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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Staffelberg - Stägemann

Staffelberg, Berg bei Staffelstein (s. d.).

Staffelei, ein hölzernes Gestell für Maler, das sich höher oder niedriger stellen läßt, um so die Ausführung von Gemälden entsprechend zu erleichtern, weshalb dieselben auch als Staffeleigemälde bezeichnet werden. Auch kleine Gestelle aus Holz oder Metall zum Ausstellen von Malereien, Photographien u. dgl. heißen S.

Staffelgebet, s. Stufengebet.

Staffelīt, Mineral, s. Phosphorit.

Staffeln, frz. Echelons, Abteilungen von Truppen oder Fahrzeugen, die sich in bestimmten Abständen folgen, sei es bei Marschbewegungen, sei es zur direkten taktischen Verwendung. Benutzen marschierende Truppen eine und dieselbe Marschlinie oder Eisenbahn, so bilden die in gewissen Zwischenräumen hintereinander folgenden Abteilungen die S. Behufs taktischer Verwendung folgen sich die S. in Abständen im allgemeinen dergestalt, daß die hintern Abteilungen die vordern überragen. S. werden gebildet, wenn einzelne Abteilungen zum Flankenschutz auf den Flügeln zurückgehalten werden, wenn durch Einschwenken eine schräge Front hergestellt werden soll, um einen Flügel des Feindes umfassend anzugreifen (die schräge Schlachtordnung Friedrichs d. Gr.), wenn die Verhältnisse die Entwicklung der Linien zum Angriff nicht gestatten (Staffelattacke der Kavallerie). – Auch die Artillerie kann ihr Feuer in S. abgeben. Als Wagenstaffeln bezeichnet man diejenigen Abteilungen einer Batterie, welche nicht zum fechtenden Teile gehören und in der Regel zwei S. bilden.

Staffelrechnung, s. Kontokorrent.

Staffelschnitt oder Stufenschnitt, in der Heraldik ein aus einer Querlinie und einem Stück einer senkrechten Linie gebildetes stufenförmiges Heroldsstück, besonders als Teilung angewendet. Fängt die Querlinie am rechten Schildesrande an, so entsteht die rechte Stufe, im entgegengesetzten Fall die linke. (S. Tafel: Heraldische Typen Ⅰ, Fig. 19.)

Staffelsee, Vorlandsee der bayr. Hochebene in 649 m Höhe, im W. von Murnau (s. d.), nördlich vom Murnauer Moos, der centralen Depression des eiszeitlichen Loisachgletschers, deren Überrest der S. ist. Der See umfaßt 762 ha und ist bis 35 m tief.

Staffelstein. 1) Bezirksamt im bayr. Reg.-Bez. Oberfranken, hat 328,57 qkm und (1895) 19173 (9084 männl., 10089 weibl.) E. in 60 Gemeinden mit 117 Ortschaften, darunter 2 Städte. – 2) Bezirksstadt im Bezirksamt S., unweit links vom Main, an der zu demselben gehenden Lauter und an der Linie Bamberg-Hof der Bayr. Staatsbahnen, Sitz des Bezirksamtes und eines Amtsgerichts (Landgericht Bamberg), hat (1895) 1674 E., darunter 89 Evangelische, Post, Telegraph; Anbau von Obst und Walnüssen. S. ist Geburtsort des Rechenmeisters Adam Ries. Östlich von S., an der Nordwestecke des Fränkischen Juras, die Kalkfelswand des Staffelberges (539 m), mit Kapelle, schöner Aussicht und vielen Versteinerungen, namentlich von riesigen Ammoniten. Hier soll ein Denkmal für V. von Scheffel und ein Scheffelhaus mit Museum errichtet werden.

Staffeltarife, s. Eisenbahntarife.

Staffieren, mit Zubehör und Beiwerk versehen, aufputzen.

Stäffis am See, deutscher Name von Estavayer-le-Lac (s. d.).

Stafford (spr. stäff’rd). 1) Grafschaft Mittelenglands, zählt (1891) auf 3028 qkm 1083273 E., d. i. 358 auf 1 qkm und eine Zunahme von 10,4 Proz. gegen 1881 und von 78 Proz. gegen 1851. Ihr nördl. Teil von Uttoxeter bis Newcastle-under-Lyme hat meist Moorland, das nebst Heide und Wald fast 570 qkm einnimmt; die Berge und Hügel steigen an der Nordspitze im Axe Edge 552 m auf. Nur einige schöne Thäler sind hier fruchtbar. Im mittlern Teile wechseln Hügel mit Getreidefeldern, Weiden mit Baumpflanzungen und Landhäusern. Im äußersten Süden sind Eisen und Kohlen vorwiegend, wie überhaupt das Mineralreich die wichtigsten Produkte liefert. (Hierzu die Karte: Industriegebiet von Süd-Stafford.) Das Eisenerz liegt bald über, bald unter den Steinkohlen, besonders um Wednesbury, Tipton, Bilston, Sedgley, Newcastle. 1893 wurden 13,01 Mill. t Kohlen gefordert. Die wichtigste Kupfergrube befindet sich bei Warslow. Unerschöpfliche Kalksteinbrüche enthält der Norden, die Ufer des Dove, die Höhen von Sedgley und Dudley-Castle auch farbigen Marmor, Alabaster und Mühlsteine. Der reichlich vorhandene Töpferthon wird in großer Menge besonders zu dem berühmten Wedgwoodgeschirr in den Potteries (s. d. nebst Textkarte) verarbeitet. Außerdem sind die Industrien in Eisen, Kupfer, Leder, Seide, Wolle, Leinenzeug, Segeltuch u. s. w. beträchtlich, weniger die Landwirtschaft, und den Handel fördern die Wasserstraßen des Trent und des zum Teil die Ostgrenze bildenden Dove, des Grand-Trunk-, Stafford-Worcestershire- und Birminghamkanals sowie die Great-Western-, die London and North-Western- und die North-Staffordshirebahn. Wichtige Städte sind noch Stoke-upon-Trent, Burton, Wolverhampton, Walsall, Handsworth und Smethwick. Die Grafschaft schickt 7 Abgeordnete ins Parlament. – 2) Hauptstadt der Grafschaft S., in angelsächs. Zeit Scaefford, Municipal- und Parlamentsborough am Sow, der rechts in den Trent fließt, am Grand-Trunkkanal gelegen, Eisenbahnknotenpunkt, hat (1891) 20270 E., schöne Marienkirche mit spätnormann. Schiff und Grabmonumenten, eine stattliche Grafschaftshalle, ein Rathaus mit großer Markthalle, Krankenhaus, Irrenanstalt, eine Lateinschule vom J. 1550, ein Handwerkerinstitut, ein Museum und mehrere altertümliche Gebäude, wie High-House. Es bestehen große Gerbereien, Schuh- und Stiefelmanufakturen, Töpfereien, Steingutfabriken, Brauerei sowie Fabriken für Messerschmiedewaren. In der Nähe das schön gelegene alte Stafford-Castle.

Stage, die Taue, die von den Toppen (s. Topp) der Masten und ihren Verlängerungen, den Stengen (s. d.), schräg nach vorn und unten laufen und straff gesetzt sind, um jene gegen ein Biegen nach hinten zu schützen. Man benennt die S. nach den Masten oder Stengen, wie Fockstag, Großstag, Besanstag, Vorstengestag, Großoberbramstag u. s. w.

Stageira, griech. Stadt, s. Stagira.

Stägemann, Friedr. Aug. von, preuß. Staatsmann und Dichter, geb. 7. Nov. 1763 zu Vierraden, studierte in Halle die Rechte, bekleidete in Ostpreußen verschiedene richterliche Stellungen, wurde 1806 Geh. Finanzrat und nach dem Tilsiter Frieden Mitglied der zur Verwaltung niedergesetzten Immediatkommission. Auch war er unter dem Ministerium Stein bis zum Dez. 1806 vortragender Rat und hatte an der Reformgesetzgebung hervorragenden Anteil. Seit 1809 wirkte er als Geh. Staatsrat im Finanzmini- ^[folgende Seite]