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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Trutta – Tschadda

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Truthuhn'

Meleagris ocellata Temm. von Guatemala; aber auch Meleagris mexicana Gould ist ein stolzer, prächtiger Vogel, dem sein wahrscheinlicher, degenerierter Nachkomme, der domestizierte Truthahn (Meleagris gallopavo L.), nicht entfernt gleichkommt. (S. Tafel: Geflügel, Fig. 39.) Das T. fanden die Europäer in Mittelamerika bereits gezähmt vor und brachten es sehr bald danach nach Europa, zuerst nach Spanien (1520), wo es noch jetzt in großen Herden gehalten wird, und nach England; nach Deutschland soll es um 1533 gelangt sein. Hier hat die Truthühnerzucht niemals große Verbreitung gefunden, desto größere in England (besonders Norfolk), in Frankreich, Mähren, Ungarn und Serbien; in Syrmien findet man selten einen Bauernhof, der nicht 70–100 Stück züchtet. Das T. ist als großes, vortreffliches Fleischhuhn wertvoll und als stets bereites, zuverlässiges Bruthuhn sehr geschätzt. Man hält einen Truthahn für 4–6 Hennen. Das Gelege besteht aus 15–18, seltener 24–30 gelbgrauen, rot punktierten Eiern. Brutzeit 28–30 Tage. Das T. ist gegen Naßkälte und starke Sonnenhitze empfindlich. Anderm Geflügel gegenüber ist es unverträglich und bösartig. Die Ernährung ist leicht und billig ausführbar durch Weidegang und Fütterung mit Kohl- und Runkelrübenblättern, zerkleinerten Runkelrüben, Möhren, Kartoffeln und nur zur Legezeit auch mit Fruchtkörnern; auch liebt es Waldfrüchte (Eicheln u.s.w.) und ist sehr lüstern auf Würmer, Schnecken, Kerbtiere und Eidechsen. Die Mästung geht leicht von statten; sie geschieht durch Verfüttern von Maiskörnern und zerkleinerten Möhren, auch durch Einstopfen ganzer Walnüsse (Südfrankreich) bei Entziehung freier Bewegung. Das Gewicht des ausgewachsenen Hahnes beträgt 15–20 und darüber, das der Henne 8–10 kg. In neuerer Zeit hat man durch Einführung und Züchtung des nordamerik. Wildputers sowie des mexik. Puters zuerst in England, dann auch in Deutschland und Österreich-Ungarn ein wertvolles Wild mit Erfolg zu gewinnen gesucht. – Vgl. Mariot-Didieux, Guide de l'éleveur de dindons et de pintades (Par. 1854; deutsch u. d. T.: «Die Truthühnerzucht» von R. Öttel, 2. Aufl., Weim. 1873); E. Säbel, Perlhuhn, T. und Pfau (Lpz. 1893).

Trutta, Fischgattung, s. Forellen.

Trutzeltz, Ruine, s. Münstermaifeld.

Trutzwaffen, s. Waffen.

Truxillo, s. Trujillo.

Truyen, Sanct, belg.. Stadt, s. Sanct Truyen.

Trynek, Dorf im Kreis Tost-Gleiwitz des preuß. Reg.-Bez. Oppeln, südöstlich von Gleiwitz, hat (1895) 4764 E.; Ziegelei und Dampfmühle.

Trypēta, s. Spargelfliege.

Trypetīnae, s. Bohrfliegen.

Trypsin, das reine Ferment der Pankreasdrüse, s. Pankreatin.

Trysegel (spr. trei-), soviel wie Gaffelsegel (s. Gaffel).

Trzemeßno (spr. trscheméschno), poln. Name von Tremessen.

t. s., in der Musik Abkürzung für Tasto solo (s. d.).

Tsad (Tsade, Tschad, Tsadsee), der größte Landsee im mittlern Sudan in Nordafrika, Bahr es-Salam von den Arabern genannt, liegt zwischen 12 ½ und 14 ½° nördl. Br. und 13 und 15° östl. L. von Greenwich, 240 m ü.d.M. und grenzt im NO. und O. an Kanem, im S. an Bagirmi und Bornu, im W. an Bornu (s. die Karten: Sahara und Kamerun u.s.w.). Er bedeckt gewöhnlich eine ↔ Fläche von 27000, nach der Regenzeit 50000, zur trocknen Jahreszeit 11000 qkm. Zuflüsse sind: im S. der Schari (s. d.) mit einem breiten und seichten Delta und der Mbulu, im W. der Komadugu-Waube und im O. der selbst zur Regenzeit spärliche Wassermengen zuführende Bahr el-Ghasal. Nachtigal hat die Wassermenge, die der T. infolge von Regen und Zuflüssen erhält, auf 100, die Verdunstung auf 70 Kubikkilometer berechnet. Da der T. keinen sichtbaren Abfluß besitzt und trotzdem ein süßes Wasser ist, so vermutet Nachtigal, daß er unterirdisch in nordöstl. Richtung bis nach Egeï und Borku abfließt. Das meist sumpfartige, schwarzbraun gefärbte Wasser wird von einer stellenweise dichten Vegetation von Pistia-, Lotus- und andern Pflanzen bedeckt. Während der Regenzeit von Juli bis Oktober und nach ihr bis in den November tritt ein regelmäßiges Anschwellen ein, wodurch namentlich die südwestl. flachen Ufer bis in die Nähe von Kuka überschwemmt werden. Der See liegt in einer so seichten Mulde, daß man ihn an einzelnen Stellen viele Stunden weit zu Pferde durchwaten kann. Die einzigen größern Buchten befinden sich im Westen, bei Ngornu und Maduari. Die Ufergegenden sind meistens versumpft, mit hohen Papyrusstauden umsäumt; im Nordosten nehmen sie steppenartigen Charakter an; nur im Süden tritt die Vegetation in tropischer Fülle auf. Die östl. Hälfte des Sees wird von einem Netz von mehr als hundert kleinen Inseln überdeckt, von den Gruppen der Buduma-, Karka- und Kuri-Inseln, bevölkert von etwa 30000 E., vertriebene Angehörige der Stämme Buduma, Kuri, Kanemba, Kanuri, Daza und Bulala. Obwohl der T. sich in keiner Weise zur Schiffahrt eignet, so trachteten doch in den letzten Jahren Deutsche, Engländer und Franzosen danach, ihn zu beherrschen. Durch den Deutsch-Englischen Vertrag vom Nov. 1893 und den Deutsch-Französischen Vertrag vom März 1894 wurde der Wettstreit beigelegt: die Westseite von Barrua bis zum Mbulu fiel in die engl., die Südseite bis zum Schari in die deutsche und vom Schari bis noch unbegrenzt nach Osten in die franz. Interessensphäre. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß schon Ptolemäus vom T. wußte; er nennt ihn Nubasee, «einen periodisch austretenden Sumpf». Im Mittelalter erwähnt ihn Albufeda als Kuarsee. Die ersten Europäer aber, welche sichere Kunde über ihn gebracht, waren Clapperton, Denham und Oudney (1823); Overweg befuhr ihn zuerst bis zu dem Inselarchipel (1851). Die wichtigsten Beiträge zu seiner Erforschung lieferten Barth (1852) und Nachtigal (1871–72). – Vgl. Barth, Reisen und Entdeckungen in Nord- und Centralafrika (Gotha 1855–58); Nachtigal, Sahara und Sudan (3 Bde., Berl. und Lpz. 1879–89).

Tsakonīa, Gau im Peloponnes auf der Ostseite des Parnongebirges in der alten Landschaft Kynuria, wo sich in unzugänglichem Gebirgslande ein Stamm, die Tsakonen, 9000 an Zahl, erhalten hat, der einen dem Altdorischen entstammenden Dialekt redet.

Tsálagi, Indianerstamm, s. Cherokee.

Tsanasee, See in Abessinien, s. Tanasee.

Tsa-tschu, Fluß, s. Mekong.

Tsch..., slaw. Worte, die man hier vermißt, sind unter Cz... oder C (Č)... aufzusuchen.

Tschachta, Indianerstamm, s. Choktaw.

Tschackert, Paul, Theolog, s. Bd. 17.

Tschad, Tschadsee, s. Tsad.

Tschadda, Nebenfluß des Nigers, s. Binue.

Artikel, die man unter Tsch vermißt, sind unter Cz aufzusuchen.