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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Unke - Unmöglichkeit
bäumen, Mimosen und Combreten, vermischt mit '
Pbönixgebüsch, Amomum und Rubiaceen als Unter-
holz. Papageien und Affen kommen in Masse vor; !
die Elefanten sind nahezu ausgerottet. Angebaut!
werden Bananen, Bataten, Zuckerrohr, Kaffee,
Mais, Sesam und Tabak. Die ursprünglichen Be- ^
wohner, Witsch wesi (d. h. Unterworfene), sind
reine Bantu; mit ihnen vermischten sich die über
den Somerset-Nil eingewandertcn Wawitu, vom
Gallastamm der Wahuma, welche die berrsckende
Klasse wurden, und imnördl. Grenzgebiet die Schuli.
Der Gesamtname der Bevölkerung ist: Wanjoro; z
ihre Sprache (Kinjoro) ist ein Vantudialekt, nabe !
verwandt der Sprache der Waganda. Der wicb- j
ligste Ort, außer der ehemaligen .^önigsresidenz!
Massindi, ist Kibiro am Oftufer des Albert-
sees; hier wird in großen Viengen Salz gewonnen.
Wegen des Salzbandels entstanden die ersten Kriege
zwischen U. und Uganda. Der Herrscher Kabarega
unterstützte die rebellische mohammed. Partei in
Uganda, weshalb die Engländer, seit 1890 Schutz-
berren von Uganda, gegen U. zu Felde zogeu, bis
Cunningham 1895 Kabarega vertrieb und ganz U.
dem Protektorat Ugandas einverleibte. 1896 wur- !
den 11 Militärstationen in U. errichtet. (E. aucb ^
Uganda.) - Vgl. Emin Pascha. Eine Sammlung j
von Reisebriefen und Berichten, hg. von Schwein-
furth und Ratzel (Lpz. 1888); Junkers Reisen in
Afrika (3 Bde., Wien 1889-91); Casati, Zehn Jahre
in Äquatoria (2 Bde., Bamb. 1891).
Unke, Feuerkröte lVoindinator i^ueu" li^ese?,
s. Tafel: Frösche und KrötenI, Fig. 2), ein in
ganz Mitteleuropa heimischer, 3 cm langer Lurcb
von krötenähnlichem Äußern, drüsenrcicher, war- !
zigerHaut und ganzen Schwimmhäuten an den Hin-
terfüßen. Die Färbung ist auf dem Rücken schwarz-
grau, auf dem Bauche feuer- oder orangerot mit
stahlblauen Flecken; wird sie beunruhigt, so sondert
sie aus den Drüsen der .haut einen weißen ^aft ab.
Die U. ist ein echtes Wassertier und bält sich vor-
zua,sweise in Teichen und Sümpfen auf, wo sie na-
mentlich abends und nachts ihren eintönigen Ruf
erjchallen läßt. Die Paarung erfolgt im Juni, uack
ibr trifft man die U. auch auf dem Lande. Ihre
Nahrung bestebt in kleinen Tieren.
Unkel am Rbein, preusi. Flecken, s. Bd. 17.
Unken, Dorf im Gerichtsbezirk^Lofer der österr.
Bezirkshauptmannfchaft Zell am <^ee in Salzburg,
in 574 m Höhe am Fuß des Hochgseng, bat < l89">j
220, als Gemeinde 1033 E. und wird'als Bad und
Luftkurort viel besucbt. Bei U. ist die bayr.-österr.
Grenze durch den befestigten Steinpaß abgeschlossen.
Bei dem Grenzzollkaus Melleck (615 m) wurde
Epeckbachermit den Tirolern von den Bayern 17. ^kt.
1809 umgangen und geschlagen, sein Sohn gefangen.
Unklarer Anker, s. Klarer Anker.
Unktion llat.), Salbung, Ölung.
Unlauterer Wettbewerb. Im Gegensatze
zum Rechte Frankreichs, Belgiens, Italiens, Groß-
britanniens und der Vereinigten Staaten hat sich
das Deutsche Reich prineipiell nicht mit einer all- l
gemeinen privatrechtlichen Norm zur Bekämpfung ^
des U. W. begnügt, sondern neben dem Satze des
Bürgert. Gesetzb. <§. 826), daß, wer in einer gegen i
die guten Sitten verstoßenden Weise einem andern
vorsätzlick Schaden zufügt, schadenersatzpflichtig ist
(s. Arglist), einige Hauptarten des U. W. durch,
1. Juli 1696 in Kraft getretenes Reichsgesctz vom !
27. Mai 1896 geordnet, welches zugleich auch das ^
Betriebsgeheimnis (s. d.) und das Geschäftsgeheim-
nis (s. d.) unter erhöhten Schutz stellt.
Das Gesetz betrifft 1) den Firmen- und Na-
menmißbrauch: wer die besondere Bezeichnung
eines Erwerbsgeschäftes, eines gewerblichen Unter-
nehmens oder einer Druckschrift in einer Weise
benutzt, welche darauf berechnet und geeignet ist,
Verwechselungen mit der besondern Bezeichnung
hervorzurufen, deren sich ein anderer rechtmäßig
bedient, kann auf Schadenersatz und Unterlaffung
belangt werden. 2) Den gleichen Nachteilen und
bci bewußter Unwahrheit des Behaupteten auf
Antrag auch einer Geldstrafe bis zu 1000 M.
oder Gefäugnis bis zu 1 Jahr unterliegt die zu
Zwecken des Wettbewerbs geschehende Ausstellung
oder Verbreitung unwahrer Behauptungen über
das Erwerbsgeschäft eines andern (Herabsetzung
des Konkurrenten', Betriebs- und Kreditschädi-
gung; Anschwärzung, äoniFi'6iii6nt). 3) Bei Re-
klame s ckWindel (unrichtigen Angaben über Be^
zugsquellen u. s. w., welche geeignet sind, den An-
schein eines besondern günstigen Angebots hervor-
zurufen) kann Unterlassung und, wenn der Verbreiter
die Unrichtigkeit kennen mußte, auch Schadenersatz,
ja, wenn die Angaben wissentlich unwahr und zur
Irreführung geeignet waren, fogar Strafe (bis
15M M., bei Rüctfall daneben oder statt dessen Haft
oder Gefängnis bis zu 6 Monaten) verlangt wer-
den. 4) Gegen Quantitätsverfchleierungen,
d. b. dagegen, daß man bei Waren (wie Garn),
welche das Publikum in kleinen Abteilungen (Ge-
binden, Lagen, strähnen) zu kaufen pflegt, still-
schweigend das Gewicht der Waren verringert und
durcb den dann möglichen niedrigern Preis den
Anschein erweckt, als verkaufe man billiger, wendet
fich die Ermächtigung des Bundesrats, bestimmte
Einbeiten der Zahl, Länge und des Gewichts vor-
zuschreiben l^uwiderbandlung mit Geld bis 150 M.
oder Hast bedroht). Außer bei Nr. 4 sindet Bestra-
fung nur auf Antrag ftattund ist deren Herbeiführung
auch durch Privattlage möglich. Statt Schaden-
ersatz kann Buße (s. d.) verlangt werden. Auch in
Österreich, Ungarn und der Schweiz hat man den
Weg der Speeialgesetzgebuna. eingeschlagen; in
Österreich sckon durch die Gewerbenovelle vom
15. März 1883 (bezüglich Namensmischrauchs) und
dann durch Gesetz vom 16. Jan. 1895 über die Aus-
verkäufe. - In Frankreich gewähren die Gerichte
eine Klage wegen coucurronc" ä^ioMie auf Unter-
lassung und Schadenersatz aus dem ganz allgemein
gehaltenen Art. 1382 des (^6 civil: "lout lait
qN6ic0M1U6 (16 1'1i0MNI6 HUI 0ÜU86 3. ^ntiui UN
(lommassL. ol)1i^6 csiui MI- 111, laute lliihNki ii 68t
ni-riv'; ü. 1e i'0Mi'6i'". - Ausgaben des Gesetzes
vom 27. Mai 1896 von Aßmann, Bachem-Roeren,
^uld, Grünwald, Hauß, Höinghaus, Kahu, Lobe,
Meyer, Müller, Osterrieth, Schmied, Schweiger,
Stephan erschienen 1896.
Unlimitiert, unbegrenzt, unbestimmt.
Unluststoffe, s. Jäger, Gustav. ftiat.
unmittelbar, im öffentlichen Recht, s. Imme-
Unmittelbarkeit des Verfahrens, s. Offent
lichkeit und Mündlickkeit der Rechtspflege.
Unmöglichkeit. Unmöglich ist das, was nicht sein
oder wa^ nicht geschehen kann. Die Juristen unter-
scheiden zwischen einer objektiven (also für jedermann
vorbandenen) und einer subjektiven (für bestimmte
PersonenvorhandencuU.), zwischen einer natürlichen
und einer rechtlichen U., zwischen einer zeitweiligen