Schnellsuche:

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

57
ü. M. - Umbra
bahnen, Sin eines Alilt^gerichtc' (^andgerickt ^üiie-
bürg), cinc5 Handelsvereins, deo Landwirtschaft'
lichen Provinzialvereins für das Fürstentiiiil ^üne-
bnrg, bat (1895) 7910 E., darunter 23<" Katboliken
ulld 54 Israeliten, in Garnison die 4. Eskadron
des 2. hannov. Dragonerregiments Nr. 1<>. Post
amt erster Klaffe mit Zweigstelle, Telegraph, eine
Kirche und drei Kapellen: die Gertrudenkapelle, die
St. Vitikapelle und dieHcilige-Geist-Kapelle, letztere
niit einem wertvollen Altarfchrein li l. Jahrh.),
Nealprogvmnasiuiil, höhere Mädchenschule, Gas-
anstalt; bedeutende Zuckerfabrik, Eisengießerei,
Fabriken für Tabak, Tuch und Wollwaren, Braue-
reien, Branntweinln'ennereien, Handel mit .^andes-
produtten, Wolle, Flachs, Korn, Honig und Holz,
Vieh- und Pferdemärkte, ü. ist sehr alt und hieß
früher ^öwenwold', es wnrde 1270 mit Lüneburgi-
schein Stadtrecht beliehcn und 1451 ill die Hansa
aufgenounnen. Herzog Ernst der Bekenner führte
1527 die Reformation ein. Im Dreißigiährigcli
kriege wurde die Stadt 162l; dnrck Tillv, 1635
durch Ban^r hart mitgenommen, 164<; und 1826
durch große Brände beimgesncbt. - Vgl. Ningklib
und Siburg, Geschichte der Stadt U. lHalinov. 1^59).
ü. M., bei Höbenangaben Abkürzilng für: über
dein Meeresspiegel.
Umajjaden, Cbalifeudyuasiie, s. Olliaj jaden.
Uman, schwed. Fluß, s. Umea-elf.
Nman (spr. umünj). 1) Kreis ini südl. Teil veo
russ. Gonvernenlents Kiew, iin Gebiet der Sinjucba
<zum Südlichen Bug), bat 4307,8 (ikm, 279582 E..
bedeutenden Getreidebau, 4 Zuckerfabriken, 13
Branntweiubrenuereien. - 2) U., poln. Ilnmaü,
Kreisstadt im Kreis U., an der Umanka und au der
^inie Demkowla-1I. der Nuss. Südwest-Eisenbabli,
dat(1894)24715E.,5rnss.,1kath.Kircbe, Snnagoge,
Progymnasimn, Schule für Gartenbau und Land-
wirtschaft, Filiale der Petersburger Kommerzbank',
Handel mit Getreide und andern landwirtschaftlichen
Produkten, sowie einen schönen Park. U. war eine
ukrain. FesNma. und ist bekannt durch dac-> "Gemetzel
von U." oder die Koliszezvsna ls.Hajdamaken" 17<>>!.
Umanak, dän. Distrikt auf Grönland ls. d.>.
Umaua, südamerit. Indianerstanini, s. )I magna.
Umballa, engl. Scbrcibung für Ambala ls. d.).
Nmbalthörl/zlvei Hochpässe der Hohen Tauern
in Tirol zwischen Venediger- und Nöthgruppe, ver-
binden das Virgentbal mit dein Ahrentdal. Der
Übergang erfordert 9-1<) stunden. Ter (5ierkopf
i3043 m) trennt das nördlich gelegene Hintere U.
<2826ui) von deul südlich befindlichen und böbern
Vordern (2959 m). Beide sind zwar vergletschert,
bieten aber der Passage keine Schwierigkeit dar.
Umbectci Fahrt/s. Tabelle zum Artikel Felm-
und Moorkolonien (Bd. l!, S. 029).
vlndoiia., s. Dolde.
Nmbelliferen (I!inI>"11M>i-^), Tolv e n g e
w äcbse, Pflanzenfamilie ans der Ordnung der lim-
bcllifloren (s. d.) mit gegen 1300 über die ganze (5rve
verbreiteten Arten, krantartige Gewäcbse, seltener
Sträucher mit ineist in zusammengesetzten Dolden
stehenden Blüten. Die Blätter, sehr verschiedenartig
gestaltet und angeordnet, sind am Grnnde meist
icheidenartig erweitert. Der Bau der zwitterigeu
Blüten ist regelmäßig, sie besteben aus einem oft
unscheinbaren, oderständigcn, fünfteiligen Kelcbe,
fünf dem Nande des Kelchs eingefügten Blumen-
blättern von verschiedener Färbnng, fünf Staub-
gefäßen und einem zweifächerigen Fruchtknoten mit
;wei Griffeln. Die Frucht ist eine voll dem stehen-
bleibenden Kelcbrandc und den Griffeln gekrönte
Doppelacbäne; sie zerfällt bei der Neife in zwei Teil-
früchte, welche an dem fog. Frnchtträger lKarpo-
phor) dangen. Die Samen enthalten reichlich Ei-
weiß und einen geraden, an der Spitze liegenden
Embrvo. Nacb der verfchiedenen Gestalt dieser Frücht-
chen und besonders der an der Oberfläche sicbtbaren
Niesen und Ölgänge teilt man die U. in mehrere in
der Ilmgrcnzung unsichere Unterabteilungen ein.
Viele Arten der U. werden als Gewürz- oder Arz-
neipflanzen, oder als Gemüse benutzt und im gro-
ßen kultiviert. Sie entbalten alle reichliche ätherische
t^le und barzartige Stoffe, viele auch starke Gifte.
Umbelliferön, eine auch synthetisch darstell-
bare cbem. Verbindnng von der Znsammensetzung
('c,1Ig^).., die sich in der Nilide von Dlipnnc; ine/.o
i onm 7v. findet ulid bei der Destillation verschiedener
Ilmbelliferenbarze, wie ^nlblninin ilnd ^V8ii t'oktidll,
entstedt. Seiner ckeni. Konstitntion iiack ist es alo
Orvcunlarill, (..Il..(>2(^1l), oder als Anhvdrid der
Umbellsäilre, (,.1^(^, anfznfassen. Es krystallisiert
in feinen, in Wasser schwer löslichen Nadeln, schmilzt
bei 224 und zeigt beim Erhitzen einen eumarin-
almlichen Geruch.
Umbelliflbren (Umlu^IlMi-a"), Ordnnng aus
ver Grnppe der Ditotyledoncn, Abteilnng der Cbo-
ripetalen, charakterisiert dilrck regelmäßige, zwitte-
rige, meist fünfzäblige, zu einfacben oder zufamnien-
gesetzteii Dolden vereinigte Blüten. Die Frncht be-
stebt in der Regel ails zwei miteinander verwach-
senen Frnchtblättern. Die Ordnung der U. iimfaßt
die Familien der Ilmbelliferen (s. d.), Araliaeeeli
(s. d.) ulid Eornaeeen is. d.). (Hierzil Tafeln: !1m-
bellifloren I, II.) Zur Erklärung vgl. die Artikel
AiÜ5, d'ni-nin. i'Vx'nicuIuin, I'ei'nia, ^Vic n^il^elicu.
^tohrrübe, ^Vntlii-i^n^, (voi-iansli-nin, Epheu,
IImdbiiniA-ria., s. Oktaktiliien. sl'ai-nns.
Nmberfische l>^i'^iii<l:u'), Fanlilie der Knochen-
fiscbe <s. v.) voll barsckahnlichem Habitus, nnt Kamm-
scluippeii auf dem Kopf und dem Basalteil der senk-
recbten Flossen; Svstelli der Kopfkanäle und der
Seitenlinie febr stark entwickelt, letztere setzt sicb auf
die Schwanzflosse fort. Der Kopf ist abgestumpft,
seitlich stark gewölbt, mit endständigem Maule.
Die Banchflosfe ist brnstständig. Die Familie llm-
faftt 19 Gattiingeii lnit etwa 110 Arten, die sich be-
sonders in tropiscben Gegenden nahe der Küste
finden und gern in die großen Ströme aufsteigen.
Einzelne sind überhaupt Süßwasserbewobner. Die
Tiere sind besonders bemerkeiivwert durch idre
Fähigkeit Töne bervorznbringcn, die wie Orgel-
oder Glockentöne an^ der Tiefe bervorfcballen. Nach
der Ansickt mancber Forscher bringeii die U. die Ge
räuscbe durch dac' Znsammcnschlagen ihrer gewol-
tigen Schlundzälme zu stände, und die große, mit
zablreicben Anbängen versehene Schwinimblase dient
al5 Nesonanzboden.
Umbertide, Stadt in der ital. Provinz und im
Kreiv Perugia lNmbrien), im tiefen Thal des Tiber,
an der ^inie Florenz-Aneona des Vlittelmeernetze^,
bat 5216, als Gemeinde 11472 E., Kircbe Sta.
Croce mit Gemälde von ^iuea Sigiiorelli.
Nmberto, König von Italien, s. Humbert.
Hinbilious llat.), der Nabel (s. d.).
vinvra. <lat.), der Sckatten.
Umbra, eine leber- bis kastanienbrailne, sehr
feinerdige und miloe Mineralsubstanz von derInfel
Evpern, die stark an der Zunge klebt, sich etwas raub