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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Spira; Spirabel; Spiraea; Spiräen; Spiralbohrer; Spirale; Spiralkorb; Spirallinie; Spiralplatte; Spiralpumpe

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Spira - Spiralpumpe

zur Besichtigung eines Verteidigungswerkes. Ein 6. Juli 1895 von der Deputiertenkammer angenommenes Gesetz, betreffend die strengere Bestrafung der Spionage (lex Dreyfus), versteht unter Spionage nur die von Ausländern zum Schaden der äußern Sicherheit des Staates begangenen Handlungen, alles andere ist Verrat. - Vgl. Friedemann, Rechtslage der Kriegskundschafter und Kriegsspione (Greifsw. 1892). - Über Doppelspion s. d.

Spira, lat. Name von Speyer (s. d.).

Spira, Johann und Wendelin, auch Johannes und Vendelius Spirensis, s. Johann von Speyer.

Spiraea L., Spier, Pfianzengattung aus der Familie der Rosaceen (s. d.), Abteilung der Spiräen, mit gegen 50 Arten, größtenteils in der nördl. gemäßigten Zone, krautartige Gewächse oder Sträucher, seltener von baumartigem Wuchs, mit meist band- oder fiederförmig geteilten Blättern und weißen oder roten, zu Trauben oder Doldentrauben vereinigten Blüten. Viele Arten sind ausgezeichnete Gartenzierpflanzen. Unter den Stauden werden geschätzt: S. aruncus L., Waldspier, Geißbart, Gebirgswälder Deutschlands bewohnend, bis 1½ m hohe prächtige Büsche bildend, mit eleganten, zwei- oder dreifach-fiederteiligen Blättern und weißen, teils männlichen, teils weiblichen Blüten in walzenförmigen Ähren, welche zu mächtigen, graziös geneigten Rispen zusammentreten; in den Gärten vorzugsweise gern gesehen ist die gefüllt blühende Spielart. S. ulmaria L., der Süßspier, Mädelsüß, Krampf- oder Wurmkraut, ebenfalls in Deutschland zu Hause und gemein auf feuchten Wiesen, bis 1½ m hoch, mit unterbrochen fiederteiligen, unten weißwolligen Blättern und weißen, zu unregelmäßigen Doldentrauben vereinigten Blüten. Von ihr hat man in Gärten eine Varietät mit weiß oder gelblichweiß panachierten Blättern. Ihr nahe verwandt ist die in Gärten häufig angepflanzte japanische S. palmata Thumb., mit zarten rosenroten doldentraubigen Blütenrispen, und ihre Varietät mit weißen Blumen. Obwohl auf trocknen Wiesen und Anhöhen wild wachsend, wird wegen ihrer Schönheit S. filipendula L., Knollenspier oder Filipendelwurz, in den Gärten unterhalten, vorzugsweise ihre gefüllt blühende Varietät. Ihre dünnen Wurzeln haben knollige Anschwellungen und die rosaweißen Blüten auf etwa 1 m hohen Stengeln bilden endständige Trugdolden, die zu mächtigen doldigen Rispen gesammelt sind. Ihre fiederteiligen Blätter sind rosettenartig ausgebreitet.

Ein für die Gärten gleich wertvolles Ausstattungsmaterial sind die Sträucher (Spiersträucher) dieser Gattung. S. salicifolia L., der Weidenspier, aus Sibirien stammend, ist überall in Anlagen verbreitet und findet sich deshalb auch häufig verwildert in Deutschland vor, hat rutenförmige braune Stengel, länglich lanzettförmige Blätter und zu Trauben gesammelte, fast ährenförmige rötlichweiße oder hellrosenrote Blüten. In Ungarn einheimisch ist S. ulmifolia Scop., der Ulmenspier, ein 2 m hoher Strauch mit kantigen Zweigen, eirunden, gesägten Blättern und in langgestielten Doldentrauben stehenden weißen Blüten. Aus Nordamerika stammen S. opulifolia L., der Schneeballspier, mit rundlich dreilappigen, gestielten, doppelt gesägten Blättern und weißen, zu halbkugeligen Doldentrauben gesammelten Blüten und aufgeblasenen Kapseln; S. Douglasii Hook. mit graufilzigen Ästen und länglichen, nur an der Spitze gesägten, unten etwas filzigen Blättern und dunkelroten Blütenrispen; S. ariaefolia Sw., bis 3 m hoch, mit länglich elliptischen, gelappten, gesägten Blättern und gelblichweißen Blüten, und S. tomentosa L., Filzspier, 1 m hoch, dem Weidenspier ähnlich, aber mit rostfarbigem Filz bedeckt. Von asiat. Arten werden vorzugsweise geschätzt: S, sorbifolia L., der Ebereschenspier, eine prächtige sibir. Art, gekennzeichnet durch braunwarzige Stämme, 25 cm lange gefiederte Blätter mit lanzettförmigen gesägten Blättchen und großen Endrispen weißer Blüten. Einige andere Arten sind in China und Japan zu Hause; die schönste ist S. prunifolia Blme., der Pflaumenspier; die mit weißen Blütendolden übersäten Zweige sind graziös gebogen und bilden mit ihren rundlichen, gesägten, mit seidenartigen Haaren bekleideten Blättern einen eleganten, 1½ m hohen Busch. Noch häufiger wird die gefüllt blühende Varietät kultiviert, deren Blumen das Ansehen zierlicher weißer Röschen haben. Sie wird häufig im Treibhause zur frühern Blüte gebracht. Bei S. cantoniensis Lour. stehen die weißen Blüten in gestielten Dolden an jungen Trieben der im Vorjahre entstandenen Zweige. Besonders reichblütig ist die Varietät mit gefüllten Blumen; sie wird ebenfalls gern dem Treibverfahren unterworfen. S. callosa Thbg., der Schwielenspier, gehört zu den schönsten Spiersträuchern der Gärten. Die Stämme des gegen 1 m hohen Strauchs sind oben verästelt und die Spitze der Triebe und die ovallanzettlichen, doppelt gesägten Blätter in der Jugend rot. Die lebhaft roten, bei einer Varietät weißen Blüten bilden endständige, zusammengesetzte, flache Doldentrauben. Von S. kamtschatica Pall. (Kamtschatka) dienen die jungen Triebe und die Wurzeln als Nahrung und zur Bereitung eines berauschenden Getränks. Die staudenartigen S. lassen sich alle mit Leichtigkeit durch Stockteilung vermehren, die strauchigen Arten durch Steckholz und Samen, viele Arten auch durch Ausläufer.

Spirabel (lat.), atembar, verdunstbar.

Spiräen, Abteilung der Rosaceen (s. d.).

Spiralbohrer, s. Bohrer.

Spirale (lat.), Spirallinie oder Schneckenlinie, eine ebene krumme Linie, die unendlich viele Umläufe um einen bestimmten festen Punkt macht. Die einfachste ist die Archimedische, die Archimedes ersonnen und näher untersucht hat. Sie wird von einem Punkt beschrieben, der gleichförmig auf einer Geraden fortschreitet, während diese um einen festen Punkt gleichförmig gedreht wird. Daher ist der Abstand des Punktes r proportional dem Drehungswinkel φ, also die Gleichung der S. in Polarkoordinaten: r = aφ, wobei a konstant ist. Wenn r eine andere Funktion von φ ist, so beschreibt der Punkt andere S., z. B. die S. Fermats, einen Lituus (s. d.), die logarithmische, hyperbolische oder reciproke (umgekehrte Archimedische) und parabolische S. (S. Tafel: Kurven II, Fig. 7-10.) Die Lehre von den S. wird auch Helikometrie genannt. - Vgl. Kuglmayr, S. und deren Tangierungsproblem (Wien 1889); Michalitschke, Die archimedische, die hyperbolische und die logarithmische S. (2. Aufl., Prag 1891). - S. heißt auch eins der Feuerwerksstücke (s. d.).

Spiralkorb, s. Fördermaschine.

Spirallinie, s. Spirale.

Spiralplatte, s. Gehör.

Spiralpumpe, eine von Wirz in Zürich 1746 erfundene, wenig angewendete Wasserhebemaschine, bestehend aus einem um eine horizontale Welle