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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Trinité - Trio

Trinité, Stadt auf der franz. Insel Martinique (s. d.).

Trinitrin, s. Nitroglycerin.

Trinitroanthrachinon, s. Anthrachinon.

Trinitroglycerin, soviel wie Nitroglycerin (s. d.).

Trinitrokresol oder Trinitrokresȳlsäure und Trinitromonoxybenzol oder Trinitrophenōl, s. Pikrinsäure.

Trinitrotriphenylmethan, Trinitrotriphenylcarbinol, s. Triphenylmethan.

Trinius, Freiherr von, s. Trin.

Trinkerasyle oder Trinkerheime, zur Aufnahme und Heilung von Gewohnheitstrinkern bestimmte Anstalten. Die T. wollen dem Trinker Gelegenheit geben, sich in seinen guten Vorsätzen unter vernünftiger leiblicher und geistiger Diät zu festigen. Die erste derartige Anstalt besteht seit 1851 in Lintorf bei Duisburg, und zwar neben der Heilanstalt "Siloah" für gebildete Stände (monatlich 100 und 150 M. Pflegegeld) ein Männerasyl (Pflegegeld 150 M. jährlich). Der Ein- und Austritt ist freigestellt, Haus- und Lebensordnung aber streng geregelt. Hauptbeschäftigung der Pfleglinge bilden landwirtschaftliche und Gartenarbeit. Ähnliche Anstalten befinden sich in Schönmoor in Schleswig-Holstein, in Nieder-Leipe in Schlesien, in Klein-Drenzig bei Guben, in Mühlhausen, in Sophienhof im Mecklenburgischen, in Düring bei Geestemünde, in Friedrichshütte bei Bielefeld und an andern Orten. In Schlesien besteht ein Verein zur Errichtung von T. auf evang. Grundlage. In Amerika wurde das erste Trinkerasyl (Washingtonian Home) 1857 in Boston gegründet und 1869 zur Staatsanstalt erhoben; seitdem wurden fast in allen Staaten der Union derartige Asyle errichtet. Man schätzt die Zahl der vollkommenen Heilungen in diesen Asylen auf wenigstens 30 Proz. Auch in England wurden T. aus Privatmitteln errichtet. (S. Alkoholismus.)

Trinkgelage. T. kommen bei den kultiviertesten wie bei den noch ganz wilden Völkern vor. In Griechenland, wo man während des Mahles keinen Wein genoß, begann das T. (Symposion) mit dem Nachtisch. Blieb auch der Hauptzweck des Trinkgelags der Genuß des Weins, so fehlte es doch auch nicht an allerlei andern Unterhaltungen mannigfachster Art: man belustigte sich durch Spiele und Aufgeben von Rätseln; Musiker, Tänzerinnen und Gaukler produzierten sich u. s. w. Platos "Symposion" giebt ein interessantes idealisiertes Bild eines solchen Trinkgelags. Das Symposion begann mit der Wahl eines Königs (Symposiarchen), der nun das ganze Gelage, das Trinken und die übrigen Unterhaltungen zu leiten hatte, Strafen verhängte u. s. w. (S. auch Gastmähler.)

Auch bei den Römern folgte dem Mahle häufig ein T.; sie übernahmen die ganze Einrichtung der T. von den Griechen. Dazu kamen bei ihnen Hasardspiele, namentlich Würfelspiele, Wetten, und vor allem das Gesundheittrinken (s. d.).

Bei den Germanen waren T. seit alter Zeit beliebt, die Sitte des Zutrinkens allgemein. Die Unmäßigkeit bei den T. wuchs im 15. und 16. Jahrh. so, daß zahlreiche Gesetze und Schriften wider den "Saufteufel" erschienen. (S. auch Kommers.)

Trinkgeld, eine Gabe in Geld für eine Dienstleistung oder Gefälligkeit, die man niedriger Stehenden freiwillig zukommen läßt. Zu Ende des Mittelalters und im 16. Jahrh. erbat sich der Meister, der eine größere Arbeit gefertigt hatte, für seine Gesellen, die ihm beigestanden, aber auch für seine Frau ein T.; so Albrecht Dürer in seinem Briefe vom 26. Aug. 1509 an den Frankfurter Handelsherrn Jakob Heller, für den er einen Altar gefertigt hatte. Aber auch die Beamten, deren fester Gehalt meist nicht sehr hoch war, waren teilweise auf T. angewiesen. Ein Seitenstück zu dem T. bildete früher das Badegeld, das die Bayr. Landesordnung von 1553 ebenso wie den Blauen Montag (s. d.) abgeschafft haben will. In neuerer Zeit ist in Gasthöfen und großen Vergnügungslokalen das Gesinde oft ausschließlich auf T. angewiesen, muß sogar meist noch dem Besitzer entsprechende Beträge abgeben. Wo die Arbeitslöhne hoch stehen, wie in Nordamerika, werden T. selten gegeben und genommen; Rußland dagegen ist das klassische Land der dort Schnapsgeld genannten T. Bei den Türken wird Badegeld, bei den Chinesen Theegeld verabreicht. Die Annahme von T., welche einem Unterbeamten aus allgemeinem Wohlwollen gegeben sind, fällt regelmäßig nicht unter die Strafbestimmung des §. 331 des Deutschen Reichsstrafgesetzbuches (Geschenke für Amtshandlungen); die Annahme von T. für eine Handlung, die eine Verletzung einer Amtspflicht enthält, kann als Bestechung bestraft werden (§. 332 des Reichsstrafgesetzbuches). Einige Gasthöfe, so in Hannover, Innsbruck, Luzern u. s. w., haben das T. vollständig abgeschafft und erfreuen sich infolgedessen zahlreichen Zuspruchs. - Vgl. Albrecht, Unser Standpunkt zur Trinkgeldfrage (Franks, a. M. 1883); Zweite Flugschrift der Vereinigung zur Bekämpfung des Trinkgeldwesens (Karlsr. 1885); Das T., ein Krebsschaden der Gastwirtschafts-Industrie und seine Beseitigung, ein Mittel zur Hebung des Kellnerstandes von einem erfahrenen Gastwirt (Bresl. 1888); von Ihering, Das T. (3. Aufl., Braunschw. 1889).

Trinkgold, s. Alchimie.

Trinkhorn, eine Form des Trinkgefäßes mit Benutzung des Büffel- oder Ochsenhorns, das am weitern Ende mit einem Metallrand beschlagen ist. Schon die Alten benutzten bei ihren Trinkgelagen röhrenförmig gestaltete T. aus Thon oder Metall, deren Rand mit Darstellungen geschmückt war, während die Spitze häufig in Tierkopfform (Fuchs, Pferd, Greif) gebildet war. Im Gegensatz zu unserm Gebrauch setzte man das T. nicht mit der weiten Öffnung an die Lippen, sondern ließ aus der Spitze den Wein in die Trinkschale oder direkt im Bogen in den Mund laufen. T. werden auch nach der Form des Büffelhorns aus Silber oder vergoldetem Kupfer geschaffen und kunstvoll verziert; ein ebenfalls reich gearbeitetes Untergestell hält das T. aufrecht.

Trinkomali, Stadt auf Ceylon, s. Trikonamalai.

Trinkschale, ein Trinkgerät von flacher Form, wie die Patera und Phiale der Alten.

Trinkwassertheorie, s. Bd. 17.

Trino, Stadt im Kreis Vercelli der ital. Provinz Novara in Piemont, links vom Po, an der Eisenbahn Turin-Casale, hat Trambahnverbindung mit Vercelli, (1881) 8267, als Gemeinde 10 791 E., Gymnasium; Reisbau, Schweinezucht und Handel mit Vieh und Schinken.

Trinomium (grch.), dreigliedrige Zahlengröße, z. B. a + b + c; trinomisch, dreigliedrig.

Trins, Kreis im Bezirk Im Boden des schweiz. Kantons Graubünden.

Trinundinum, s. Nundinae.

Trio (ital., "dreistimmiges Musikstück"), in der Musik ursprünglich (um 1700) eine Komposition für Gesang von drei Solostimmen, die meist kontrapunk-^[folgende Seite]