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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Sommersolstitium - Sonate

dingtes Versinken in einen lethargischen, schlafartigen Zustand, wodurch die betreffenden Tiere (kleine Säuger, Reptilien, Fische, Insekten, Mollusken) während einer Zeit, in der ihre natürlichen Existenzbedingungen, Futtermenge, Grad der Feuchtigkeit u. s. w. sehr verändert sind, gegen äußere schädliche Einflüsse gleichsam abgeschlossen werden. Der tropische S. ist das Widerspiel des Winterschlafs (s. d.), wie er in kältern Klimaten auftritt.

Sommersolstitĭum, s. Sonnenwenden.

Sommersporen, s. Generationswechsel.

Sommersprossen oder Sommerflecken (Ephelides), kleine gelbliche und bräunliche Flecken, die besonders bei Individuen mit zarter Haut, blonden und rötlichen Haaren und sehr weißem Teint auf den von den Kleidern nicht bedeckten Körperteilen (im Gesicht, auf den Händen und Armen) erscheinen. Die S. sind Pigmentablagerungen in der Haut, die im Sommer, also namentlich unter dem Einfluß des Sonnenlichts, auch dann entstehen, wenn man die Haut vor der Einwirkung der direkten Sonnenstrahlen schützt. Im Winter blassen sie ab oder verschwinden auch wohl von selbst. Künstlich kann man sie nur zugleich mit der Hautschicht entfernen, in der die Pigmentflecken enthalten sind (durch die von Hebra angegebenen Sublimatumschläge); aber mit dieser Hautschicht kommen nach einigen Wochen auch die S. wieder.

Sommersprossencream von Lewinsohn, Sommersprossenmittel von Ch. Stangen, Sommersprossensalbe Dr. Legrans, s. Geheimmittel (Bd. 17).

Sommerstorff, Otto, Schauspieler, s. Bd. 17.

Sommerthürchen, Pflanze, s. Leucojum.

Sommerviehgras, s. Poa.

Sommerwurz, Pflanzengattung, s. Orobanche.

Sommerzeichen, s. Tierkreis.

Sommität (frz.), Spitze, hochstehende Person.

Somnāl, Schlafmittel, das aus Chloralhydrat und Urethan in Weingeist gelöst besteht und bitter kratzend schmeckt. In Gaben von 2 bis 3 g genommen soll es nach kurzer Zeit einen 6- bis 8stündigen ruhigen Schlaf ohne Nachwirkungen hervorrufen.

Somnambulismus (vom lat. somnus, Schlaf, und ambulare, wandeln), Bezeichnung für den schlafähnlichen Zustand, der sowohl von selbst entsteht (natürlicher S., Nachtwandeln, s. d.) als auch experimentell durch Einwirkung hypnotisierender Proceduren herbeigeführt wird (künstlicher S., Hypnotismus im engern Sinne). Die Bewußtseinsstörung ist keineswegs sehr tief, insbesondere kann nicht von einer Aufhebung des Selbstbewußtseins die Rede sein. Die Somnambulen hören, fühlen und sehen, wenn sie nicht, was häufig vorkommt, die Augen geschlossen halten; aber sie sind unfähig, die Gesamtsituation, in der sie sich befinden, richtig zu erkennen, und haben nach dem Erwachen in der Regel die Erinnerung für das während des somnambulen Zustandes Erlebte völlig verloren, woraus man früher fälschlich auf Bewußtlosigkeit schloß. Dabei laufen aber im Bewußtsein der Somnambulen lebhafte Vorgänge ab, indem dieselben sich entweder in einer selbstgeschaffenen Sinnenwelt (früher durchlebte, phantastisch veränderte Situationen) bewegen oder ganz durch von außen eingegebene (suggerierte) Vorstellungen beherrscht werden. Bei Hysterischen und Epileptischen sowie bei Personen, die hochgradig zu hypnotischen Zuständen neigen, treten diese letztern auch am Tage ohne besonders nachweisbare Ursachen auf (sog. Dämmerzustände). Im populären Sinne umfaßt der S. auch jene als Hellsehen, magnetisches Schlafwachen (clairvoyance) bezeichneten Zustände, in denen bei äußerlich verschlossenen Sinnen die Fähigkeit bestehen soll, vermöge eines rätselhaften intuitiven Vermögens, Vorgänge und Objekte wahrzunehmen, die mit gesunden Sinnen und im gewöhnlichen wachen Geisteszustand nicht erkannt werden können, z. B. Vorgänge in weiter räumlicher Ferne, in der Zukunft u. s. w. Indes gehen bei näherer Prüfung die intellektuellen Leistungen der sog. Somnambulen in diesem Sinne nicht principiell über den gewöhnlichen menschlichen Erfahrungskreis hinaus. Meist handelt es sich um betrügerische Täuschungen; doch findet sich ab und zu im somnambulen Zustand thatsächlich eine hochgradig gesteigerte Erregbarkeit (Hyperästhesie) der Sinnesapparate, so daß Vorgänge oder Dinge wahrgenommen werden, die gesunden Sinnen verborgen bleiben (z. B. feinste Geräusche, riechende Substanzen in geringster Menge). (S. auch Hypnotismus.) ^[Spaltenwechsel]

Somnifĕra (lat.), Schlafmittel, s. Schlaf.

Somnium (lat.), Traum (s. d.).

Somnolént (lat.), schläfrig. - Somnolentĭa, Schläfrigkeit, Schlaftrunkenheit (s. d.).

Somnus, bei den Römern der Gott des Schlafes. (S. Hypnos.)

Somogy (spr. schómmodj), s. Sümeg.

Somorja (spr. schómm-), ungar. Name von Sommerein auf der Großen Insel Schütt (s. d.).

Somosĭerra, Dorf im nördlichsten Teil der span. Provinz Madrid, an der Straße nach Burgos, in der Sierra de Guadarrama, hat 267 E. und ist durch das Gefecht 30. Nov. 1808 denkwürdig geworden. 14000 Spanier hatten unter Don Benito San-Juan den Paß von S. (1480 m) besetzt und verschanzt, wurden aber von Napoleon Ⅰ., der von Norden her mit 26000 Mann Fußvolk und 9000 Mann Reiterei heranrückte, daraus vertrieben. Dadurch war der Weg nach Madrid offen.

Somvix (Sumvix), Ort im Bezirk Vorderrhein des schweiz. Kantons Graubünden, in 1054 m Höhe, an der Mündung des Somvixer Thals in das Rheinthal, hat (1888) 1169 meist kath. E. Nahebei die Kirche St. Benedikt und die Ruinen des Schlosses Tuvra. Im Somvixer Thal, 10 km entfernt, in 1273 m Höhe das Somvixer oder Teniger Bad.

Son, Sone, Nebenfluß des Ganges, s. Schon.

Sonánt (lat.), in der Lautphysiologie ein Laut, der der Träger des Silbenaccents (s. Accent) ist, z. B. a in alt, l in han-dlt (so spricht man das Wort handelt meistens aus), s in der Interjektion bst. Die zu derselben Silbe gehörigen andern Laute sind die Konsonanten der Silbe, z.B. l und t in alt; dasselbe l, das in han-dlt sonantische Geltung hat, ist in han-dle (wo e der S. der zweiten Silbe ist) konsonantisch. (S. Konsonant und Laut.)

Sonāte (ital. sonata, «Klingstück»), ursprünglich die allgemeine Bezeichnung für Instrumentalsatz, steht in diesem Sinne im Gegensatz zur Kantate («Singstück»), der allgemeinen Bezeichnung für einen Vokalsatz. In dieser allgemeinen Bezeichnung kommt die S. am Ende des 16. Jahrh. für einsätzige und dreisätzige Orchesterkompositionen z. B. bei G. Gabrieli vor. Als sich im Laufe des 17. Jahrh. verschiedene Formen der Instrumentalmusik ausbildeten, wurde die Bezeichnung S. besonders auf eine Reihe selbständiger Sätze bezogen, die musikalisch ein Ganzes ausmachen. Diese Sätze waren in der Kammersonate (sonata di camera) munter und lebhaft,