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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Süddeutsche Bodenkreditbank - Suderode

Bushel), Hafer (16 Mill. Bushel für 4 Mill. Doll.), Kartoffeln (2,4 Mill. Bushel), Flachs und Heu (1,3 Mill. t für 5 Mill. Doll.), sowie Gold und Silber (1895: 187 000 Unzen Gold und 159 000 Unzen Silber aus den Minen der Black Hills). Der Gouverneur wird auf zwei Jahre gewählt, Senatoren dürfen 45, Repräsentanten 135 gewählt werden. Zum Kongreß nach Washington entsendet es je 2 Vertreter. Gut ist das Schulwesen entwickelt. Die Indianerreservationen bedecken 41560 qkm mit 18 561 E.

Durch Kongreßakte vom 2. Febr. 1889 wurde das Territorium Dakota (s. d.) in Nord- und Süddakota geteilt, die beide noch in demselben Jahre als Staaten in die Union aufgenommen wurden. - Vgl. Facts about South Dakota (Aberdeen 1890).

Süddeutsche Bodenkreditbank, mit dem Sitz in München. Konzession vom 15. Mai 1871 auf 99 Jahre, mit mehrfachen Statutenänderungen, zuletzt vom 16. März 1889. Aktienkapital 24 Mill. M. in 40 000 Aktien zu 600 M. Mit Zustimmung der Generalversammlung kann das Kapital auf 60 Mill. M. erhöht werden. Zweck: Hebung des Bodenkredits, des Kommunalkredits und der Landwirtschaft in sämtlichen Staaten des Deutschen Reichs. Die Bank hat 4- und 3½-prozentige Pfandbriefe im Umlauf, welche auch von der Reichsbank beliehen werden. Die Umlaufssumme der Pfandbriefe darf jetzt bis zur 15fachen Höhe des Aktienkapitals gesteigert werden. Kurs der Aktien Ultimo 1890-96 in Berlin: 157,25, 160, 161,25, 162,50, 178,25, 173,50, 167,80 Proz. Dividende in dieser Zeit: 6½, 7, 7, 7, 7, 7, 7 Proz.

Süddeutsche Donau-Dampfschiffahrtsgesellschaft, s. Donau.

Süddeutsche Edel- und Unedelmetall-Berufsgenossenschaft für Bayern, Württemberg, Baden, die preuß. Provinz Hessen-Nassau, Hohenzollern und Elsaß-Lothringen. Sitz ist Stuttgart, Sitz der 4 Sektionen: Nürnberg, Stuttgart, Pforzheim und Hanau. Ende 1895 bestanden 1924 Betriebe mit 43 879 versicherten Personen, deren anzurechnende Jahreslöhne 34 605 904 M. betrugen. Die Jahreseinnahmen beliefen sich auf 157 806 M., die Ausgaben auf 128 081 M., der Reservefonds Ende 1895 auf 370 833 M. Entschädigt wurden 1895: 132 Unfälle (3,oi auf 1000 versicherte Personen), darunter 8 Unfälle mit tödlichem Ausgang. Die Summe der gezahlten Entschädigungen, einschließlich der Renten für Unfälle aus frühern Jahren, betrug 1895: 89 950 M. (S. Berufsgenossenschaft.)

Süddeutsche Eisenbahngesellschaft, s. Bd. 17.

Süddeutsche Eisen- und Stahl-Berufsgenossenschaft für Bayern (ohne die Bezirksämter Zweibrücken und Homburg), Württemberg, Baden, Hessen, Hessen-Nassau (ohne die Kreise Rinteln und Schmalkalden), Hohenzollern, den Kreis Wetzlar und die Bezirke Ober- und Unterelsaß. Sitz ist Frankfurt a. M., Sitz der 6 Sektionen: München, Nürnberg, Stuttgart, Karlsruhe, Mülhausen i. E. und Mainz. Ende 1895 bestanden 8620 Betriebe mit 116 734 versicherten Personen, deren anzurechnende Jahreslöhne 96 012 628 M. betrugen. Die Jahreseinnahmen beliefen sich auf 1 231 159 M., die Ausgaben auf 1 109 564 M., der Reservefonds Ende 1895 auf 2 605 227 M. Entschädigt wurden 1895: 870 Unfälle (7,45 auf 1000 versicherte Personen), darunter 48 Unfälle mit tödlichem Ausgang und 15 mit völliger Erwerbsunfähigkeit. Die Summe der gezahlten Entschädigungen, einschließlich der Renten für Unfälle aus frühern Jahren, betrug 1895: 842 595 M. (S. Berufsgenossenschaft.)

Süddeutsches Kartell, s. Burschenschaft.

Süddeutsche Textil-Berufsgenossenschaft, s. Textil-Berufsgenossenschaften.

Süddeutsche Volkspartei, s. Volkspartei.

Süddeutsche Währung, s. Münzfuß.

Sudebnik (russ.), Gerichtsbuch, das erste im Moskauer Großfürstentum 1497 erlassene Gesetzbuch. (S. Russisches Recht.)

Süden, s. Himmelsgegenden.

Süderbootfahrt, s. Tabelle I zur Karte: Die Schiffahrtsstraßen des Deutschen Reiches, beim Artikel Schiffahrtskanäle.

Süderbrarup, Dorf im preuß. Reg.-Bez. und Kreis Schleswig, in der Landschaft Angeln (s. d.), an der Kiel-Flensburger Eisenbahn (81,1 km, Nebenbahn) und der Schleswig-Angeln-Eisenbahn (Schleswig-S.; 21,1 km, Nebenbahn), hat (1895) 1116 evang. E., Post, Telegraph; einen großen Kram- und Pferdemarkt im Juli. S. war im Mittelalter ein berühmter Wallfahrtsort mit einer Heilquelle.

Süderdithmarschen, Kreis im preuß. Reg.-Bez. Schleswig, hat 746,20 qkm und (1895) 47 278 E., 2 Städte, 19 Landgemeinden und 4 Gutsbezirke, Sitz des Landratsamtes ist Meldors. (S. auch Dithmarschen.)

Süderhastedt, preuß. Dorf, s. Bd. 17.

Süderland, eigentlicher Name von Sauerland (s. d.).

Südermanland, s. Södermanland.

Sudermann, Hermann, Schriftsteller und Dichter, geb. 30. Sept. 1857 in Matzicken in Ostpreußen, studierte 1875-79 in Königsberg und Berlin Geschichte, neuere Philologie und Litteratur. Dann war er als Redacteur und Schriftsteller in Berlin thätig und siedelte 1894 nach Dresden, 1895 wieder nach Berlin über. Er ist seit 1891 mit der Schriftstellerin Klara Lauckner (geb. 14. Febr. 1861 in Königsberg) vermählt. Nachdem S. schon eine große Anzahl epischer Arbeiten, ohne Erfolg zuhaben, geschrieben hatte, erregte er bedeutendes Aufsehen 1889 mit dem bühnengewandten Schauspiel "Ehre". Noch gewandter ist die Bühnentechnik in S.s folgendem Stücke "Sodoms Ende" (1890). Wie diese behandeln auch die spätern Dramen "Heimat" (Stuttg. 1892) und "Die Schmetterlingsschlacht" (ebd. 1894; 1895 auch in Paris und London aufgeführt) sociale Fragen. Seine neuesten Werke sind: das Schauspiel "Das Glück im Winkel" (Stuttg. 1896), ferner drei u. d. T. "Morituri" (ebd. 1896) zusammengefaßte Einakter und das Drama "Johannes der Täufer" (ebd. 1897). S.s Romane und Novellen spielen zum größten Teil auf ostpreuß. Boden und enthalten in dieser Beschränkung Meisterstücke der Seelenmalerei und der Naturschilderung, wenngleich sie nicht immer gleichmäßig ausgeführt sind; dahin gehören: "Im Zwielicht. Zwanglose Geschichten" (Berl. 1885; 15. Aufl., Stuttg. 1894), "Geschwister" (Novellen, Berl. 1887; 12. Aufl., Stuttg. 1894), "Jolanthes Hochzeit" (Berl. 1892 u. ö.), "Frau Sorge" (ebd. 1886 u. ö.), "Der Katzensteg" (ebd. 1889; 21. Aufl., Stuttg. 1894) und "Es war" (Berl. 1894 u. ö.). - Vgl. Kawerau, Hermann S. (Magdeb. 1897).

Südermeldorf-Geest, preuß. Kirchspiel, s. Bd. 17.

Suderode, Bad S., Dorf und Badeort im Kreis Aschersleben des preuß. Reg.-Bez. Magdeburg, in 172 m Höhe in den Vorbergen des Harzes, an der Nebenlinie Frohse-Quedlinburg der Preuß.