Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Stupefaktion; Stupend; Stüpfelmaschine; Stupid; Stupor; Stuppfett; Stuprum; Sturdza; Sture; Sturluson; Sturm

461

Stupefaktion - Sturm (August)

dem Gläubiger das Recht des Rücktrittes wegen vom Schuldner verschuldeter Unmöglichkeit der Leistung und schließt die Wirkungen des Verzugs (s. d.) für den Schuldner aus und kommt noch dessen Bürgen zu gute (Deutsches Bürgerl. Gesetzb. §§. 202, 454). Auch ist der Käufer bei S. des Kaufpreises nicht verpflichtet den Kaufpreis von dein Zeitpunkt an zu verzinsen, von dem an die Nutzungen des gekauften Gegenstandes ihm gebühren (§. 452). Über S. bei Verkauf vgl. ebenda §. 509. über das gerichtliche Stundungsverfahren s. Ausgleichsverfahren. (S. auch Konkursverfahren, Nachlaßvertrag und Zwangsvergleich.)

Stupefaktion (lat.), Bestürzung.

Stupend (lat.), erstaunlich.

Stüpfelmaschine, soviel wie Schablonenstechmaschine (s. d.).

Stupid (lat.), stumpfsinnig, dumm; Stupidität, Stumpfsinnigkeit.

Stupor (lat.), Erstarrung, Starrheit, Blödsinn (s. d.); S. mentis, Stumpfsinn; S. vigilans Starrsucht.

Stuppfett, Stubbfett, s. Pyren und Fluoranthen.

Stuprum (lat.), die außereheliche Geschlechtsgemeinschaft, s. Unzucht; S. violéntum, s. Notzucht.

Sturdza, moldauische Bojarenfamilie, die urkundlich schon im Anfang des 15. Jahrh. erwähnt wird und inländischen Ursprungs ist. Als 1821 die Herrschaft der Phanarioten in der Moldau und Walachei ihr Ende nahm, wurde Johann S. 1822 als Rumäne von der Pforte zum Fürsten der Moldau ernannt, welche Würde er bis zur russ. Occupation von 1828 bekleidete. 1834 wurde Michael S., geb. 1795 zu Iassy, zum Fürsten der Moldau gewählt. Er war 1817, unter dem Fürsten Kallimachi, ein thätiger Mitarbeiter am Kallimachischen Gesetzbuche gewesen, machte sich aber als Fürst durch Habsucht und Strenge verhaßt. Nach dem Vertrag von Balta-Limani 1849 mußte er der Herrschaft entsagen und nahm seinen bleibenden Aufenthalt in Paris, wo er 8. Mai 1884 starb. Sein Sohn Gregor that sich als polit. Redner und Mitglied der Hochreaktionären hervor. - Vgl. Michael S. et son administration (Brüss. 1848); Michael S., ancien prince regnant de Moldavie, 1839-49 (Par. 1874). - Ein Verwandter Michael S.s war der russ. Geheimrat Alexander Sturdza (s. d.). - Derselben Familie gehört auch Demeter S. von Miklauscheni an, geb. 10. März 1833. Er studierte in München, Göttingen, Bonn und Berlin Staatswissenschaften, war 1857 Kanzleichef des Diwans ad hoc der Moldau, 1859 Unterrichtsminister, 1866 einer der eifrigsten Mitarbeiter am Sturze Cusas und an der Wahl des Fürsten Karl von Hohenzollern. Er war mehrmals Minister im liberalen Kabinett Bratianus und nahm den thätigsten Anteil an der Annäherung Rumäniens an den Dreibund. Als Sekretär der rumän. Akademie der Wissenschaften leitet er die Herausgabe der großen Quellenwerke über rumän. Geschichte, und publizierte mehrere historische, numismat. und statist. Abhandlungen. Nach dem Rücktritt Catargius wurde er 16. Okt. 1895 mit der Bildung eines liberalen Ministeriums beauftragt, in dem er neben dem Präsidium das Auswärtige übernahm. Infolge eines kirchenpolit. Zwistes trat er 2. Dez. 1896 mit seinem ganzen Kabinett zurück und wurde im März 1897 zum Präsidenten des Senats gewählt, jedoch schon 12. April 1897 trat er wieder als Ministerpräsident und Minister des Äußern an die Spitze der Regierung.

Sturdza oder Stourdza, Alexander, Publizist, geb. 29. Nov. 1791 in der Moldau, lebte einige Zeit in Deutschland und widmete sich dann im russ. Interesse der polit. Schriftstellers. Er schrieb "Betrachtungen über die Lehre und den Geist der orthodoxen Kirche" (deutsch von Kotzebue, Lpz. 1817) und trat hierauf als Staatsrat in die Kanzlei des Grafen Kapodistrias ein. 1818 verfaßte er auf dem Kongreß zu Aachen im Auftrag Kaisers Alexander I. ein "Mémoire sur l'état actuel de l'Allemagne". Die Frivolität, womit S. in dieser Schrift die öffentliche Meinung und den deutschen Nationalcharakter denunzierte und die deutschen Universitäten als die Pflanzstätten des revolutionären Geistes bezeichnete, erregte beim deutschen Volk hellen Zorn. Unter den Gegenschriften, welche das "Mémoire" hervorrief, sind Villers' "Coup d'œil sur les universités de l'Allemagne" und Krugs "Auch eine Denkschrift" (Lpz. 1819) zu erwähnen. 1819 zog sich S.nach Dresden zurück. Hier bedroht, ging er nach Rußland und schrieb "La Grèce en 1821" (Lpz. 1822), zog sich aber bald darauf aus dem Staatsdienst zurück. Unter Nikolaus I. wurde er von neuem im Ministerium des Auswärtigen verwendet, bis er endlich als Geheimrat den Abschied nahm. S. starb 25. (13.) Juni 1853 auf seinem Gute Mansyr in Bessarabien. Seine "Briefe über die Pflichten des geistlichen Standes" (4. Aufl., Odessa 1844) fanden in Rußland großen Beifall. Über seinen Schwiegervater Hufeland schrieb er "C. W. Hufeland" (Berl. 1837). Nach seinem Tode erschienen seine "Œvres posthumes religieuses, historiques, philosophiques et littéraires" (5 Bde., Par. 1858-61).

Sture, Sten, Reichsverweser von Schweden, 1470-1503, der Sohn Gustav S.s und einer Schwester König Karls VIII. Knutsson, wurde nach Karls VIII. Tode Reichsverweser in Schweden. Wenn auch der König von Dänemark zeitweilig in Schweden als König anerkannt wurde, so wußte sich S. doch trotz der Parteien des Adels, der lieber einen fremden König als einen eingeborenen an der Spitze des Reichs sah, lange Zeit in seinem mehr als königl. Ansehen zu behaupten. Unter ihm wurde die Buchdruckerei in Schweden eingeführt und die Universität zu Upsala gestiftet. Er besiegte 1471 Christian I. von Dänemark am Brunkeberge bei Stockholm, mußte ihm aber 1477 weichen; doch gelang es ihm schon nach vier Jahren, die Macht als Reichsverweser wieder zu erlangen. Er starb 1503. - Auch die ihm folgenden beiden Reichsverweser, Swante Nilsson, 1504-12, der aus der Familie Natt och Dag stammte und selbst niemals den Namen S. trug, mütterlicherseits aber mit dieser Familie verwandt war, und dessen Sohn Sten Swantesson, 1512-20, der den Namen S. wieder aufnahm, schützten 16 Jahre lang ihr Vaterland gegen alle Unternehmungen Dänemarks.

Sturluson, s. Snorre Sturluson.

Sturm (Meteorolog.), s. Wind; S. (im Kriegswesen), s. Förmlicher Angriff.

Sturm oder St., hinter lat. naturwissenschaftlichen Namen, bedeutet Jakob Sturm, Kupferstecher und Naturforscher, geb. 21. März 1771 zu Nürnberg, gest. daselbst 28. Nov. 1848, Verfasser mehrerer ikonographischer Werke über die deutsche Flora und Fauna.

Sturm, August, Dichter, Sohn von Julius S., geb. 14. Jan. 1852 in Göschitz bei Schleiz, studierte seit 1872 in Jena, Leipzig und Berlin anfangs