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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Basken; Vasātae; Vasay; Vaschrein; Vasco da Gama; Vasconcellos; Vascōnen; Vasconĭa; Vaselīne; Vasen

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Vasatae - Vasen

der Kommentarien des Ghiberti) und die neueste, florentinische von G. Milanesi (8 Bde., 1878 fg); übersetzt von L. Schorn und E. Förster, «Leben der ausgezeichnetsten Maler, Bildhauer und Baumeister» (6 Bde., Stuttg. 1883‒89). Hauptquelle über V. ist seine Selbstbiographie in den «Vite de’ pittori».

Vasātae, alte Stadt in Aquitanien, jetzt Bazas (s. d.) im Depart. Gironde.

Vasay, Paß in Siebenbürgen, s. Eisernes Thor.

Vaschrein (vom frz. vacherin), ein feiner, sehr fetter, nur aus süßem Rahm bereiteter Schweizerkäse.

Vasco da Gama, Seefahrer, s. Gama.

Vasconcellos (spr. waskongßéllusch), Joaquim Antonio da Fonseca e, portug. Schriftsteller, geb. 10. Febr. 1849 in Oporto, erhielt seine Schulbildung in Hamburg, besuchte 1865‒69 die Hochschule von Coimbra und bereiste 1871‒75 Deutschland, dann auch Frankreich, England, Spanien und Portugal. Seit 1883 ist er Professor der deutschen Sprache am Lyceum zu Oporto, seit 1884 auch Direktor des Museums für Industrie und Handel. V.’ Erstlingswerk war eine Geschichte der portug. Musik: «Os Musicos portuguezes. Biographia-bibliographia» (Oporto 1870). Besondere Kapitel vaterländischer Musikgeschichte behandeln: «Luiza Todi» (Oporto 1873), «Ensaio sobre o catalogo da livraria de musica de el-rei D. João Ⅳ» (ebd. 1873) und «Cartas curiosas do abbade Antonio da Costa» (ebd. 1879). Der Malerei und Zeichenkunst sind gewidmet: «Reforma do ensino de bellas artes» (3 Bde., Oporto 1875‒79), «Albrecht Dürer e a sua influencia na peninsula» (ebd. 1877), «Francisco de Hollanda» (ebd. 1879), «Goësiana» (4 Bd., ebd. 1879‒81).

Seine Gattin Carolina Wilhelma Michaelis de V., geb. 15. März 1851 zu Berlin, lieferte litterarhistor. und sprachgeschichtliche Beiträge zu Herrigs «Archiv für das Studium der neuen Sprachen und Litteraturen», der von G. Paris herausgegebenen «Romania», Groebers «Zeitschrift für roman. Philologie», «Jahrbuch der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft» u. s. w. sowie zu portug. Journalen. «O Ensino», «Revista da Sociedade de Instrucção», «Revista Lusitana», «Circulo Camoniano», «Arte portogueza», «Instituto», Herders «Cid», hg. von Julian Schmidt (Lpz. 1868) versah sie mit Erläuterungen und veröffentlichte ferner: «Romancero del Cid» (ebd. 1871), «Studien zur roman. Wortschöpfung» (ebd 1876), «Poesias de Francisco de Sâ de Miranda» (Halle 1885), «Studien zur hispan. Wortdeutung» (Flor. 1886), «Romanzenstudien» (Halle 1891), «Der portug. Infinitiv» (Erlangen 1891) «Geschichte der portug. Litteratur» (Straßb. 1893), «Fragmentos etymologicos» (Oport 1894).

Vascōnen, Vascongādos, s. Basken.

Vasconĭa, lat. Name der Gascogne (s. d.)

Vaselīne (Vaselin), Cosmoline, Mineralfett, eine Modifikation des Paraffins (s. d.), bildet in reinem Zustand eine fettähnliche, farb- und geruchlose Substanz die in Nordamerika bei der Rektifikation des Erdöls gewonnen, in Deutschland aus Bergteer, in Österreich aus Ozokerit dargestellt wird, im Handel eine weiße oder gelblichweiße Masse, meist von der Konsistenz des Schweineschmalzes. Wegen ihrer großen Luftbeständigkeit und der Eigenschaft, unter keinen Umständen ranzig zu werden, zu krystallisieren oder einzutrocknen, benutzt man die V. zu Salben, Pomaden, bei Verbrennungen, Kontusionen, Frostbeulen, zur Herstellung feiner Parfümerien, als Lederschmiere, zum Schmieren feiner Maschinenteile (s. Schmiermittel), als Schutzmittel gegen Rost. Das mit Mineralölen vermengte gereinigte Erdwachs (Ceresin) nennt, man künstliche V.

Unter dem Namen Vaselinöl kommt ein farb- und geruchloses feines Schmier- und Haaröl vor.

Vasen (vom lat. vas, Gefäß), die weniger zu praktischen Zwecken, als vielmehr als Luxusware, zum Zimmerschmuck mit oder ohne Bouquetfüllung, oder zur Verzierung von Balustraden, Grabsteinen u. a. hergestellten schlankbauchigen Gefäße aus gebranntem Thon, Porzellan, Glas, Marmor, Alabaster, Metall u. s. w. (Hierzu Tafeln: Vasen Ⅰ u. Ⅱ.)

Die antiken Thonvasen sind seit dem Anfang des vorigen Jahrhunderts, als sie zuerst in größerer Menge bekannt wurden, in den Vordergrund des wissenschaftlichen Interesses getreten. Es war besonders das Inhaltliche der Darstellungen auf den V., namentlich der mytholog. Stoff der Bilder, dem man anfangs ein lebhaftes Studium zuwendete, während den Gefäßen als solchen, ihrer Form und der ornamentalen Verzierung weniger Beachtung zuteil wurde. Die histor. Entwicklung der einzelnen Gattungen nachzuweisen, die verschiedenen Fabriken und die in ihnen herrschenden Stilarten zu erkennen, kurz die Aufgabe einer Vasenkunde ist erst neuerdings scharf ins Auge gefaßt worden.

Die bemalten V. haben im Altertum den verschiedenen Zwecken gedient. Sie sind, wie heute das irdene Geschirr, in täglichem Gebrauch gewesen als Vorrats-, Schöpf-, Trinkgefäße u. s. w. Vielfach sind sie auch als Weihgaben benutzt sowohl für die Tempel wie namentlich für die Gräber. Sehr reich an V. sind besonders die Grabstätten Etruriens und Unteritaliens.

Die ältesten uns bekannten V. stammen aus den tiefsten Schichten von Troja. Sie sind nicht auf der Drehscheibe, sondern mit der Hand gefertigt und noch unbemalt. In der Regel sind sie in Kugelform mit röhrenartigem Ausguß gebildet und vielfach statt mit Henkeln mit kleinen durchbohren Ansätzen zum Hindurchziehen einer Schnur versehen, an der das Gefäß getragen wurde. Die äußere Wandung ist mit eingeritzten Linien oder aufgelegten Thonstreifen versehen. Zu den einfachen Gefäßformen zählen solche, welche die menschliche oder tierische Gestalt in rohester Weise nachahmen, hinzu. (S. vorstehende Figuren sowie Tafel: Urgeschichte Ⅳ, Fig. 11 u. 12.) Stark ist diese Gattung namentlich auf Cypern vertreten, auch auf den Cykladen, in Syrien, in Tiryns kommen V. ähnlicher Art vor. Dem gegenüber zeigen die V., die auf der Insel Thera

^[Abb: Vasen]