Schnellsuche:

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

100
Unterführung - Unterhaltspflicht
Städte






UNd



":<-

3^
Bezirksämter

SA




^. Unmittelbare






Städte.






Aschaffenbm'n ...
14,9"
1312
15 831
2 373
12 880
557
Kitzingen ,.....
32,95
1021
8 002
4 872
2 710
417
Schwcinfnn..... Würzbnrg .....
24,5.7 32,16
1248
3889
13 514
68 74?
8 590 13 308
4513 52 802
373
2500
V. Bezirksämter.






Alzenau......
261,'.2
3689
20185
207!19637
338
Aschaffcnbnr^ . . , ,
400,47
5469
32 594
403
32017
171
Brückenall .....
328,86
2278
12657
2991
9 362
297
Ebern
'167 35
3844
19 064

11069
233
477,5,6
5930
30988
6 358
23 569
541
vammelbur^ ....
350,92
3485
19 705
907
18374
421
Haßflirt. .'.....
427,21
5100
27 219
3 312
23417
400
^'arlstadt......
476,20
5514
29 848
1266
27986
58<
Kissingen.....
467,74
5725
32831
3194
29010
612
Kiyingcn......
338,39
6105
30130
16 030
13 071
1008
Königshöfen ....
559,15
6008
28 784
10 240
17413
1068
Üohr........
735,26
5663
33 558
3 406
29 545
59!!
Marltheidenfcld . . .
489,97
5659
29 790
5 670
23 706
401
Mcllrichstadt ., .
270,38
2890
13 411
3 004
9 866
523
Miltenberq.....
321,57
3310
2032^
1 690
18 388
248
Neustadt a. T.....
377,12
4032
21198
340
19401
453
Obernburg.....
314,48
4509
25 877
1610
23 962
303
Ochsenfnrt.....
372,46
4659
26135
5151
20449
489
Tchweinfurr.....
495,98
5742
32941
6710
25 37?
836
Würzbnrg .....
^164,29
6789
40 251
4002
35 495
705
Unterführung, die Durchführung eines Ver-
tehrswcges unter einem andern.
Untergang der Gestirne, der infolge der
scheinbaren Umdrebung des Himmelsgewölbes ein-
tretende Moment ihres Verfchwindens unter dem
Horizont. (S. Aufgang der (Gestirne.)
Untergärung, s. Vier und Vierbrauerei, ^, III.
Uutergewehr, s. Gewehr.
Untergrund, die Erdschicht unter der Acker-
krume. Die wasserhaltcnde .Kraft des U. ist von
Einfluß auf die der Acker-
krume, und seiner Mineralog. Beschaffenheit nack
kann er für die Ackerkrume "nachschaffend " sein,
wenn er Pflanzennährstoffc enthält, oder dav Gegen-
teil. Um den Pflanzenwurzeln den U. zugäuglick
zu machen, lockert man bei günstiger Veschafjenheit
des U. denselben mit Hilfe des sog. Uutergruud-
Pfluges bis 65 cni Tiefe auf, düngt ibn auch wohl
oder briugt von ihm durch Rajolen mit der Hand
oder dem Pfluge sogar auf die Oberfläche zur Ver-
mischung mit der Krume. Auch durch den Anban !
von Legumiuoseu mit krästiger, tiefgebender Wur- !
zel (Lupine als Zwischenfrucht) kann inan für die !
Wurzeln der Nachfrucht den Weg zum Eiudringen ^
in den U. bahnen. Über II. im Vauwesen s. Grundbau. ^
Untergrundbahnen,Londoner, s. Londoner ^
Untergrundbahnen, (S. auch Stadtbahnen.) ;
Untergrundberiefelung, s. Nieselfelder
Untergrundbohne, s. Vi nli".
Untergrundpflug, s. Pflug.
Untergurt, s. Sattel <in der Reitkunst).
Unterhalt, alles, was zur Erhaltung der leid-
lichen Existenz eines Menschen aufzuwenden ist: '
also Wohnung, Nahrung und .Kleidung, Fcueruug, !
ärztliche und Apothekerkosten. Die dosten eines von !
dem Unterhaltspflichtigen <s. Unterhaltspflicht) gegen!
dritte Personen zu führenden Prozesses gehören z
nicht zum U. Wo eiue Erziebungopflickt besteht, hat
der Erziehungspflichtige auch dieKosten des Unter-
richts und der Ausbildung zu einem Vernf, als zum
U. eiues Kindes gebörig, zu tragen. Das Preuß. Allg.
Laudrecht und das Deutsche Vürgcrl. Gesetzbuch
unterscheiden zwischen notdürftig ein und stän-
de s g e m a ß em U. Während sich dae> Maß dec- U.
sonst nach dem Stande des Empfängers und den
Mitteln oder dem Erwerb des Pflichtigen richtet
iVürgerl. Gesetzb. §. 1610), soll der Pflichtige, weun
der Uuterbaltberechtigte sich gegen ihn so betragen
hat, das; dieser zur Enterbuug berechtigt wäre, oder
wenn er, der Berechtigte, durch sittliches Verschul-
den in Not geraten ist, nur notdürftigen U. be-
anspruchen dürfen (Vürgerl. Gesetzb. ^. 1611). Der
Unterhaltspflichtige hat auch regelmäßig die Kosten
des Vegräbnisfes zu bestreiten, wenn ihre Vezahlung
nicht von Erben zu erlangen ist (H. 1615).
Unterhaltspflicht. Die U. beruht teils, wie
die öffentlich-rechtliche des Staates und der Gemein-
den gegen Arme und die privatrechtliche der Ver-
wandten, unmittelbar auf dem Gesetz, teils wird sie
begründet durch Rechtsgeschäft lz. B. Auszug oder
Alimentenvermächtni5) oder durch Delikt (s. d.) oder
Quasidelitt ls. d.).
Der Ehemann bat mit der Frau schlechtbin zu
teilen, was er bat. Seine U. ist von Vedürftigkeit
der Frau nicht bedingt. Sonst tritt U. erst ein,
wenn der Verechtigte selbst nichts bat und nichts er-
wirbt, bezüglich der minderjährigen unverheirateten
Kinder jedoch sogar, wenn sie Vermögen baben,
insoweit ihre Einkünfte aus dem Vermögen und der
Ertrag ihrer Arbeit dazu nicht ausreichen (Deutschem
Vürgerl. Gesetzb. i>. 1602). Der Vermögcnsstamm
soll also erst angegriffen werden, wenn die Eltern
ihre U. nicht erfüllen können. Ferner bat der Pflich-
tige nur zu leisten, soweit er dazu nach Vestreitung
seines eigenen, standesgemäßen Unterhalts in der
Lage ist. Dic Verpflichtung der Eltern gegen die
Kinder ist strenger <§. 16W).' An erster Stelle sind
Eheleute gegeneinander zum Unterhalt verpflichtet',
dann die Kinder und weitern Abkömmlinge; hierauf
dic Elteru und weitern Afcendenten, immer nach
der Reibenfolge, in der sie intestaterbberechtigt sind.
Gleich nahe Verwandte müssen znsammen auftom-
men. Nach Preuß. Landrecht, nicht dagegen nach
Vürgerl. Gesetzbuch <8.1601),sind auch die Geschwister
gegeueiuander, dock nnr zu uotdürftigem Uuterhalt
(s. d.) verpflichtet.
Nach herrschender Ansicht beruht auch die U. des
unehelichen Vaters (s. Paternitätsklage) auf der
Verwandtschaft; meist hat er indessen nur notdürfti-
gen Unterhalt vor der Mutter zu leisten, nach dem
Deutschell Aürgerl. Gesetzbuch dagegen und zwar
bis zum 16. Lebensjahr (bei Gebrechlichkeit sogar
darüber hinaus) einen der Lebensstellung der Mutter
entsprechenden Unterhalt, weil das Kind in die Fa-
milie der Mutter eintritt iK. 1708). Dic U. erstreck:
sich nicht auf die Ascendcnten des unehelichen Va-
ters, und das Recht nicht anf die Abkömmlinge des
unehelichen Kindes, wohl aber gilt Vcrerblichkeit
jener U. "^. 1712). Haben in der kritischen Zeit
mcbrere Männer mit derselben Frauensperson den
Beischlaf vollzogen, so kann nach den meisten Ge-
setzen das uneheliche .Nind jeden derselben anf Unter-
balt belangen, so jedoch, daß die übrigen durch Zah-
lung oder durch Erhebung der Klage gegen einen
frei werden. In Preußen, Oldenburg, Württemberg
und nach dem Deutschen Bürgerl. Gesetzb. §. 1717>
steht in diesem Falle s^xco^tio Eluvium coii8tu^i-^-
lmnm) dem unehelichen Kinde gegen keinen der
Männer ein Anspruch zu. Selbstverständlich ist die
Einrede der mehrern Zuhälter hinfällig> wenn die
Mntter zur Zeit weiterer Veiwobnung schon schwan-
ger war.