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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Thyatira - Thymol

Thyatira, alte Stadt in Lydien, s. Akhissar.

Thyborönkanal, s. Limfjord.

Thyestes, Sohn des Pelops und der Hippodameia, Bruder des Atreus, flieht mit diesem nach Mykenä, verleitet hier die Gattin seines Bruders, Aërope, zum Treubruch und wird vertrieben. Er sendet dann den Sohn des Atreus, Pleisthenes, den er aus Rache mit sich geführt, ab, um Atreus zu ermorden. Allein der Anschlag wird vereitelt und der Jüngling hingerichtet. (Weiteres s. Atreus.) Als später Unglück über das Land hereinbricht, das nach dem Ausspruch des Orakels nur durch die Rückkehr des T. beseitigt werden kann, wird T. von den Söhnen des Atreus in Delphi gefunden, nach Mykenä gebracht und hier eingekerkert. Sein Sohn Aigisthos (s. d.) soll ihn ermorden, wird aber von T. an dem Schwerte erkannt, tötet nun den Atreus selbst und setzt seinen Vater auf den Thron von Mykenä.

Thylacinus, s. Beutelwolf.

Thyllen, Füllzellen, parenchymatische Zellen, die bei einigen Phanerogamen sich in den Gefäßen (s. d.) vorfinden und das Lumen derselben oft ganz ausfüllen. Sie entstehen dadurch, daß die den Gefäßen anliegenden lebenden Zellen durch die Wand der erstern hindurchwachsen, im Innern sich schlauchförmig erweitern und durch Teilung vermehren.

Thymallus, Fisch, s. Äsche.

Thymbrios, s. Skamander.

Thymeläaceen, Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Thymelinen (s. d.) mit über 300 Arten, die größtenteils im südl. Afrika, dagegen in den übrigen Teilen der gemäßigten Zonen und der Tropen nur vereinzelt auftreten, baum- oder strauchartige Gewächse mit ganzrandigen, meist schmalen Blättern und zwitterigen regelmäßigen Blüten mit röhrenförmigem, vierlappigem Perianth, vier oder acht Staubgefäßen und einem mit kurzem Griffel versehenen Fruchtknoten. Die Frucht ist meist eine Beere oder Steinfrucht. Zu den T. gehören unter anderm die Seidelbastarten (s. Daphne).

Thymele (grch.), der Ort, wo geopfert wird, der Opferplatz, namentlich der Altar. Besonders wurde der Dionysosaltar so genannt, der sich mitten in der Orchestra des griech. Theaters befand.

Thymelinen, Ordnung aus der Gruppe der Dikotyledonen, Abteilung der Choripetalen, mit meist regelmäßigen zwitterigen, vierzähligen Blüten, in denen der Kelch in der Regel blumenkronenartig ausgebildet ist, während die Blumenblätter häufig fehlen. Die Staubgefäße sind in einem oder zwei Kreisen angeordnet; im letztern Falle finden sich acht vor; der Fruchtknoten ist oberständig und besteht gewöhnlich nur aus einem Fruchtblatt mit einer Samenknospe. Die Ordnung der T. umfaßt die Familien der Thymeläaceen (s. d.), Eläagnaceen (s. d.), Proteaceen (s. d.). In vorstehender Abbildung zeigt Fig. 1 den Paradiesbaum (s, Elaeagnus), Fig. 2 Banksia Eriacaefolia L. fil. (s. Banksia.).

^[Abb.: Thymelinen: 1. Elaeagnus angustifolia (Oleaster); a Blüte, b desgl. im Durchschnitt, c Frucht, d desgl. durchschnitten. 2. Banksia ericaefolia; a Blüte, b desgl. längsdurchschnitten, c Fruchtstand.]

Thymen, ein zu den Terpenen (s. d.) gehörender Kohlenwasserstoff von der Zusammensetzung C10H16, der sich neben Thymol im Thymianöl findet.

Thymian, Pflanzengattung, s. Thymus.

Thymianöl, ätherisches Öl, welches durch Dampfdestillation des blühenden Krautes von Thymus vulgaris L. gewonnen wird. Diesem nahe verwandt ist das Feldthymian- oder Quendelöl von Thymus serpyllum L. Beide sind Gemenge von Thymen (s. d.) mit Cymol und Phenolen; von letztern enthält das T. das Thymol (s. d.), wenn auch in geringer Menge. Beide Öle finden Verwendung in der Pharmacie.

Thymol oder auch Methylpropylphenol, C6H3(OH)CH3C3H7, ein Bestandteil des Thymianöls (s. d.) sowie des ätherischen Öls von Monarda punctata L. und Ptychotis ajowan Dec. Es bildet große farblose, bei 51° schmelzende Krystalle von thymianähnlichem Geruch, die sich schwer in Wasser,