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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Turner - Turnerschaft

unterrichts für Knaben und Mädchen (Tl. 1: Methodik; 3. Aufl., Münch. 1887); Heeger, Übungsbeispiele für das T. der weiblichen Jugend (2. Aufl., Lpz. 1893); Zettler, O. Schettlers Turnschule für Mädchen (2 Tle., 7. und 8. Aufl., Plauen 1893 u. 1895); Ravenstein, Volksturnbuch (4. Aufl. von A. Böttcher, Frankf. a. M. 1894). 3) Besondere Fächer: Wassmannsdorff, Die Ordnungsübungen (Frankf. a. M. 1868); Lion, Die Turnübungen des gemischten Sprunges (2. Aufl. Lpz. 1876); Kohlrausch, Der Diskus (ebd. 1882); Schärer, Anleitung zum Schwingen und Ringen (2. Aufl., Bern 1833); Lion, Leitfaden für den Betrieb der Ordnungs- und Freiübungen (7. Aufl., Brem. 1888); Puritz, Merkbüchlein für Vorturner (11. Aufl., Hannov. 1896); Jenny, Buch der Reigen (2. Aufl., Hof 1890); Bettler, Die Schule der Stabübungen (2. Aufl., Lpz. 1891); ders., Das T. mit der Keule (2. Aufl., ebd. 1891); Schwägerl, Turnerische Gesellschaftsübungen (3. Aufl., hg. von Zettler, ebd. 1892); Wortmann, Das Keulenschwingen (2. Aufl., Hof 1892); Puritz, Handbüchlein turnerischer Ordnungs-, Frei-, Hantel- und Stabübungen (3. Aufl., ebd. 1892); L. Schützer, Gemeinübungen und Pyramiden mit Stäben (Lpz. 1890); Frohberg, Handbuch für Turner und Vorturner. Tl. 1 u. d. T.: Übungsbeispiele auf dem Gebiete der Frei-, Ordnungs-, Hantel-, Stab- und Keulenübungen (5. Aufl., ebd. 1894); Tl. 2 u. d. T.: Übungsbeispiele aus dem Gebiete des Gerätturnens (6. Aufl., ebd. 1895). 4) Bauliches: Zettler, Die Anlage und Einrichtung von Turnhallen und Turnplätzen (Lpz. 1878); Lion, Werkzeichnungen von Turngeräten (3. Aufl., Hof 1882); Götz und Rühl, Anleitung für den Bau und die Einrichtung deutscher Turnhallen (Lpz. 1897). 5) Zeitschriften: "Deutsche Turnzeitung" (Leipzig), "Jahrbücher der deutschen Turnkunst", Organ der deutschen Turnlehrerschaft, hg. von W. Bier (ebd.), "Monatsschrift für das Turnwesen" (Berlin).

Turner (spr. tör-), Edward, engl. Chemiker, geb. 1796 auf Jamaika, studierte in Edinburgh Medizin, in Göttingen Chemie, wurde 1824 Docent in Edinburgh, 1828 Professor der Chemie an der Londoner Universität und starb 12. Febr. 1837 zu Hampstead bei London. T. hat sich besonders durch Bekämpfung der Proutschen Annahme, daß alle Atomgewichte Multipla von dem des Wasserstoffes seien, bekannt gemacht. Seine "Elements of chemistry" (deutsch von Hartmann, Lpz. 1829) wurden nach T.s Tode von Liebig und Gregory 1842 und 1347 in siebenter und achter Auflage herausgegeben.

Turner (spr. tör-), Sharon, engl. Geschichtschreiber, geb. 24. Sept. 1768 zu London, widmete sich dem Rechtsstudium und wurde Sachwalter in London, wo er 13. Febr. 1847 starb. Als Schriftsteller trat er 1799 zuerst mit dem ersten Bande der "History of the Anglo-Saxons" auf, dem 1803 ein zweiter, 1805 ein dritter Quartband folgte (7. Aufl., 3 Bde., 1852). Eine Fortsetzung dieses ausgezeichneten Werkes, in dem zum erstenmal die angelsächs. handschriftlichen und gedruckten Quellen reichlich benutzt wurden, lieferte er seit 1814 in "History of England during the middle ages from the Norman conquest to the accession of Henry VIII." (4 Bde.), später auch eine zweite, welche die Geschichte Englands bis zum Tode der Königin Elisabeth führt.

Turner (spr. tör-), William, engl. Maler, geb. 23. Aug. 1775 in London, trat 1789 in die Akademie und war im Alter von 27 J. Mitglied dieses Instituts. Um diese Zeit (1802) machte er Reisen nach Frankreich, Italien und der Schweiz, 1808 wurde er Professor der Perspektive an der Akademie und begann die Veröffentlichung seines Skizzenbuchs u. d. T. "Liber studiorum". T. baute sich 1812 ein Haus, in welchem er in einer Galerie stets einige seiner Gemälde auszustellen pflegte. Dreimal noch (1819, 1829 und 1840) besuchte T. Italien. Zu seinen Sonderbarkeiten gehörte, daß er die letzte Lebenszeit unter einem fremden Namen in einer obskuren Wohnung zu Chelsea zubrachte, wo er auch 19. Dez. 1851 starb. Bei dem außerordentlichen Erfolge, welchen seine Bilder hatten, trennte er sich selbst um die größten Summen nicht von jenen, die er für seine besten hielt. Anfangs Nachahmer Claude Lorrains, ging T. bald darauf aus, die Wirkungen des Lichts in großen Zügen festzuhalten, Sonnen- und Nachteffekte, Nebelwirkungen, Sturm und Schiffbruch mit histor. und mytholog. Staffage waren seine bevorzugten Gegenstände. Damit kam er von selbst auf die Stimmungslandschaft und schuf daher als erster jene Richtung in der Landschaftsmalerei, welche nicht die Gegenstände selbst, sondern den Eindruck darstellen will, welche sie unter gewissen Lichtverhältnissen machen. Er war somit der erste Impressionist. Von seinen Bildern, deren größten Teil (etwa 280) die Londoner Nationalgalerie erbte und von denen sich eine Anzahl im South-Kensington-Museum befindet, sind zu nennen: Agrippinas Landung mit der Asche des Germanicus, Tod Nelsons in der Schlacht bei Trafalgar, Begräbnis des Malers Wilkie auf dem Meere, Apollo den Python tötend, Vision der Medea, Odysseus den Polyphem verspottend, Erbauung Karthagos durch Dido, Garten der Hesperiden, Dampfer bei Harwich im Schneesturm Signale gebend, Fischerboote bei stürmischer See, Richmond Hill, Wintermorgen, Sonnenuntergang in Venedig, Der "Fighting Temeraire" auf dem Wege zum Abbruch, East Cowes Castle auf Wight, Fischfang bei Hastings. (S. Tafel: Englische Kunst II, Fig. 8.) Er hat auch viele Blätter radiert und auch in Schwarzkunst gearbeitet. - Vgl. Thornbury, Life of T. (2 Bde., Lond. 1877); Dossorne, The works of T. (ebd. 1878); Hamerton, Turner (ebd. 1879).

Turnera, Pflanzengattung, s. Damiana.

Turneraceen, Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Passiflorinen (s. d.) mit 80 meist amerik., wenigen afrik. Arten, krautartige Gewächse oder Sträucher mit gelben Blüten und kapselartigen Früchten.

Turnerschaft, Deutsche, Vereinigung fast sämtlicher Turnvereine Deutschlands und Deutsch-Österreichs, wurde beim ersten deutschen Turnfeste in Coburg 1860 begründet. Das Turngebiet ist in 17 Kreise eingeteilt, denen je ein Kreisvertreter vorsteht. Jeder Kreis zerfällt wieder in mehrere Gaue. An der Spitze steht der Ausschuß der T., der aus dem auf den alle vier Jahre stattfindenden deutschen Turntagen direkt gewählten Vorsitzenden, Geschäftsführer und drei Beisitzern sowie den von den Kreisen gewählten Kreisvertretern besteht. Bis 1887 war Th. Georgii Vorsitzender, bis 1894 Maul (s. d.), Geschäftsführer seit Gründung Dr. Ferd. Goetz. Der Turntag zu Eßlingen 1895 wählte für die nächsten vier Jahre als Vorsitzenden Dr. Ferd. Goetz und als Geschäftsführer Professor Rühl. Alle Jahre hat in der Regel der Ausschuß zu tagen und dabei die Angelegenheiten der T. zu beraten, alljährlich über das Vereinswesen eine Statistik aufzunehmen und die