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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Unterharmersbach - Unternehmer
Durch Delikt wird U. begründet, wenn infolge
schuldhafter Körperverletzung der Verletzte erwerbs-
unfähig wird; ferner gegenüber den Hinterbliebenen,
welche von dem Getöteten ihren Unterhalt erhalten
hatten (Bürgerl. Gefetzb. §§. 823, 843, 811). (3.
Unfallversicherung und Haftpflichtgesetze.)
Ob der Uuterbalt in niUni-n oder in Gelde zu
leisteu sei, ist nach Gemeinem Recht, Preuß. Land- !
recht und Österr. Gesetzbuch vom Richter zu bestim- !
men; nach Sächs. Vürgerl. Gesetzbuch hat der Ver- !
pflichtete die Wahl, nach Dentschem (§1^12) wird !
der Unterbalt regelmäßig dnrch Geldrente gewährt.
Für die Vergangenheit kann Unterbalt nur ge-
fordert wcrdeu, wenn der Pflichtige im Verzüge war
oder der Anspruch rechtshüngig geworden ist ^.l<;i')).
Für die Zukunft muß der Unterbalt iu gewisjeu
Fristen pränumeriert werdeu.
Unterharmersbach, Ort in Baden, s. Bd. 17.
Unterhaus (englisches), s. ('oinmou8 slloi^^ ot).
- Unterhautfettgewebe, Unterhautzellge-
webc, s. .haut und Fetthaut.
Unterhefe, s. .Hefe.
Unterhieb, s. Feile.
Unterholz, s. Ätittelwaldbetrieb.
Unteringelheim, soviel wie Niederingelbeim.
Unterkaswenen, im Notwelsch für Unterschrei-
ben (s. Kassiber).
Unterkiefer, s. tiefer (anatomisch).
Unterkieferdrüse, s. Speichel.
Unterkochen, Dorf im Oberamt Aalen de->
württemb. Iagstkreises, am Urspruug des Weißen
Kocher zwischen Aalbuch und Härdtfeld, an der Linie
Aalen - Ulm (Brenzbahn) der Württemb. Staats-
bahnen, bat (18l)5) 2260 E., Post, Telegrapb, tatb.
Kirche; Eisenbammerwcrke, Papier- und Papierstoff-
fabrikation und Fischbriltanstalt. !
Unter-Krainer Bahnen, die einer Aktien-
gesellschaft gebörcndcn, etwa 1331(m langen Privat- ^
bahnen in Kram, welche in Laibach von der österr. ^
Eüdbahn abzweigen und über Großlupp uach Gott- "
sä^ee (72 i^m, 28. Sept. 1893 eröffnet), über Rudolft- !
wert nach Straza (01 Km, 10. Juni 1894 eröffuet)
führen. Das Aktienkapital beträgt 3100000 Fl.
Die U. B. sind der Betriebsdirettion Villach der
österr. Staatsbahnen unterstellt.
Unterkühlung, Gefrierverzug, s. Ei5.
Unterkunft. Die U. der Truppeu im Kriege
regelt sich einerseits nach der Schonnng, anderer-
seits der Bereitschaft der Truppeu; je näher dem
Feinde, desto mehr tritt letztere in den Vordergrund.
Die Orts Unterkunft (s. d.) ist für die Schonung
der Truppen das vorteilhafteste und bildet im Kriege
die Regel. Das Ortsbiwat, bei dem die Truppeu
in den vorhandenen Räumen von Ortschaften (Scheu-
nen, Stallungen, Schuppen u. s. w.) möglichst zu-
sammengehalten untergebracht werden, gewährt eine
fast gleiche Gefechtsbereitschaft wie das Biwak, abev
größere Schonung. Das Biwak (s. d.) wird bei
unmittelbarer Nähe des Feindes gewäblt, ferner
wenn die U. für die Nacht aus taktischen Gründen
an eine bestimmte Gegend gebunden ist oder bei
Mangel an Ortschaften. (S. auch Lager."
Unterkunftsraume, die zu kürzester Benutzung
für Truppen aus leichtestem Material bergestellteu
Zelte (s. d.) und Hütten (s. d.) sowie die zu vor-
übergehendem und ständigem Gebrauch erbauten
Baracken (s. d.) und Kasernen (s. d.), im besou-
dern aber die dombensichern Hohlbauten (s. d.)
oder Kasematten (s. d.) pernianenter Festungs-
wcrke. Sie gewähren den Truppen, Streitmitteln
und Proviant gegen jedes Geschützfeuer gesicherte
Unterbringung. ,^n minderwertigen und provisori-
schen Anlagen begnügt man sich auch mit schuß-
sicbern (gegen Pulvergranaten) oder granat-
sich ern (gegen gewöhnliche Feldgranaten sichernde)
U. Nack dem Zweck unterscheidet man Wohn- und
Unterstands- oder Vereitschaftsräume, ferner Muni-
tious-, Proviaut-, Lazarett- und Küchenräume.
Unterlahnkreis, Kreis im prenß. Reg.-Bez.
Wiesbaden, hat 3l>5,80 c^iim und (1895) 43 691
(22024 männl., 21607 weibl.) E., 3 Städte, 80 Land-
gemeinden. Sitz des ^iandratsamtes ist Diez.
Unter-^andquart, schweiz. Bezirk, s. Landquart.
Unterläufig beißen Vtahlgänge <s. Mahlmaschi-
nen), bei denen der untere Stein in Umdrehung
versetzt wird, während der obere unbeweglicb ist.
Unterlauge, s. Seife.
Unterlegetrense, s. Trense.
Unterleib, s. Baucb.
Unterleibsbruch, s. Bruch.
Unterleibsdrüfenschwindsucht, s. Pädatro
phie. ftung.
Unterleibsentzündung, s. Bauchfclleutzün-
Unterleibstrankheiten, langwierige übel der
in der Unterleibshöhle liegenden Verdammgsorgane;
ferner Unregelmäßigkeiten des Blutumlaufs in den
Unterleidoorganen, die besonders ihren Sitz im
Pfortadersystem habeu, und die von Erkrankungen
gewisser Unterleibsorgane abhängigen geistigen Stö-
rungen (Hypochondrie und Hysterie); bei Frauen
auck soviel wie Gebärmuttertrankheiten.
Unterleibsskrofeln, s. Püdatrophie..
Unterleibstyphus, s. Typhus.
Unterlieutenant zur See, in der deutschen
Marine die Charge eines Seeoffiziers, die im Range
dem Sekondelieutenant der Armee entspricht. Sie
wird erreicht nach Bestehen der Seeosfiziersprüsung
ls. Seekadett). Rangabzeichen wie bei der Armee,
außerdem ein schmaler Goldstreifen unter der Krone
Unter-Loire, s. Loire-Inferieure. ^ani Ärmel.
Unter-Mais, s. Meran.
Untermalung, die erste farbige Grnndlage einer
zu bemalenden Bildflächc; sie hat den Zweck, die Auf-
tragung der Farben zu erleichtern, indem diese nicht
auf den weißen Malgrund, sondern auf einen der
spätern Gesamtwirkung entsprechenden Ton auf-
gesetzt, also sickerer in ihrer Mischnng getroffen wer-
den können. Sie bestimmt mithin die koloristische
Eigenart des Bildes. Die U. ist in den verschiedenen
Malerschulen verschieden; so z. B. grau bei den
Venetianern, sehr dnnkel bei der Schule Leonardos
n. s. w. Viele Maler verschmähen jedoch die U.,
indem sie gleich richtige Töne auf den Malgrund
aufsetzen (^11^ pi-ima malen).
Untermast, in der Jägersprache, s. Erdmast.
Untermast, im Seewesen, s. Mast. >(s. d.).
Untermeitingen, Dorf bei Schwabmünchen
Untermhaus, Dorf, s. Gera.
Untermiete, s. Aftermiete.
Unternährer, Anton, Stifter der Sekte der
Antonianer (s. d.).
Unternehmer, im weitesten Sinne jede phy-
sische oder jnrist. Person, die einen wirtschaftlichen
Betrieb leine Unternehmung) auf eigene Rechnung
und Gefahr unterhält und leitet. Insbesondere
begreift man darunter aber den, der auf seine
Rechnuug und Gefabr Kapital und Arbeit vereinigt,
also Kapiral produktiv verwertet und alc> Arbeitsver-