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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Sur; Sûr; Sura; Sûra; Surabaja; Surachany; Suradschnagar; Surakarta; Surampaß; Surat; Surburg; Surcot; Surdität; Sure

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Sur - Sure (im Koran)

wurde jedoch abgewiesen. Zieten beschoß die österr. Stellung auf den Höhen von S. mit Artillerie, ließ aber gegen 3½ Uhr nachmittags S. nehmen und rückte dann auf die Großwiger Höhen zu. Die Brigade Saldern erstieg die Hänge des Weinbergs östlich von S., wurde aber wieder herabgeworfen. Erst gegen Abend gelang es zwei preuß. Brigaden, den westl. Teil der Höhen zu gewinnen. Zieten sendete eine dritte Brigade nach und rollte die österr. Truppen vom Flügel her auf; gleichzeitig nahm Zietens Kavallerie die Großwiger Höhen und von Norden her wurden einige Bataillone zum Angriff vorgeführt.

Sur (frz., spr. ßür), auf, über.

Sûr (d. h. Fels), der semit. Name des alten Tyrus (s. d.).

Sura, rechter Nebenfluß der Wolga, entspringt im Gouvernement Simbirsk, geht westlich ins Gouvernement Saratow sowie Pensa, wendet sich bei der Stadt Pensa nach N., fließt durch die Gouvernements Simbirsk, Kasan und mündet im Gouvernement Nishnij Nowgorod. Er ist 848 km lang, schiffbar von der Stadt Pensa an auf 636 km. Dampfschiffe gehen von der Einmündung des Barysch (rechts) an. Linker Zufluß ist der Alatyr.

Sûra oder Sure (arab. Lehnwort, nach dem jüd. Schura soviel als Reihe, Zeile), Name der einzelnen Kapitel des in 114 S. eingeteilten Korans (s. d.).

Surabaja, Soerabaja, Residentschaft im östl. Dritteil der niederländ. Insel Java im Malaiischen Archipel, im nordöstl. Teile, Madura gegenüber, hat auf 6029 qkm (1891) 2 074 362 E., d. i. 345 auf 1 qkm, 1893: 2 114 004 E. Darunter waren (1891) 17 738 Chinesen und 7544 Europäer. Der Boden in S. besteht größtenteils in äußerst fruchtbarem, in höchstem Kulturzustande befindlichem Alluviallande. Die vornehmsten Bodenerzeugnisse sind Reis, Zuckerrohr, der Kaffeestrauch, die Tabakpflanze und der Indigo. Die an der Mündung des gleichnamigen Flusses an der Straße von Madura gelegene Hauptstadt S. ist Sitz eines deutschen Konsuls und nach Batavia der wichtigste Handels- und Hafenort des ganzen niederländ.-ostind. Reichs. Die Stadt zählt 118 770 (1894: 148 191) E., darunter 5913 Europäer und 8404 Chinesen, hat Maschinenbau und andere Industrie, Ausfuhr aller Landesprodukte, namentlich Zucker und Malangkaffee und Einfuhr europ. Waren für das östl. Java. Zwei Bahnlinien führen in das Innere.

Surachany, Dorf bei Baku, s. Apscheron.

Suradschnagar, Hauptstadt von Kaschmir, s. Srinagar.

Surakarta, Residentschaft im mittlern Drittteil der niederländ. Insel Java im Malaiischen Archipel, hat 6228 qkm und (1891) 1 167 005 E., d. i. 188 auf 1 qkm, 1893: 1 236 263 E., darunter (1891) 2610 Europäer und 8084 Chinesen. Der Boden ist, wo nicht Gebirge vorherrschen, fast überall sehr fruchtbar und befindet sich in vorzüglichem Kulturzustande. Der Hauptfluß ist der Solo. Die Residentschaft S. bildet das Besitztum von zwei vornehmen Lehnsträgern der niederländ. Regierung, denen aber gegen bedeutende Jahrgehälter von letzterer jeder Einfluß entzogen wurde. Der eine ist der sog. Susuhannan, d. h. Kaiser von S., der zweite der von ihm unabhängige Prinz Paku Allam. Hauptort, Residenz beider genannten Vasallenfürsten, Sitz der niederländ. Behörden und eines deutschen Konsuls ist S., häufig auch Solo genannt, mit (1891) 101 495 (1894: 101 987) E., darunter 1200 Europäer und 4090 Chinesen, jetzt durch Eisenbahn mit Samarang und Surabaja sowie Dschokschakarta verbunden.

Surampaß, Paß im Meschischen Scheidegebirge in Transkaukasien, an den Grenzen der russ. Gouvernements Kutais und Tiflis, in 922,6 m Seehöhe, diente bis 1890 zur Überführung der Transkaukasischen Eisenbahn, die aber seitdem durch einen Tunnel (3927 m lang) geht.

Surat, Hauptstadt des gleichnamigen Distrikts in der Division Gudschrat der brit.-ostind. Präsidentschaft Bombay, auf dem linken Ufer der Tapti, an deren Mündung in den Golf von Cambay in fruchtbarer Ebene gelegen, Station der Eisenbahn Ahmadabad-Bombay, hat (1891) mit dem Kantonnement 109 229 E., darunter 78 240 Hindu, 20 420 Mohammedaner, 4263 Dschain, 5893 Juden und 3377 Christen, einen Palast des pensionierten Nawwab von S. und ein von den Wohnungen der Engländer umgebenes Fort. S. besitzt viele Moscheen, Pagoden und Parßitempel, große Bazare sowie ein ind. Hospital für kranke Tiere. Früher ein Emporium des Welthandels in Indien, jetzt aber durch Bombay in den Hintergrund gedrängt, zumal da es bei der Versandung der Tapti nur kleinen Schiffen zugänglich ist, führt S. nur noch Baumwolle und Getreide aus; die Industrie beschränkt sich auf Fabrikation von Baumwoll- und Seidenzeugen, Shawls, Juwelierarbeiten, Schmucksachen aus Elfenbein, Bereitung von Indigo, Tabak und Töpferwaren. Sein Hafen an der Mündung der Tapti ist Swalli, Suwali oder Siwalli (sanskrit. Schiwalaja,, d. h. Wohnung des Schiwa), engl. Sivally, eigentlich nur eine durch Süd- und Südwestwinde gefährdete Reede, wo die größern Schiffe an der Barre vor Anker gehen. - S. war Hauptstadt des Reichs Gudschrat und wurde 1538 gegen die Portugiesen befestigt. Gleichwohl nahm es Akbar 1572 in Besitz, worauf es als Hafenstadt und Marinestation aufblühte. Ende 1612 gründeten hier die Engländer, 1617 die Holländer und 1675 die Franzosen Faktoreien. 1639-83 war S. Hauptort der engl. Handelscompagnie. 1796 soll S. noch 6-800 000 E. gehabt haben. Durch die Mahratten im 17. und 18. Jahrh., durch Seuchen und den Verfall der kaiserl. Macht herabgekommen, fiel 1. März 1759 S. in die Hände der Briten.

Surburg, Dorf im Kanton Sulz unterm Wald, Kreis Weißenburg des Bezirks Unterelsaß, an der Sauer und der Linie Straßburg-Weißenburg (Station S.-Hölschloch) und der Nebenlinie Selz-Merzweiler der Elsaß-Lothr. Eisenbahnen, hat (1895) 1233 E., darunter etwa 20 Evangelische und 100 Israeliten, Postagentur, Telegraph, ehemalige roman. Kollegiatkirche; Wollspinnerei und Mühlen.

Surcot (frz., spr. ßürkoh), auch Sorcos, Sorquaine, Sobrecot, das Überkleid, das von beiden Geschlechtern über der Cotte getragen wurde. Beim Männerkostüm ist er ziemlich gleichbedeutend mit Schaperun und im 13. Jahrh. oft mit Bliauld verwechselt. Für die Frau ist es im 13. Jahrh. ein Übergewand, das, vorn offen, teilweise durch Nestel geschlossen wird (s. Tafel: Kostüme II, Fig. 2); im 14. und 15. Jahrh. ist es ein langes ärmelloses Prachtkleid mit großen Armlöchern, die bis unter die Hüften gehen und die zierliche Taille und den tiefliegenden Gürtel sehen lassen. Am Halse ist es so tief ausgeschnitten, daß es gerade auf den Schultern haftet.

Surdität (lat.), Taubheit.

Sure, s. Sûra.