Sondrio. 1) Provinz im Königreich Italien, in der Lombardei, grenzt im NW. und N. an die Schweiz, im O. an Tirol und die ital. Provinz Brescia, im S. an Bergamo und im W. an Como, hat 3268 (nach Strelbitskij 3123) qkm mit (1881) 120 534, nach Berechnung vom 31. Dez. 1895: 134 624 E., d. i. 41 E. auf 1 qkm, mit zusammen 78 Gemeinden. Die Provinz ist sehr gebirgig, wird im N. von den Rhätischen Alpen (Piz Bernina 4052 m), im S. von den Bergamasker Alpen(Monte-Redorta 3042 m) und im O. von den Ortler Alpen (Ortler 3902 m) begrenzt und von der Adda durchzogen.- 2) S., deutsch Sonders, Hauptstadt der Provinz S. und des Veltlin, in 348 m Höhe, am Ausgang des Val Malenco, an dem dieses Thal durchströmenden wilden Malero, der, durch feste Steindämme eingeschlossen, südlich von der Stadt in die Adda mündet, an der Linie S.-Colico (41 km) des Adriatischen Netzes, Sitz des Präfekten, eines Gerichtshofs und einer Handels- und Gewerbekammer, hat (1881) 4014, als Gemeinde 6990 E., nach Berechnung vom 31. Dez. 1894: 8900 E., enge, unsaubere Straßen, hohe düstere Häuser, ein altes Kastell, jetzt Kaserne, eine sehenswerte Hauptkirche mit altertümlichem Turm und guten Gemälden, ein Theater, Gymnasium, Hospital; Landwirtschaft, namentlich Weinbau, Weberei und Handel. Bei der 3 km westlich auf einem Felsenvorsprunge auf Galerien erbauten Kirche Sassella wächst der beste Veltliner Wein; andere geschätzte Weine der Umgegend sind der Inferno und der Montagna.

Sone (spr. ßohn), Nebenfluß des Ganges, s. Schon.

Sonett (ital.), eine besondere Art kleiner lyrischer Gedichte mit 14 gereimten Zeilen in zwei Hauptabteilungen von ungleicher Länge. Die erste wird durch zwei vierzeilige Strophen (Quaternarien), die letzte durch zwei dreizeilige Strophen (Terzinen) gebildet, und zwar so, daß die beiden Quaternarien durch zwei viermal wiederkehrende Reime sich verschlingen (abba abba), in den beiden Terzinen aber je zwei und zwei oder je drei Verse miteinander gereimt werden. Entsprechend der Gliederung in zwei Hauptteile, in den Aufgesang der beiden Vierzeilen und in den Abgesang der beiden Dreizeilen, gestaltet sich der Inhalt wie Satz und Gegensatz, Frage und Antwort, Problem und Lösung. Das S. entstand im 13. Jahrh. in Italien, nach einer alten Ansicht aus der isolierten Canzonenstrophe, nach einer neuern aus der Verbindung eines acht- und eines sechszeiligen Strambotto (s. d.). Durch Einschiebung von kurzen Versen (settenari) zwischen die 14 langen (endecasallibi) bildete man eine erweiterte Form