Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

1024

Trugdolde - Truncus

gleichmäßige Färbung sowie durch die dicke holzige Peridie von den echten T. sofort unterscheiden läßt; vor ihrem Genuß ist zu warnen, da sie einen unangenehmen Geschmack und Geruch besitzt.

Die größte Menge der Erzeugung von T., aber auch des Verbrauchs kommt auf Frankreich; man beziffert den jährlichen Ertrag auf 8 Mill. M. für den Großhandel und 20 Mill. für den Detailhandel; die Ernte beträgt durchschnittlich 3½ Mill. Pfd., die Ausfuhr gegen 200 000 kg (nach Deutschland gehen deren gegen 30 000), die Einfuhr etwa 8000 kg. Die Größe der Erzeugung von T. in Deutschland ist nicht bekannt; sie werden hauptsächlich im Thüringer Wald, Schwarzwald und Harz in Buchenwäldern mit gutem Humusboden gewonnen. Versendet werden die T. in Fässern frei oder einzeln in Papier verpackt, oder als Konserven, oder in Wein gekocht und dann in Öl eingemacht. Aufbewahrt müssen sie in luftigen Räumen werden; frische T. halten sich im Erd- oder Sandbett in guten Kellern bis 14 Tage und länger. - Vgl. Planchon, La truffe (Par. 1875); Chatin in "Gardener's Chronicle" (1884); R. Hesse, Die Hypogäen Deutschlands, Bd. 1 (Halle 1890).

Trugdolde, Form der sympodialen Blütenstände, s. Blütenstand nebst Tafel, Fig. 11, 12, 13.

Truge, s. Schneeschuhe.

Trugratten (Octodontidae), Familie der Nager mit rattenähnlicher Gestalt und Färbung, kurzen, halbnackten Ohren, vierzehigen Vorderfüßen, meist langem, beschupptem Schwänze. Pelz entweder weiß, oder mehr oder weniger borstig, oder endlich mit spitzen Stacheln untermischt. In jedem Kiefer haben die T. vier Backzähne. Die T. bewohnen Südamerika und Afrika, manche werden in angebauten Gegenden sehr schädlich, andere liefern ein sehr gutes Wildbret oder wertvolle Felle.

Trugschluß, ein Fehlschluß, mit dem man jemand absichtlich oder unabsichtlich täuscht, wie solche die alten Sophisten, aus Lust am Disput, mit Vorliebe ausklügelten; daher ein solcher T. auch Sophisma heißt. Aristoteles hat sie in seiner Schrift von den T. klassifiziert und aufgelöst. - Über T. in der Musik s. Kadenz.

Trujillo (spr.-chilljo), Truxillo. 1) Hauptstadt des Departamento Libertad der südamerik. Republik Peru, liegt nahe der Mündung des kleinen Chimu oder Rio de T. in einer sandigen Küstenebene an der Staatsbahn Salaverry-Ascope, Sitz eines Bischofs, ist von Mauern umgeben, hat eine Kathedrale, eine sog. Universität (seit 1831), ein bischöfl. Seminar, ein Nationalkollegium und 11 000 E. Der Seeverkehr ist nur unbedeutend, weil ihr Hafenplatz Huanachco, offiziell Salaverry, nur eine offene Reede ist. Nahe liegen die Ruinen der alten Stadt Chimu (s. d.). - 2) Hafenplatz in der centralamerik. Republik Honduras, Hauptort des Departamento Colon, an der schönen Bai von T., im SSO. von Kap Honduras, mit Leuchtturm, hat etwa 4000 E.; Ausfuhr von Bananen, Hölzern und Fellen. - 3) Stadt im Staate Los Andes der südamerik. Republik Venezuela, etwa 220 km im SSO. von Maracaibo, in einem engen Thale der Sierra de Merida, in 850 m Höhe gelegen. Sie zählt etwa 3000 E., die Handel mit Weizen, Kaffee und andern landwirtschaftlichen Erzeugnissen nach Maracaibo treiben.

Trujillo (spr. -chilljo), früher Truxillo, lat. Turris Julii, Bezirksstadt der span. Provinz Caceres in Estremadura, am Nordfuß der Sierra de Guadalupe, 485 m ü. d. M. auf einem Granitfelsen rechts vom Tamuja oder Magasca; ist beherrscht von einem maur. Kastell, im obern Teil eng und winklig, im untern modern gebaut und hat (1887) 10 773 E., 5 Kirchen, 8 Klostergebäude, Paläste von Conquistadoren (so auch des hier geborenen Francisco Pizarro), 4 Hospitäler, einen schönen Hauptplatz mit Arkaden; Weberei, Gerberei, Töpferei und Viehhandel.

Truk, eine der Karolinen (s. d.).

Trullanische Synoden, zwei Kirchenversammlungen des 7. Jahrh., die in einem nach seiner Bauart Trullus (d. h. Kuppel) genannten Saale des kaiserl. Palastes in Konstantinopel abgehalten wurden. Die erste derselben, die sechste ökumenische Synode, wurde 680 von Kaiser Konstantin IV. Pogonatos abgehalten und erledigte den monotheletischen Streit (s. Monotheleten). - Die zweite Synode veranstaltete Kaiser Justinianus II. 692; sie sollte die beiden vorhergehenden ökumenischen Synoden, die fünfte und sechste, die sich nur mit dogmatischen Fragen beschäftigt hatten, ergänzen und ausschließlich Angelegenheiten der Kirchenverfassung und Kirchenzucht erledigen; sie heißt darum auch Concilium quinisextum. Unter den 102 aufgestellten Canones erfuhren sechs in Rom lebhaften Widerspruch, namentlich der 36., der den Bischof von Konstantinopel an Macht und Fülle der Privilegien demjenigen von Rom gleichstellte. Das Abendland hat darum auch die Synode nicht als ökumenisch anerkannt, während sie im Morgenland als Fortsetzung der ersten Trullanischen galt.

Trum (Trumm), in Süddeutschland soviel wie ein Stückchen, ein Splitter, sonst aber ungebräuchlicher Singular zu Trümmer; auch Bezeichnung für einen schwachen Mineral- oder Erzgang, der sich von einem Hauptgange abzweigt. Zuweilen verästelt sich dieser in zahlreiche, sich allmählich im Nebengestein verlierende Trümer (Trümmer), er zerschlägt oder zertrümert (zertrümmert) sich. Über T. im Grubenbau s. d. und Schacht. - T. heißt beim Riemen- oder Seilbetrieb jedes zwischen zwei Scheiben liegende Stück Riemen oder Seil.

Trumeau (frz., spr. trümoh), Fensterpfeiler, weiterhin der für diesen bestimmte schmale Wandspiegel.

Trumer, s. Trum.

Trümerstock, s. Erzlagerstätten.

Trumholz, s. Sattelholz.

Trümmelbach, s. Lauterbrunner Thal.

Trümmerachat, s. Achat.

Trummsäge, ungespannte Säge, s. Sägen.

Trumscheit, Scheitholt, Tympanischiza, Marinetrompete, veraltetes Saiteninstrument, bestehend aus annähernd prismatischem Resonanzkasten und angesetztem Hals mit einem Wirbel, von dem die einzige, sehr lange und starke Darmsaite ausgeht. Diese läuft über einen eigenartigen Steg, den sog. Schuh, dessen einer Fuß frei beweglich bei jeder Schwingung der Saite auf den Schallkasten aufschlägt und dadurch den Ton der Saite sehr verstärkt. Die Saite wird gespielt, indem man einen Finger auf bestimmte Stellen der Saite lose auflegt ohne die Saite niederzudrücken, und dann mit dem Bogen anstreicht. Diese Stellen der Saite sind neben ihr auf dem Halse vermerkt. Der Ton, verstärkt durch das Trommeln des Steges, ist schmetternd wie der einer Trompete. Da das Instrument zum Signalgeben auf Schiffen benutzt ward, hieß es auch Tromba marina; auch Nonnengeige, weil es in Nonnenklöstern die Posaune ersetzte.

Truncus (lat.), der Stamm der Bäume und der Rumpf (s. d.) der höhern Wirbeltiere.