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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Sparnacum; Sparr; Sparren; Sparrenberg; Sparrm.; Sparsim; Sparta

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Sparnacum – Sparta (Stadt)

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Sparmarken'

folgen dann direkt auf die Sparkassenbücher. Der preuß. Minister des Innern nahm in Anlehnung an diese Vorschläge Anlaß, mit Verfügung vom 4. Aug. 1894 das regelmäßige Abholen kleinerer Sparbeträge durch Boten der Sparkassen gegen Ablieferung von S. zu empfehlen. In neuester Zeit hat man mit Versuchen in dieser Richtung begonnen.

Sparnăcum, lat. Name von Epernay.

Sparr, Otto Christoph, Freiherr von, brandenb. Generalfeldmarschall, geb. 1605 zu Prenden bei Bernau (nach andern 1599 zu Lichterfelde bei Eberswalde), trat in kaiserl. Dienste und stieg bis zum Generalwachtmeister auf, focht während des Dreißigjährigen Krieges meistens im nordwestl. Deutschland, führte als kurkölnischer General-Feldwachtmeister 1649 die Exekution gegen Lüttich und trat Okt. 1649 in brandenb. Dienste. Er wurde 1656 Generalfeldmarschall und entwickelte eine bedeutende Thätigkeit auf dem Gebiete des Artillerie- und Geniewesens. In der Schlacht bei Warschau (Juli 1656) befehligte S. die Mitte des brandenb.-schwed. Heers und erstürmte das Pragaer Holz, wodurch der Sieg entschieden war. Er kämpfte 1657 gegen die Polen, 1658 gegen die Schweden, eroberte 1659 Demmin und war 1663–64 bei dem Zuge nach Ungarn. Sein letzter Dienst war 1666 die Unterwerfung der widerspenstigen Magdeburger, die sich der brandenb. Herrschaft nicht unterordnen wollten. S. starb 9. Mai 1668 in Prenden. Seinen Namen führt seit 1889 das 3. westfäl. Infanterieregiment Nr. 16. – Vgl. Th. von Mörner, Märk. Kriegsobersten (Berl. 1861); R. Schmidt, Otto Christof von S. (Berl. 1896).

Sparren, die einzelnen in vertikaler Ebene geneigt stehenden Hölzer oder Verbandstücke des Dachgerüstes, welche unmittelbar zur Unterstützung und Befestigung der Dacheindeckung dienen. Man unterscheidet der Form nach gerade und gekrümmte S. Bei dem Satteldach sind je zwei gegenüber stehende S. der Dachseiten an der Spitze (dem Forsten oder First) miteinander verbunden und bilden ein Sparrenpaar, Gespärre oder Gebinde (s. d.). Durch die Konstruktion des Dachgerüstes machen sich Binder- und Leergesperre notwendig, von denen erstere zu dem Querverband des Daches gehören und meist in Entfernung von 3,5 bis 5 m angeordnet sind, während letztere in Abstand von 85 bis 95 cm zwischen erstem sich befinden und von dem Längenverband des Dachs unterstützt werden. Bei Walm- und zusammengesetzten Dächern kommen noch Grat-, Kehl- und Schiftersparren vor. (S. Verknüpfung der Hölzer.) Da die S. vermöge ihrer gewöhnlichen Stärke (10/15 bis 13/18 cm) die Last der Dachung nur von 3,5 bis 5 m Länge zu tragen im stande sind (sie dürfen sich nur um das 24fache ihrer Höhe frei tragen), müssen sie in diesen Abständen unterstützt werden, was durch Kehlbalken, Rahmen und Zangen oder durch Fetten erfolgt und die verschiedenen Konstruktionen der Dachgerüste bedingt (s. Dachstuhl). Die Befestigung der S. mit ihrer Unterstützung erfolgt durch Aufklauung auf Rahmen, Verkämmung auf Fetten oder Nagelung. Sie sind auf Biegung beansprucht und zu berechnen. Der Sparrenkopf, der über die Mauerflucht hervorragende Teil der S., wird durch Schnitzen und Schweifen verziert, so daß die Reihe von Sparrenköpfen mit der sie bedeckenden Schalung ein Hauptgesims bilden, das wegen seiner Billigkeit und (bei kräftiger Ausladung) starken Schattenwirkung vielfach angewendet wird (z. B. in der ital. Renaissance, im Schweizerhaus). ↔

In der Heraldik heißt S. ein aus einem rechten und einem linken Schrägbalken zusammengesetztes Heroldsstück (s. Tafel: Heraldische Typen I, Fig. 26).

Sparrenberg, s. Bielefeld.

Sparrm., hinter lat. naturwissenschaftlichen Namen Abkürzung für Anders Sparrman, geb. 1747 zu Upsala, gest. 1787 als Professor ebenda, bereiste China und Afrika, begleitete 1773 Cook auf seiner Weltumsegelung und veröffentlichte verschiedene Werke über seine Reisen.

Sparsim (lat.), zerstreut, hier und da.

Sparta, die Hauptstadt der peloponnes. Landschaft Lacedämon oder Lakonien, lag im mittlern Eurotasthal, am obern Ende der fruchtbaren Ebene, die sich zwischen diesem Flusse und dem Fuße des Gebirges Taygetos von Norden nach Süden hinzieht, auf einigen Hügeln am rechten Ufer des Flusses. Die jedenfalls von den Doriern unmittelbar nach ihrer Einwanderung in Lakonien gegründete Stadt hatte bis zur Herrschaft des Tyrannen Nabis (seit 207 v. Chr.) keine Ringmauer, sondern bestand aus vier nebeneinander gelegenen offenen Bezirken (Limnä, Kynosureis, Mesoa und Pitana), die durch ein religiöses Band (den Kultus der Artemis Orthia) verbunden waren und einen gemeinsamen Marktplatz (Agora) hatten, an dem das Rathaus, die Amtslokale verschiedener Beamten, einige Heiligtümer, die zu musikalischen Aufführungen und Volksversammlungen benutzte Skias und eine aus der Beute der Perserkriege erbaute, später erweiterte Halle (die sog. Persische Halle) lagen. Eine durch besondere Ummauerung geschützte Burg (Akropolis) hatte S. wenigstens in der ältern Zeit nicht; der Hügel westlich über der Agora, den man mit diesem Namen bezeichnete, war ganz mit Tempeln (darunter der bedeutendste der der Athene Poliuchos oder Chalkioikos) bedeckt. An seinen südwestl. Fuß lehnte sich das umfängliche Theater (jetzt die bedeutendste Ruine der alten Stadt). Von sonstigen Anlagen sind zu erwähnen: die nahe dem Flußufer gelegene geräumige Rennbahn (Dromos) und der etwas weiter südlich befindliche, von einem Wassergraben, über den zwei Brücken führten, umschlossene «Platanenplatz» (Platanistas), auf dem die Jugend ihre Scheinkämpfe ausfocht. Der Gesamtumfang betrug später etwa 9 km. Die Stadt, seit der byzant. Zeit Lakedämonia genannt, erhielt sich trotz mehrfacher Verwüstungen durch die Goten und die Slawen bis 1248, wo Guillaume II. de Villehardouin 4 km westlich davon auf einem Vorhügel des Taygetos eine neue Ortschaft, Misithras, später Misthra (s. d.) genannt, anlegte, deren Aufblühen die gänzliche Verödung S.s herbeiführte. Erst 1834 wurde ein neues S. oder Sparti auf dem Boden der alten Stadt gegründet, das jetzt als Hauptstadt des Nomos (Kreises) Lakonia (s. unten) der Sitz des Nomarchen ist und (1889) 3982, als Gemeinde 12995 E. zählt, während Misthra verfällt. S. besitzt ein Gymnasium und einige Seidenspinnereien und ist durch eine Fahrstraße mit dem Hafen Gythion verbunden. Die Umgebung der Stadt ist wasserreich, daher sehr fruchtbar, aber auch ungesund.

Die Geschichte S.s beginnt eigentlich mit der Einwanderung der Dorer um die Wende des zweiten Jahrtausends v. Chr. Von S. aus eroberten die Dorer bis zum 8 Jahrh. v. Chr. auch die übrige Landschaft, zum Teil erst nach hartem Kampfe mit der achäischen Bevölkerung. Ein großer Teil der alten Bevölkerung verfiel als Heloten

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 126.