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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Überfall (im Festungsbau) - Übergangssteuern
anfällt. Der Ü. kann ansgefübrt werden gegen einen
rubeudeu oder einen marschierenden (Gegner. Im
letztern Falle erfolgt er ans einem Versteck (s. d.),
welches man als Hinterhalt bezcicknct, wenn man
fich vom feinde verfolgt zurüctziebt und ibn ans
einer verborgenen Aufstellung anfällt. Von gelun-
genen Ü. im großen Stil find namentlick zu nennen:
Hochlirch 1758, Hainau 1813 und Beauinont 1870.
Der Ü. alsAngriffsart gegen einc F e st u n g
besteht darin, dah der Angreifer versuckt, möglickst
nnbemcrkt sich den Werten zunäbcrn, vor ilmen be-
sindliche Trnppen überraschend zu bewältigen nnd
mit ihnen znsammen einzudringen, oder sich mit
Lift eines wichtigen Teils der Fcstnng, etwa eines
Thors, zu beinächtigen oder mit vorbereiteten Mit-
teln Hindernisse und Wall zu übersteigen und dann
mit bereitgestellter Übermacht die Besanung zu über-
wältigen. Der Ü. ist nnr bei kleinen schlecht bewach-
ten Plätzen nach gründlicher Erkuuoigung möglich.
nberfall, im Festungsban, s. Batardean.
nberfall einlauf, s. Wasserräder.
nberfallsquellen, s. Qnellen.
nberfallsrecht, das Recht, wonach Früchte, die
von einem Banme oder Strancbe anf ein Nackbar-
grnndstück hinüberfallen, als Früchte diesem Grnnd-
stncks gelten, so daß sie also Eigentum des Eigen-
tümers dieses Grundstücke werden lTcntsches
Vürgerl. Gesetzb. ß. 911). 3tack prenß. Reckt darf
der Nachbar sogar anch die Früchte von den über-
hängenden Zweigen von seiner ^eite ane drecken
(Üb'erhangsrecht; Landr. I, l>, 8- 289).
nberfallwehr, s. Wehr.
tlberfangen, eine Methode der Glasraffinerie,
nberfangglas, s. Bnntglas. l^s. Glas.
Überflurhydrant, s. Feuerbabn.
nberflüssigo Werke, soviel wie (^>0l-a 31^)01'-
cvo^ationis fs. d.).
nbcrfracht, im Personenverkehr anf Eisen-
balmen und Posten der Betrag, der für das über
das Gewicht des Freigepäcks hinausgehende Ge-
wicht des Reisegepäcks (s. d.) zil entrickten ist, auch
wohl kurz dieses Mehrgepäck selbst.
nberfruchtung, s. Superfotation.
nbergabe, die übertragnng des Besitzes an
einer Sache seitens des bisberigcn Besitzern an einen
andern (s. Besitzerwcrb und -Verlust). Über sym-
bolische Ü. s. Symbol, ll. ist nach dem Vorgang
des spätern röm. Rechts heute noch allgemeinem
Erfordernis für die Eigentumsübertragung unter
Lebenden an beweglicken Sacken nach Gemeinem
Recht, Prcuß. und Bayr. Laudreckt, Schweizer
Obligationenrecht, Eächs., Osterr. und Deutschem
.l^. i>^9 mit 8- 851) Bürgert. Gesetzbuch, aber nickt
nach franz. Recht; auch nicht nach dem Deutschen
.Handelsgesetzbuch bezüglich der Veräusiernng von
Seeschiffen, dazn genügt der bloße Vertrag. Nach je-
nen Rechten stellen sich also dieRechtsgesckäfte, welche
abgeschlossen werden, um Eigentnm an sremdcn
Sachen zu erwerben, wie .^anf, Tansck, Sckenknng,
als Titel ss. d.) für den (5'igentnmoerwerd dar. Der
Käufer kann, solange der Verkänfer nicht übergeben
bat, diesen anf Übertragung des (5igentnms dnrck
Ü. verklagen; solange aber die Ü. nickt erfolgt ist,
taun der Verkänfer, auch wenn der .^anfpreis be-
zablt ist, vorbehaltlich seiner Haftung anf Schaden-
ersatz, dem Käufer den Erwerb dadurch entzieben,
daß er die Sache einem Dritten veräußert und über-
giebt, nnr nicht nach Prenß. Allg. ^andreckt, sofern
der Dritte den Titel des Käufers tannte. Wenn der
Verkäufer in Konkurs fällt, bevor die Sache übergeben
ist, kann der Käufer nicht das Recht der Anssonderung
(s. d.), sondern nnr seine Entschädignngsforderung
als Konkursgläubiger geltend machen. Übrigens
wird mit der Ü. Eigentum auch dann übertragen,
wenn ein gültiger Titel nicht vorliegt. Die Eigen-
tumsübertragung kann übrigens anch unter einer
Bedingnng erfolgen, z. B. unter der, daß der Käufer
den Kanfprcis innerhalb einer bestimmten Frist be-
zable, so daß das Eigentnm erst mit der Zahlung
übergeht, wenn schon im voraus die Ware über-
geben wird. Dnrck eine mittels Ü. erfolgte Ver-
äußerung wird der Erwerber auch daun, wenn die
Sache dem Verausierer uicht gehörte, Eigentümer,
sofern er zur Zeit der Ü. des guten Glaubens ist.
der Veräuftcrcr sei Eigentümer sDeutsches Bürgerl.
Gesetzb. ß. N>2); bei solchem Erwerb von einem
Kaufmauu, der die Sache in seinem Handelsbetriebe
veräußert, sogar dann, wenn er nur Glaubens war,
derselbe sei (als Kommissionär, Agent u. s. w.) be-
rechtigt, über die Sache für den Eigentümer zu
verfügen laltes Handelsgesetzbuch Art. .'>06; neues
vom 10. Mai 18^)7, ^. 300). Dock muß in beiden
Fällen immer körperliche Ü., nicht bloß ccmstitntmn
im>8<^><"i'inin, vorliegen. (S. üona tulc^.)
nberssalle, soviel wie Rinderpest ls. d.).
nbergangsabgaben, ü bcrgang ssteucrn,
die Abgaben/die von Staaten des Deutschen Reichs,
die innere Stenern auf die Hervorbriugnug und Zu-
bereituug eines Verbranchsgegcnstandes <z. B. Bier,
Branntwein) gelegt haben, bis zum gesetzlichen Be
trage derselben bei der Einfuhr des Gegenstandes aus
andern Staaten des DentschenNeichs erhobenwerden
dürfen, sofern mit diesen uicht Stenergemeinschaft
besteht. Ursprünglich wnrden Einfuhrabgaben nur
soweit gestattet, als die iunere Etcner höher war als
im Auslaude. Diese Abgaben, Ausgleichungs -
stenern genannt, ersetzte man 1811 im "Zollverein"
dnrch das System der Ü. Die jetzigen Ü. in Deutsck-
laud sind folgende: Zum Schutz und zur Ergänzung
von Reichssteuern wird in der Vransteucrgemeiw
schaft vom Bier 2 M. für 100 1 und in der Vrannt-
weinsteuergemeinschaft 96 M. für 100 1 reinen Al-
tohols erhoben. Der letztere Satz kommt, da alle
Einzelstaaten jetzt der Branntweinsteucrgemeinschaft
angehören, nur beim Eingang aus Luxemburg zur
Anwendnng, wird aber für den mit Übergangsscbein
eingehenden Branntwein anf 78,?4 M. ermäßigt.
Znm Schutz und zur Ergänznng von ^andesbier-
steuern wird erhoben vom Bier in Vanern 3,25 M.
fiir 100 I, in Württemberg 3 M. für 100 1 braunen
und 1,6.-. M. für 1001 weißen Biers, in Baden 3,20 M.
für 100 I, in Elsaß-Lothringen 9,30 M. für 100 I
starten und 0,58 M. für 100 1 dünnen Biers.- von
geschrotenem Malz in Bayern 6,50 M. für 1001, in
Württemberg 5 M. von 5)0 1^- geschrotenem und
2,80 M. von'5<^ 1^ gequetschtein lGrün-)Malz. Die
Vraustcuergemcinschaft erhebt '2 M. für 100 1 Bier.
Fn Sacksen und in Baden werden auch vom ein-
gebenden Fleisch Abgaben erhoben, die als Ü. an
znseben sind.
nbergangsbahnhöfc, s. Bahnhöfe
nbergangsgebirge, ältere Bezeichnung fnr
das mäcktige'Schichtensystenl von namentlich Grau-
wackennnd Tbonschiefern zwischen den krvstalliniscken
Schiefern und der Steinkohlenformation, das jetzt
in mebrere Formationen eingeteilt wird.
nbergangsklima, soviel wie.nüstenklima (s. v.).
nbergangssteuern, s. Übergangsabgaben.