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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Timbale; Timbo; Timbre; Timbuktu; Time is money; Timeo Danaos et dona ferentes; Times; Times of India

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Timbale – Times of India

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Timavo'

bricht und bei Duino ins Adriatische Meer (Golf von Triest) geht. Er ist als der Unterlauf der Reka festgestellt, die, am Schneeberg im Küstenlande entspringend, nach einem Laufe von nahezu 43 km in den Grotten von St. Kanzian verschwindet und beinahe 32 km lang unterirdisch fortläuft. Der T. ist der antike Tivus, an dessen Ufer in einem Eichenhaine das Heiligtum des thrakischen Diomedes stand.

Timbale (frz., spr. tängbál), Pauke (s. d.).

Timbo, Hauptstadt von Futa-Dschalon (s. d.).

Timbre (frz., spr. tängbr), ursprünglich Glocke, mit einem Hammer geschlagen; dann Klang, Klangfarbe; Stempel; timbre-poste (spr. post), Briefmarke.

Timbuktu (auch Tinbuktu, Tenbuktu, Tunbutu und Tombuktu, d. h. die Bauchhöhle), altberühmte Handelsstadt im Französischen Sudan (s. Sudan) von Nordwestafrika, unweit des Südrandes der Sahara, liegt unter 16° 43' nördl. Br. und 2° 57' westl. L. von Greenwich, etwa 245 m ü.d.M. und 16 km nördlich vom Niger, in einer öden, im Süden von Teichen umgebenen Sandebene, die nur mit wenigen Palmen und Mimosengestrüpp bestanden ist. Die Stadt, deren Umfang 5–6 km beträgt, bildet ein Dreieck. Ihr Anblick ist düster, wozu namentlich das Baumaterial der fensterlosen, mit platten Dächern versehenen Lehmhäuser beiträgt. Die Straßen sind ungepflastert, haben aber Kiesgrund und Rinnsteine. Inmitten der Stadt befinden sich drei Moscheen und eine Citadelle, erst jüngst von den Franzosen erbaut; am Nordrand desselben zwei Forts. Es giebt nur schlechtes Cisternenwasser. Barth schätzte 1853 die Zahl der seßhaften Einwohner auf 13000, Lenz (1880) auf 20000; gegenwärtig beträgt sie 5–6000, fast ausschließlich Mohammedaner (Marokkaner, Tuareg, Fulbe), zu denen zur Zeit des lebhaften Handelsverkehrs noch 5000–10000 Fremde kommen. Außer Lederarbeiten und einigen Schmucksachen liefert die Industrie nichts. Der Handelsverkehr war früher von ungeheurem Umfang; jetzt noch passieren die Stadt jährlich 400 Karawanen mit 140000 Kamelen und mit 22400 t Last. Reis und Sorghum, Salz und Pflanzenbutter sind Hauptartikel des Marktes, auch Baumwollstoffe, Gold von Senegal und Kolanüsse. Aus Marokko führen die Karawanen ein: Messer, Spiegel, Tabak, Thee, Zucker. Mohammed. Gelehrsamkeit hat hier eine Heimstätte, unterstützt von einer der größten Bibliotheken im westl. Sudan. T. besaß früher eine municipale Administration, an deren Spitze ein Kahia (vom Stamme der Marokko-Araber) stand. Dieser folgte den Befehlen des der Familie der Bakhaï angehörigen und weithin in der Sahara gebietenden Sultans der Tuareg. Als Hafenplatz an einem Arm des Niger gilt das südlich von T. gelegene, etwa 2000 Songhay-Einwohner zählende Städtchen Kabara.

T. war früher das hart erkämpfte Ziel nur weniger und kühner Reisender. Nachdem Mungo Parks (s. d.) Versuch gescheitert war, erreichte es 1826 der engl. Major Laing, der jedoch bald wieder vertrieben wurde. Ihm folgte 1828 der Franzose René Caillé, dessen Berichte erst durch Heinrich Barth (s. d.), welcher 1853 und 1854 sieben Monate in T. zubrachte, zur Geltung gelangten. Dann erreichte die Stadt 1859 Aliun Sal, ein mohammedanischer franz. Offizier, vom Senegal aus und zuletzt 1880 Oskar Lenz (s. d.). Caron landete 1887 am Hafenplatz von T., von wo Hourst Jan. 1896 bis zur Nigermündung hinabfuhr.

Ungefähr 1077 von den Tuareg gegründet, blieb T. anfangs ein unbedeutender Ort, der im 14. Jahrh. ↔ von den Fürsten von Melle (s. Mandingo) erobert wurde, 1492 dem Sonrhayreiche Askias einverleibt und 1591 einem marokk. Heer von 3600 Schützen (Ruma) zur Beute wurde. Letztere blieben herrschend, bis sie im 2. Jahrzehnt des 19. Jahrh. von den Fulbes unterjocht wurden. 1844 wurden diese von den Tuareg aus der Stadt vertrieben, kehrten aber schon 1846 zurück und übernahmen mit letztern gemeinschaftlich die Regierung. Im März 1863 besiegte der edle Scheich Ahmed el-Bakhaï die Fulbe gänzlich und führte ein den Europäern freundliches Regiment bis zu seinem Tode 1865. Ihm folgte Sidi-Mohammed, der die Unabhängigkeit T.s gegen die von neuem anstürmenden Fulbe 1866 lebhaft verteidigte. Die Franzosen, schon lange auf die Eroberung T.s erpicht, nahmen nach Unterwerfung von Segu und Massina im Jan. 1894 Besitz von Stadt und Umgebung. (S. Senegambien.) – Vgl. Barth, Reisen in Nord- und Centralafrika (Gotha 1857); Lenz, T. Reise durch Marokko, die Sahara und den Sudan (Lpz. 1884: 2. Aufl. 1892): Dubois, Toumbouctu la mystérieuse (Par. 1897).

Time is money (engl., spr. teim is mönnĭ), Zeit ist Geld, engl. Sprichwort.

Timĕo Danăos et dona ferentes (lat.), «ich fürchte die Danaer, auch wenn sie Geschenke bringen», Citat aus Virgils «Aneïs» (2,49). S. auch Danaer.

Times The (spr. teims, d. i. Zeiten), das bedeutendste Organ der engl. Tagespresse, wurde von dem Buchdrucker John Walter 13. Jan. 1783 unter dem Namen des «London daily universal Register» gegründet und erscheint seit 1788 unter seinem jetzigen Titel. Anfänglich hatte die Zeitung nur geringen Ruf, bis 1803 John Walter, der Sohn, die Leitung des Blattes übernahm, welche er bis zu seinem Tode 1847 fortführte. Dieser faßte den Entschluß, die T. von der Regierung wie von den Parteien unabhängig zu machen. Er mußte deshalb anfangs von seiten der Regierung alle möglichen Hindernisse erfahren; unter anderm ward ihm der Gebrauch der Regierungspaketschiffe für seine Korrespondenzen verweigert. Walter organisierte dagegen einen eigenen Dienst mit Fahrzeugen, Briefposten und Eilboten. Auch benutzte er, mit Hilfe zweier Deutschen, Friedr. König (s. d.) und Bauer, zuerst die Dampfkraft bei der Herstellung seines Blattes (29. Nov. 1814). Selbst der Mangel an polit. Konsequenz, den man der Zeitung mit Recht vorwirft, konnte dem Einflusse, den sie in den weitesten Kreisen genießt, keinen Abbruch thun. Seit 1856 wurde der große Einfluß der T. erschüttert durch das Erscheinen der Pennyzeitungen («Daily Telegraph», «Morning Star», «Standard»), die nicht bloß einen bei weitem größern Leserkreis fanden, sondern auch die T. zwangen, ihren Preis auf 3 Pence zu reduzieren. Dennoch ist der Einfluß der T. auch jetzt noch sehr groß. Die Auflage wird auf 75000 geschätzt. Außerordentlich groß ist die Anzahl der Inserate. Gegenwärtig tritt sie unter der Redaktion George Earle Buckles für die liberalen Unionisten ein. Seit 1877 erscheint die T. auch in einer Wochen- und einer zweitägigen Ausgabe. Ein Inhaltsverzeichnis der T. kommt u. d. T. «Palmer's Index to the T.» heraus.

Times of India, The (spr. teims), eins der einflußreichsten täglichen Organe für Europäer in der Stadt und Präsidentschaft Bombay, ohne bestimmte polit. Richtung. Es hat eine Auflage von

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 852.