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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Steinschnitt - Steinverbände

unter anderm: "Catalogus librorum hebraeorum in Bibliotheca Bodleiana" (Berl. 1852-60; dazu: "Conspectus codicum manuscriptorum in Bibliotheca Bodleiana", ebd. 1857); die Kataloge hebr. Handschriften in den Bibliotheken zu Leiden (1857), München (1875; 2. Aufl. 1895), Hamburg und Berlin (1878), ferner die Zeitschrift "Hebr. Bibliographie" (Berl. 1858-82), "Bibliogr. Handbuch über die Litteratur der hebr. Sprachkunde" (Lpz. 1859; Zusätze und Berichtigungen dazu, ebd. 1896), und den Artikel über jüd. Litteratur in der "Allgemeinen Encyklopädie" von Ersch und Gruber (Sekt. 2, Bd. 27, Lpz. 1850), "Polemische und apologetische Litteratur in arab. Sprache" (ebd. 1877, in den "Abhandlungen der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft"). 1884 und 1886 erhielt S. den Preis der Pariser Académie des Inscriptions für zwei Arbeiten, die deutsch u. d. T. "Die hebr. Übersetzungen im Mittelalter und die Juden" (Berl. 1893) und "Die arab. Übersetzungen aus dem Griechischen" (Lpz. 1897) erschienen. - Vgl. Berliner, Die Schriften des Dr. M. S. (Berl. 1886).

Steinschnitt, Fugenschnitt, im Bauwesen die regelrechte Bestimmung der Kopf- und Lagerflächen, der Stoß- und Wölbflächen der einzelnen Steine bei dem Quader- und Hausteinmauerwerk und bei Gewölben (Keilschnitt). Bei Gewölbdurchdringungen, schiefen Brücken, bei dem Durchschneiden und Zusammenlaufen von Graten an Rippen- und Sterngewölben u. s. w., ferner bei unterstützten und freitragenden Werksteintreppen ist der S. bisweilen sehr schwierig und erfordert eine große Anzahl von Schablonen (Brettungen) für die Form und gegenseitige Lage der einzelnen Fugenflächen. - Vgl. Ringleb, Der S. (2. Aufl., Stuttg. 1883); Wehrle, Der S. (Zür. 1880). - über den S. in der Chirurgie s. Steinoperationen.

Steinschönau, czech. Šenov Kamenický, Markt im Gerichtsbezirk Böhmisch-Kamnitz der österr. Bezirkshauptmannschaft Tetschen in Böhmen, an der Linie Böhmisch-Kamnitz-S. (8 km) der Böhm. Nordbahn, hat (1890) 5038 deutsche E., eine Fachschule für Glas- und Metallindustrie (s. Glasindustrieschulen); Möbel-, Bronze- und Siderolithwarenfabrikation und großartige Glasindustrie (Raffinerie, Malerei, Schleiferei, Ätzung u. a.) mit etwa 18 000 Arbeitern.

Steinschrift oder Lapidarschrift, die lat. Schriftform, die sich für Inschriften (meist auf Stein, lat. lapis) ausgebildet hat. Ihrer Deutlichkeit wegen wird sie auch für den Druck vielfach angewendet. (S. Schriftarten.)

Steinschwämme, s. Kieselschwämme.

Steinsetzer, ein Arbeiter, der die Pflasterung (s. d.) der Straßen ausführt.

Steinsonde, s. Harnsteine.

Steinsperling, s. Sperling.

Steinstellung, s. Mahlmaschinen.

Steinsteppen, s. Steppe.

Steinstück, s. Stuccaturarbeit.

Steinthal, Gebirgsgegend im Bezirk Unterelsaß, einst unfruchtbar, arm und von verkommenen Menschen bewohnt, ist durch die Bemühungen des Pfarrers Joh. Friedr. Oberlin (s. d.) zu einem gewerbthätigen, wohlhabenden Bezirk geworden. Die Herrschaft S. (frz. Ban de la Roche), deren Mittelpunkt das bei Bellefosse gelegene Schloß zum Stein (Château de la Roche) war, umfaßte das Breuschthal von Schirmeck bis Urbach (Fouday), samt dem Seitenthal Schönberg (Belmont). Im engern Sinne ist nur letzteres mit der Pfarrei Waldersbach, dem Wohnort Oberlins, als S. zu bezeichnen.

Steinthal, Heymann, Sprachforscher und Philosoph, geb. 16. Mai 1823 zu Gröbzig in Anhalt, studierte in Berlin, habilitierte sich 1850 an der Universität daselbst für allgemeine Sprachwissenschaft sowie Mythologie und wurde 1863 außerord. Professor. Seit 1872 lehrt er zugleich an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums daselbst Kritik des Alten Testaments sowie philos. Ethik, Religionsphilosophie und Religionsgeschichte. In seinen sprachwissenschaftlichen Arbeiten schließt sich S. eng an die von Wilhelm von Humboldt begründete philos. Behandlung der Sprache an. Seine bedeutendsten Schriften sind: "Der Ursprung der Sprache, im Zusammenhang mit den letzten Fragen alles Wissens" (Berl. 1851; 4. Aufl. 1888), "Die Klassifikation der Sprachen, dargestellt als die Entwicklung der Sprachidee" (ebd. 1850), ein Werk, das neu bearbeitet u. d. T. "Charakteristik der hauptsächlichsten Typen des Sprachbaues" (ebd. 1860; neu bearbeitet von Misteli als Bd. 2 des "Abrisses der Sprachwissenschaft", ebd. 1893) erschien; ferner "Die Entwicklung der Schrift" (ebd. 1852), "Grammatik, Logik, Psychologie, ihre Principien und ihr Verhältnis zu einander" (ebd. 1855), welches Werk nach seinem wesentlichsten Inhalt neu bearbeitet ist in "Einleitung in die Psychologie und Sprachwissenschaft" (auch u. d. T. "Abriß der Sprachwissenschaft", Bd. 1: "Die Sprache im allgemeinen", ebd. 1871; 2. Aufl. 1881), "Geschichte der Sprachwissenschaft bei den Griechen und Römern" (ebd. 1863; 2. Aufl., 2 Bde., 1890-91), "Die Mande-Negersprachen, psychologisch und phonetisch betrachtet" (ebd. 1867), "Allgemeine Ethik" (ebd. 1885), "Zu Bibel und Religionsphilosophie. Vorträge und Abhandlungen" (ebd. 1890; 2. Folge 1895). Auch gab S. "Die sprachphilos. Werke W. von Humboldts, mit Benutzung seines handschriftlichen Nachlasses " heraus (Berl. 1884). S.s "Gesammelte kleine Schriften" (Bd. 1, Berl. 1880) enthalten seine bis 1868 erschienenen sprachwissenschaftlichen Abhandlungen. Die "Zeitschrift für Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft" gab S. mit Lazarus (s. d.) heraus.

Steintische, soviel wie Dolmen (s. d.).

Steinverbände, im Bauwesen die verschiedenen Anordnungen, nach denen Bausteine zum Zweck der dauerhaften Bildung von Baukörpern aneinander gefügt werden. Nach dem Material, aus welchem Mauern im allgemeinen hergestellt werden, unterscheidet man die S. in Ziegel-, Haustein- (auch Werkstein- oder Quaderverbände) und Bruchsteinverbände. Außer dem planmäßigen Verlegen der Steine ist die Festigkeit des Mauerwerkes noch bedingt durch den Mörtel (s. d.), der zur Ausfüllung der durch den Verband entstehenden wagerechten Lagerfugen und senkrechten Stoßfugen dient (Mörtelverband), während auf mechan. Weise durch Klammern, Anker, Bolzen, Dübel die Mauern unter sich oder mit andern Konstruktionsteilen fest verbunden werden, was man als den mechanischen Verband bezeichnet.

Bei dem Ziegelverband gelten die Regeln, daß die Lagerfugen von 1,2 bis 1,3 cm Stärke durch die ganze Dicke der Mauern wagerechte Ebenen bilden, die Stoßfugen von 1 cm Stärke zweier aufeinander liegender Schichten dagegen nie zusammenfallen. Die Ziegel werden gewöhnlich auf die flache