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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Trapp - Trappisien

Ungarischer Lloyd, Messageries maritimes, Russische Dampfschiffahrtsgesellschaft, Panhellenion, Forende Dampskib Selskab u. a. T. ist Sitz eines belg., franz., griech., brit., ital., holländ., österr.-ungar., pers. und russ. Konsuls, eines dän. und span. Vicekonsuls sowie eines Konsularagenten der Vereinigten Staaten von Amerika.

Das alte Trapezūs war eine griechische, von Sinope aus angeblich schon 756 v. Chr., wahrscheinlich erst im 7. Jahrh. angelegte, bedeutende Pflanzstadt, unter Hadrian die wichtigste Stadt am Pontus Euxinus. Sie gehörte im 7. und 8. Jahrh. n. Chr. zum Thema Armeniacon, vom 9. bis 12. Jahrh. zum Thema Chaldia (Chaldäa) im Byzantinischen Reiche und war Sitz eines Metropoliten. Im spätern Mittelalter gab sie einem kleinen Reiche, dem sog. Kaisertum T., den Namen. Als nämlich die Kreuzfahrer 1204 die regierende Familie der Komnenen (s. d.) vertrieben, errichtete ein Prinz des vertriebenen kaiserl. Hauses, Alexios, einen neuen Staat in Asien und nahm seinen Sitz in T., wo er vorher Statthalter gewesen war. Seine Nachfolger legten sich den Kaisertitel bei und führten den Familiennamen der Komnenen fort, bis David (s. d.) Komnenos 1462 der türk. Übermacht erlag. - Vgl. Fallmerayer, Geschichte des Kaisertums zu T. (Münch. 1827).

Trapp, aus dem Skandinavischen stammende alte Bezeichnung für dunkle Eruptivgesteine, deren Lagerungsweise deckenartig ist, wobei gewöhnlich zahlreiche solcher Decken übereinander ausgebreitet sind. Da vielfach je eine obere über der untern mit senkrechtem Absturz zurücktritt, so gewährt das ganze Deckensystem, namentlich vom Meere aus betrachtet, den Anblick einer gewaltigen Treppe. Diese Lagerungsform ist aber vielen, sonst untereinander sehr verschieden beschaffenen Felsarten eigen, wie dem Basalt, Diabas, Melaphyr, die früher sämtlich als T. galten; daher kommt es, daß in der neuern Gesteinskunde dieser alte Name, der sich nur auf das Auftreten gründet, keine Verwendung mehr findet.

Trappe, eine Vogelgattung (Otis), die zur Familie der T. (Otididiae) der Ordnung der Stelzvögel (s. d.) gehört. Die T. zeichnen sich durch ziemlich hohe, auf der vordern Seite grob, auf der hintern fein genetzte Fußständer aus, an denen die Hinterzehe fehlt; die Krallen sind ganzrandig; vor der Spitze des Ober- und Unterkiefers befindet sich ein Einschnitt; die dritte Schwanzfeder ist die längste; der abgerundete Schwanz besteht aus 20-22 Federn. Im nördl. und mittlern Deutschland kommt ziemlich häufig die größte Art dieser Gattung, die Großtrappe (Otis tarda L., s. Tafel: Stelzvögel IV, Fig. 5), vor. Die Farben von Kopf und Hals sind aschgrau, des Körpers schön rotbraun mit schwarzen wellenförmigen, auf dem Rücken weißgekanteten Linien und Muscheln; die größern Schwungfedern sind schwarz mit weißen Schäften. Das Männchen zeichnet sich durch einen haarigen Federbart aus, der von beiden Seiten des untern Teils des Kopfes herabhängt und im Affekt (z. B. bei der Balz) sich wagerecht erhebt. Die Flügel sind im Verhältnis zum schweren Körper etwas klein, daher sich der Vogel, besonders wenn ihm der Wind in das Gefieder bläst, nicht gern erhebt; dagegen läuft er sehr schnell und leicht. Die Sinnesorgane der T. sind fein und scharf, weshalb auch die Jagd auf sie große Vorsicht erfordert. Ihre Nahrung besteht aus Samenkörnern, jungem, sprossendem Getreide, Raps- und Rübsensaat, in Wurzelwerk, als Möhren, Turnips u. dgl., Beeren und Insekten. Die Balzzeit fällt in den Monat März, das Weibchen legt in eine Erdgrube zwei, sehr selten drei graugrüne oder olivengrüne, dunkler gefleckte Eier und brütet sie in 28-30 Tagen aus. Das Wildbret der jungen T. ist schmackhaft, der alten aber zähe und kaum genießbar, erfordert jedenfalls vor der Zubereitung eine tüchtige Beize oder mehrtägiges Durchfrieren. Das Gewicht beträgt oft 10-13 kg. Die T. ist Strich- und Standvogel in mehrern Gegenden Deutschlands, Österreichs, Ungarns und Rußlands. Sie wird häufig jung eingefangen und gelangt für 80-100 M. das Stück in die Tiergärten, pflegt sich aber nur selten lange zu halten. Mehr als die Hälfte kleiner als die große T. ist die Zwergtrappe (Otis tetrax L.), die auf der Iberischen Halbinsel, Südfrankreich, Ungarn, Südrußland, Griechenland, Italien, auf Sardinien und Sicilien heimisch und in neuerer Zeit an mehrern Stellen Deutschlands, z. B. in Thüringen, als Brutvogel eingewandert ist. Sie hat eine weiße Querbinde über die Flügel, das Männchen eine blaugraue Kehle und Wangen und eine schwarze Querbinde über den Schwanz. Nur äußerst selten verirren sich zwei weitere Arten, die nordafrik. Kragen- oder Houbaratrappe (Otis undulata Jacq.) und die asiat. Kragentrappe (Otis Macqueeni Gray), nach Deutschland.

Trappe, La, s. Soligny-la-Trappe.

Trappers (engl., eigentlich "Fallensteller"), die nordamerik. Wild- und Pelzjäger.

Trappgranulit, Gestein, s. Granulit.

Trappist (Monasta fusca Gmel.), Art der Bartkuckucke (s. d.), 20 cm lang, Kopf und Mantel dunkelbraun mit gelben Flecken, graublauer Kehle und Brust und hellgrauem Bauche, an der Kehle mit einem weißen, darunter mit einem schwarzen Bande. Der T. bewohnt das südl. Brasilien.

Trappisten, offiziell nach der Verfügung des Generalkapitels von 1892 Orden der reformierten Cistercienser Unserer Lieben Frau von La Trappe (lat. Ordo cisterciensum reformatorum B. V. M. de Trappa), abgekürzt O. L. T., ein Mönchsorden auf Grund der Benediktinerregel, genauer ein Zweig des Cistercienserordens, der seinen Ausgang nahm von der 1140 von dem Grafen Rotrou begründeten Cistercienferabtei La Trappe (so genannt wegen des engen Eingangs in das Thal La Trappe, d. h. Fallthüre). Stifter des Ordens ist Rancé (s. d.), der mit 10 Jahren Kommendatarabt von La Trappe wurde. Nach einem ausschweifenden Jugendleben verpflanzte er 60 Cistercienser der strengsten Observanz, sog. verbesserte Bernhardiner, nach La Trappe und führte 1663 die schärfste der bisher unternommenen Reformen durch. Im Gegensatz besonders zu den Maurinern (s. d.) der Pflege der Wissenschaft abgeneigt, verursachte Rancés "Traite de la sainteté et des devoirs de la vie monastique" (Par. 1683) eine Kontroverse zwischen franz. Gelehrten (besonders Mabillon, "Traité des études monastiques, 1692). Das tägliche Leben der T., an das sich manche Fabel knüpft, ist ein hartes; ein Trappistenkloster macht den Eindruck eines großen Grabes. Außer dem Mittagsschlaf währt der Tag von 2 Uhr früh (Sonn- und Feiertage ausgenommen) bis abends 7 oder 8 Uhr. Die Arbeit ist teils religiöse (Messelesen, Chorgebet, Freitags Geißelung, Sonnabends Fußwaschung), teils Haus- und Garten-, besonders Ökonomiearbeit. Die Mönche leben streng vegetarisch, genießen an Fast-^[folgende Seite]